Gesundheitsämter in Krise: Bundesweit Chefarzt-Positionen vakant
03.06.2026 - 23:23:11 | boerse-global.deAktuelle Stellenausschreibungen zeigen: Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) steckt in einer personellen Krise.
Zahlreiche Kommunen suchen derzeit Leitungen und stellvertretende Leitungen für ihre Gesundheitsämter. Der Kreis Viersen, Stuttgart, Heilbronn und Göttingen haben offene Chefarzt-Positionen ausgeschrieben. Der Landkreis Cloppenburg sucht explizit eine stellvertretende Leitung.
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Auch Spezialisten dringend gesucht
Nicht nur die oberen Etagen sind betroffen. In Pirna, Greiz und Oranienburg sind Referatsleitungen im Kinder- und Jugendärztlichen Dienst vakant. Die Region Hannover sucht seit Ende Mai eine Leitung für das Team Sozialpädiatrie. Pforzheim braucht Personal für Abteilungsleitungen in Sozialen Diensten, Jugendhilfe und Abfallwirtschaft.
Was lockt Bewerber in den öffentlichen Dienst? Die Ausschreibungen werben mit einer 39-Stunden-Woche, flexiblen Arbeitszeiten und sechs Wochen Urlaub.
Gehalt: TVöD plus Zulagen
Ärztliche Führungskräfte können mit Entgeltgruppen EG 14 und EG 15 rechnen. In Hessen werden Psychiaterstellen in Wiesbaden und Siegen bis EG 15 vergütet. In Siegen gibt es obendrauf eine Fachkräftezulage von 750 Euro und eine Facharztzulage von rund 580 Euro. Auch Zwickau lockt für die Sachgebietsleitung des Amtsärztlichen Dienstes mit EG 15 plus Zulagen.
Umbau in Duisburg, Neustart in Süchteln
Das Gesundheitsamt Duisburg bündelt seit Anfang Juni seine Beratungs- und Therapieangebote im Medical Center Ruhrort. Das Angebot: anonyme HIV- und STI-Beratungen, Sprechstunden für Sexarbeiter und Schwangerschaftskonfliktberatungen.
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Dr. Günther Flämig hat Anfang Juni die Leitung des St. Irmgardis-Krankenhauses in Süchteln übernommen. Sein Schwerpunkt: der Ausbau der Geriatrie. Ganz anders sieht es am Klinikum Lippe aus: Die Gesellschafterversammlung entließ am 2. Juni die medizinische Geschäftsführerin Prof. Dr. Dorothee Bremerich – nach nur fünf Monaten im Amt.
Hausärzte protestieren gegen Sparpläne
Die Personalsuche läuft unter Hochdruck – und unter politischem Druck. Am 3. Juni starteten Hausärzteverbände eine bundesweite Protestkampagne gegen das geplante GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz. Der Verband sieht die hausärztliche Versorgung bedroht. In Baden-Württemberg sperrten Ärzte aus Protest vorübergehend Plätze in den Wartezimmern.
Die Gesundheitsämter kommen zudem nicht zur Ruhe. Dr. Reinhold Merbs vom Gesundheitsamt Friedberg warnt: Die Pandemie-Lage werde den ÖGD noch länger beschäftigen. Er plädiert für fokussierte Tests in Kitas und Altenheimen. Massentests sieht er wegen begrenzter Laborkapazitäten kritisch. In der Wetterau läuft derweil die Planung für ein gemeinsames Testcenter mit der Kassenärztlichen Vereinigung.
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