USA, Deutschland

Trump möchte Glyphosat-Produktion für US-Landwirte absichern

19.02.2026 - 11:13:39 | dpa.de

Glyphosat ist ein Reizwort, Tausende US-Klagen machen dem Hersteller Bayer seit Jahren zu schaffen. Das Weiße Haus bewertet den Unkrautvernichter nun als unentbehrlich für die nationale Sicherheit.

  • Der Wirkstoff Glyphosat ist umstritten, aus Sicht vieler Landwirte aber unverzichtbar - das sieht auch das Weiße Haus so. - Bild: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
    Der Wirkstoff Glyphosat ist umstritten, aus Sicht vieler Landwirte aber unverzichtbar - das sieht auch das Weiße Haus so. - Bild: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
  • Das Glyphosat-Produkt Roundup, von dem es mittlerweile auch eine glyphosatfreie Variante gibt, kommt auch in Europa zum Einsatz. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
    Das Glyphosat-Produkt Roundup, von dem es mittlerweile auch eine glyphosatfreie Variante gibt, kommt auch in Europa zum Einsatz. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
Der Wirkstoff Glyphosat ist umstritten, aus Sicht vieler Landwirte aber unverzichtbar - das sieht auch das Weiße Haus so. - Bild: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa Das Glyphosat-Produkt Roundup, von dem es mittlerweile auch eine glyphosatfreie Variante gibt, kommt auch in Europa zum Einsatz. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa

Der umstrittene Unkrautvernichter Glyphosat bekommt in den USA einen besonderen Status, um eine ausreichende Versorgung der amerikanischen Landwirtschaft sicherzustellen. US-Präsident Donald Trump unterschrieb am Mittwoch (Ortszeit) eine Verordnung, in der Phosphat sowie glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel als entscheidend für die nationale Sicherheit und die Lebensmittelsicherheit der USA bezeichnet werden. Eine ausreichende Produktion solle sichergestellt werden. 

Zu den weltweit größten Herstellern von Glyphosatprodukten gehört der Leverkusener Agrarchemie-Konzern Bayer mit seiner US-Tochter Monsanto, deren Kassenschlager das glyphosathaltige Produkt Roundup ist. Außerdem gibt es noch asiatische Glyphosat-Produkte. 

Ein Bayer-Sprecher sagte, die Verordnung betone «die dringende Notwendigkeit, dass US-Landwirte Zugang zu wichtigen, im Inland hergestellten Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat haben». Man werde der Verordnung Folge leisten.

In Trumps Verordnung heißt es, bisher gebe es in den USA nur einen Produzenten glyphosathaltiger Unkrautvernichtungsmittel. Gemeint ist die Bayer-Tochter Monsanto. Damit seien die Verteidigungsindustrie der USA und die Ernährungssicherheit anfällig für «feindliche, ausländische Akteure».

Keine negativen Folgen für künftige Produzenten

Der Verordnung zufolge soll Unternehmen zugesichert werden, dass ihnen aus der Produktion keine negativen Folgen entstehen. Konkret heißt es: «Dementsprechend stellt der (Landwirtschafts-) Minister sicher, dass keine gemäß diesem Abschnitt erlassene Anordnung, Vorschrift oder Verordnung die Unternehmensfähigkeit eines inländischen Herstellers von elementarem Phosphat oder Herbiziden auf Glyphosatbasis gefährdet.» 

Elementares Phosphat sei auch ein wichtiger Ausgangsstoff für die Herstellung von Herbiziden auf Glyphosatbasis. Diese spielten eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung des landwirtschaftlichen Vorsprungs der USA, indem sie es Landwirten ermöglichten, effizient und kostengünstig Lebensmittel und Viehfutter zu produzieren, heißt es weiter. 

Bayer schloss kürzlich milliardenschweren Sammelvergleich

In den US-Klagen führten Kläger Krebserkrankungen auf Glyphosat zurück. Erst kürzlich schloss Bayer in den USA einen milliardenschweren Sammelvergleich zur Beilegung aktueller und künftiger Klagen zum glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup. Die Zahlungen für den Sammelvergleich umfassen maximal 7,25 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren, wie der Dax-Konzern mitteilte. Der Sammelvergleich müsse vom Gericht in St. Louis (Bundesstaat Missouri) genehmigt werden, hieß es von den Leverkusenern. 

Die zur Weltgesundheitsorganisation gehörende Internationale Krebsforschungsagentur hatte den Wirkstoff, der in Roundup enthalten ist, 2015 als «wahrscheinlich krebserregend beim Menschen» eingestuft; andere Einrichtungen der WHO waren anderer Ansicht, und auch europäische Einrichtungen folgten dieser kritischen Einstufung nicht. Bayer hat den Verdacht stets zurückgewiesen, dass Glyphosat krebserregend sei. «Glyphosat ist ein sicheres und wichtiges Werkzeug für Landwirte in den USA und überall auf der Welt», sagte Bayer-Chef Bill Anderson kürzlich. Diese «Wahrheit» hätten Wissenschaftler und Aufsichtsbehörden international bestätigt.

de | wirtschaft | 68593063 |

Weitere Meldungen

Astronauten Maurer und Gerst rechnen fest mit Flug zum Mond. Das kommt noch, sind die Astronauten Alexander Gerst und Matthias Maurer überzeugt. Auf der Raumstation ISS waren sie beide schon, auf dem Mond noch nicht. (Wissenschaft, 11.06.2026 - 05:00) weiterlesen...

Nasa-Chef verteidigt frauenlose «Artemis 3»-Mission. Jetzt wurde die Besatzung verkündet: Alles Männer. Was der Nasa-Chef zu Kritik an der Entscheidung sagt. Mit «Artemis 3» will die Nasa künftige Mondlandungen vorbereiten. (Wissenschaft, 10.06.2026 - 20:52) weiterlesen...

Experte: Deutscher als erster Europäer am Mond noch denkbar. Freuen darf sich Luca Parmitano aus Italien. Überraschend darf bei der Mission «Artemis-3» des Nasa-Mondprogramms ein Europäer mit. (Wissenschaft, 10.06.2026 - 16:04) weiterlesen...

Pfizer-Chef sagt Merz ab und stellt Investitionen in Frage Die Kritik an Sparvorgaben für den Pharmasektor wächst: Nach zwei gestoppten Großinvestitionen in Deutschland stellt auch der US-Riese Pfizer Pläne auf den Prüfstand – und sagt dem Kanzler ab. (Wirtschaft, 10.06.2026 - 15:57) weiterlesen...

Superminister Völler ist heiß auf WM-Start: «Alle brennen». Vor dem WM-Start gibt Rudi Völler ein Update zur Lage der DFB-Auswahl. Dann verlässt Nagelsmanns Superminister das WM-Quartier. Manuel Neuer ist fit, Joshua Kimmich und der Bundestrainer sind bereit. (Sport, 10.06.2026 - 07:53) weiterlesen...

Das sagt Völler zum drohenden Lagerkoller und dem WM-Rasen Warum Rudi Völler die Debatte um Langeweile im WM-Quartier für überholt hält – und wie er auf die Diskussion um die Rasenqualität im Trainingslager reagiert. (Sport, 10.06.2026 - 05:27) weiterlesen...