GIZ-Korruptionsfall: 24 Mitarbeiter im Jemen entlassen, Schaden im Millionenbereich
24.06.2026 - 06:34:00 | boerse-global.de
Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) reagiert auf einen schweren Korruptionsfall mit neuen Sicherheitsstandards. Im Fokus stehen Projekte in Krisenregionen wie Jemen, Ukraine und Syrien.
Systematischer Betrug über Jahre
24 lokale Mitarbeiter im Jemen sollen über Jahre hinweg fingierte Abrechnungen erstellt haben. Nicht existierende Seminare, erfundene Tankrechnungen und Währungsmanipulationen – das System flog auf, die Mitarbeiter wurden entlassen.
Der Schaden liegt im unteren zweistelligen Millionenbereich. Das gesamte Projektvolumen im Jemen betrug von 2019 bis 2024 rund 208 Millionen Euro.
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Arbeiten unter Extrembedingungen
Die Entwicklungszusammenarbeit im Jemen war schon vor dem Skandal schwierig. Seit einem Terroranschlag im Dezember 2013 mit drei Toten – darunter der damalige Landesdirektor – laufen die Projekte seit 2014 per Fernsteuerung.
Neue Kontrollsysteme
Bereits 2023 verschärfte die GIZ die Kontrollen in rund 30 Risikogebieten. Dort finden jetzt jährliche Prüfungen statt. Zusätzlich setzt die Organisation auf:
- Digitalisierung der Abrechnungsprozesse
- Häufigeren Personalwechsel in Finanzabteilungen
So sollen korrupte Strukturen gar nicht erst entstehen.
Ausstieg aus dem Jemen
Die GIZ plant, ihre Projekte im Jemen bis Ende 2026 abzuschließen und das Büro zu schließen. Eine externe Untersuchung zur vollständigen Aufklärung läuft noch.
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Politische Aufarbeitung
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) erfuhr bereits im Mai 2023 von den Unregelmäßigkeiten. Kritik gibt es jedoch am Informationsfluss: Der Aufsichtsrat wurde erst im Juni 2026 über die konkrete Schadenshöhe informiert.
Parallel dazu hat das Bundeskabinett eine Nord-Süd-Kommission eingesetzt. Sie soll Vorschläge zur Neuausrichtung der deutschen Entwicklungspolitik erarbeiten.
