Greenwashing-Richtlinie ab 27. September: Neue Regeln für Umweltwerbung
09.06.2026 - 10:07:32 | boerse-global.de
Rechenzentren schlucken 2025 weltweit 448 Terawattstunden Strom. Bis 2030 könnte sich der Bedarf auf 945 TWh verdoppeln – fast das Doppelte des deutschen Jahresverbrauchs. Das zeigt ein neuer Bericht der Universität der Vereinten Nationen (UNU-INWEH).
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Wasserverbrauch und Elektroschrott als Nebenwirkung
Die Kühlung der Server frisst ebenfalls Ressourcen. Laut UN-Prognose steigt der Wasserverbrauch bis 2030 auf 9,3 Billionen Liter. Hinzu kommt ein wachsendes Müllproblem: Bis zu 2,5 Millionen Tonnen Elektroschrott könnte die KI-Infrastruktur jährlich verursachen.
Dabei setzen immer mehr Unternehmen auf KI für ihre Nachhaltigkeitsziele. Salesforce UK zeigte Anfang Juni, wie KI-Agenten die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) automatisieren. Die Systeme suchen Emissionsfaktoren und verknüpfen Nachhaltigkeitsmetriken mit dem Geschäftswachstum.
UmweltBank setzt auf lokale KI
Die UmweltBank geht einen anderen Weg. Seit Ende Mai nutzt das Institut proprietäre KI-Agenten auf Basis des europäischen LLM Mistral. Die Systeme laufen lokal in einem Nürnberger Rechenzentrum – versorgt mit Ökostrom. Die Anwendungen reichen von internen Wissens-Chatbots bis zur automatisierten Transkription von Kundengesprächen.
Neue Technik gegen den Energiehunger
Technologieanbieter reagieren auf die Herausforderungen. INVT präsentierte am 8. Juni eine Roadmap mit dem Titel „Smart + Net-Zero“. Kernstück: hocheffiziente Megawatt-USV mit 97,5 Prozent Wirkungsgrad und flüssigkeitsgekühlte Energiespeicherschränke. Ziel ist es, die Energieeffizienz in Rechenzentren deutlich zu steigern.
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Politik verschärft Regeln
Das Bundeskabinett beschloss am 8. Juni ein Aktionsprogramm zur Kreislaufwirtschaft. 260 Millionen Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds fließen bis 2029 in eine Umsetzungsplattform und neue Förderprogramme.
Auf europäischer Ebene kommt eine weitere Hürde: Ab dem 27. September 2026 greift die neue Richtlinie gegen Greenwashing. Sie stellt strengere Vorgaben für Umweltwerbung. Wirtschaftsverbände melden bereits Umstellungen in Lieferketten und bei der Verpackungsgestaltung.
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