Google-Strafe, EuGH

Google-Strafe bestätigt: EuGH hält 4,1 Milliarden Euro fest

03.07.2026 - 01:27:43 | boerse-global.de

Die höchste EU-Wettbewerbsstrafe gegen Google ist rechtskräftig. Der Konzern muss wegen illegaler Android-Praktiken zahlen.

EuGH bestätigt 4,1 Milliarden Euro Strafe gegen Google
Google-Strafe - Ein stilisierter Google-Buchstabe 'G' mit einem teilweise verdeckten Richterhammer, umgeben von Gerichtsdokumenten und Euro-Banknoten. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

4,1 Milliarden Euro muss der US-Konzern zahlen – wegen illegaler Beschränkungen bei Android-Geräten. Das höchste europäische Gericht wies die Rechtsmittel des Unternehmens ab.

Was Google den Herstellern verbot

Der Fall geht auf das Jahr 2018 zurück. Damals verhängte die EU-Kommission eine Strafe von rund 4,3 Milliarden Euro. 2022 reduzierte eine Zwischeninstanz die Summe geringfügig auf 4,125 Milliarden Euro.

Die Wettbewerbshüter warfen Google vor, seine Marktmacht zu missbrauchen. Konkret zwang der Konzern Smartphone-Hersteller dazu, die Google-Suche und den Browser Chrome vorzuinstallieren. Nur wer das akzeptierte, bekam eine Lizenz für den wichtigen Play Store.

Zusätzlich verbot Google den Herstellern, Geräte mit alternativen Android-Versionen zu verkaufen. Und es gab finanzielle Anreize: Werbeeinnahmen wurden nur geteilt, wenn ausschließlich die Google-Suche vorinstalliert war.

Google argumentierte vor Gericht, das Urteil würdige die milliardenschweren Investitionen in das Android-Ökosystem nicht. Das Unternehmen hatte seine Praktiken zwar teilweise angepasst, kämpfte aber weiter juristisch gegen die Strafe.

Börse reagiert verhalten

Trotz der historischen Höhe: Branchenexperten stufen die Strafe als verkraftbar ein. Alphabet, der Mutterkonzern von Google, erwirtschaftet Jahresumsätze von über 400 Milliarden US-Dollar.

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Die Finanzmärkte reagierten dennoch. Die Alphabet-Aktie notierte vorbörslich mit einem Minus von 1,05 Prozent bei 354,14 US-Dollar.

Verbraucherschützer zeigten sich zufrieden. Der Chef des europäischen Verbraucherverbandes Beuc lobte das Urteil als wichtiges Signal für fairen Wettbewerb im digitalen Sektor. Marktbeherrschende Unternehmen dürften ihre Macht nicht nutzen, um Alternativen systematisch auszuschließen.

Fast 11 Milliarden Euro EU-Strafen

Die bestätigte Summe ist Teil einer ganzen Reihe von Sanktionen gegen Google. Insgesamt belaufen sich die EU-Wettbewerbsstrafen gegen den Konzern inzwischen auf fast 11 Milliarden Euro. Erst 2024 wurde eine weitere Milliardenstrafe im Zusammenhang mit Googles Preisvergleichsdienst bestätigt.

Auch national gibt es Forderungen: Ein schwedisches Gericht verurteilte Google zur Zahlung von 1,3 Milliarden Euro Schadensersatz an den Preisvergleicher Pricerunner.

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Die regulatorische Debatte bekommt eine politische Dimension. US-Präsident Trump droht als Reaktion auf europäische Maßnahmen gegen US-Tech-Firmen mit Zöllen.

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