Greenwashing-Verbot: Neue Regeln für Umweltaussagen ab September
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 08:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ab dem 27. September 2026 gelten in Deutschland deutlich strengere Vorgaben für Umweltaussagen in der Werbung. Der Bundestag beschloss die entsprechende UWG-Änderung bereits am 19. Dezember 2025.
Was sich für Unternehmen ändert
Allgemeine Formulierungen wie „umweltfreundlich“ oder „klimaneutral“ werden künftig stark eingeschränkt. Besonders brisant: Das Verbot von Klimaneutralitäts-Versprechen, die nur auf CO?-Kompensation beruhen. Nachhaltigkeitssiegel müssen entweder staatlich anerkannt oder durch unabhängige Stellen verifiziert sein.
Die Regelungen betreffen Unternehmen jeder Größe – auch Online-Shops und Kommunikationsagenturen. Die EU-Richtlinie 2024/825 (EmpCo-Richtlinie) bildet die rechtliche Grundlage.
Neue Tools gegen Greenwashing
Der UN Global Compact veröffentlichte Anfang August ein kostenloses Online-Manual samt KI-Tool. Die Software wurde mit internationalen Standards wie den UN-Leitprinzipien, GRI und ISSB trainiert und prüft Unternehmensaussagen auf ihre Belastbarkeit.
Auch in der Industrie gibt es Bewegung: Ein Unternehmen aus Shenzhen reduzierte seine Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 42 Prozent gegenüber 2023. Bis 2028 will der Betrieb in diesen Bereichen komplett CO?-neutral sein.
Wer sich mit den neuen rechtlichen Rahmenbedingungen und dem Einsatz von Technologien befasst, muss auch die gesetzlichen Leitplanken kennen. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über die EU-KI-Verordnung, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Messbare Daten statt leere Versprechen
Experten fordern eine wissenschaftlich fundierte Nachhaltigkeitskommunikation. In der Textilbranche setzen Hersteller etwa auf zertifizierte Druckhilfsmittel ohne Formaldehyd, um die Abwasserbelastung zu senken.
„KI revolutioniert Prozesse, ersetzt aber keine menschliche Führung und Markenwerte“, sagt Marisa Asmuss, Director Global Marketing bei Hapag-Lloyd. Vertrauen und eine klare Haltung bleiben die Basis langfristiger Markenbeziehungen.
KI als Messinstrument
Wie Unternehmen ihre Markenwahrnehmung durch generative KI wie ChatGPT messen können, behandelt ein Fachseminar am 19. August 2026. Die Messbarkeit von PR-Erfolgen gewinnt im KI-Zeitalter zunehmend an Bedeutung.
Die Integration neuer Technologien stellt Unternehmen vor neue rechtliche Pflichten und Risiken. Die EU-KI-Verordnung setzt hier klare Regeln – dieser kostenlose Report klärt auf, was Verantwortliche jetzt konkret tun müssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act anfordern
Regenerative Modelle in der Praxis
Plattformen wie Coidis verbinden Datenanalyse mit Kreislaufwirtschaft. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Ein Textilhersteller senkte den Einsatz neuer Ressourcen um 60 Prozent, ein Lebensmittelverarbeiter reduzierte seine Abfälle um 40 Prozent.
Transparenz endet nicht beim Produkt. Der Dienstleister gevekom (Umsatz 2025: 81,43 Millionen Euro) setzt auf KI-gestützte Omnichannel-Lösungen und steigert damit die Erstlösungsquote bei Kundenanfragen um rund 15 Prozent. Nachhaltigkeit ist längst Teil der gesamten Customer Journey – und der öffentlichen Wahrnehmung.
