Gender, Pay

Gender Pay Gap: EU-Transparenzrichtlinie greift ab 8. Juni

05.06.2026 - 11:21:59 | boerse-global.de

AOK-Daten belegen: Mütter übernehmen 76% der Kinderkrankentage. Grund sind oft geringere Einkommen und strukturelle Hürden.

AOK-Studie: Mütter tragen 76% der Kinderkrankentage in Rheinland-Pfalz
Gender - Zwei überlappende Balkendiagramme, die die ungleiche Verteilung von Kinderkrankentagen zwischen Frauen und Männern symbolisieren. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die ungleiche Verteilung bleibt bestehen: In Rheinland-Pfalz nahmen Mütter 2025 ganze 76 Prozent aller beantragten Kinderkrankentage in Anspruch. Das belegt eine aktuelle AOK-Auswertung. Der Grund? Das Geld.

Warum die Mutter zu Hause bleibt

Die Entscheidung fällt meist ökonomisch: Frauen verdienen im Schnitt weniger – also übernehmen sie die Betreuung. Udo Hoffmann vom AOK-Vorstand bringt es auf den Punkt: Der finanzielle Verlust für den Haushalt ist geringer, wenn die Mutter zu Hause bleibt.

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Der gesetzliche Anspruch liegt bei 15 Tagen pro Kind und Jahr. 90 Prozent des Nettoverdienstes werden erstattet. Alleinerziehende bekommen 30 Tage, bei drei oder mehr Kindern sind maximal 70 Tage drin. Eine geplante Kürzung? Vom Tisch.

EU-Richtlinie kommt – aber nur langsam

Die Diskussion um die wirtschaftliche Gleichstellung bekommt neuen Zündstoff. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie von 2023 hängt in der Umsetzung fest. Ab dem 8. Juni 2026 greift sie zwar für den öffentlichen Dienst. Für die Privatwirtschaft aber fehlt das deutsche Gesetz.

Wirtschaftsverbände bremsen, obwohl eine Mehrheit der Unternehmen Transparenz befürwortet, sagt Arbeitsrechtlerin Heide Pfarr. Die Richtlinie verlangt Auskunftspflichten und Berichte alle drei Jahre. Der Gender Pay Gap in Deutschland? 16 Prozent.

Österreich hinkt hinterher

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Auch international zeigt sich das Bild. Der PwC Women in Work Index 2026 setzt Österreich auf Rang 27 von 33 OECD-Ländern. Nur 64,5 Prozent der Frauen arbeiten dort Vollzeit – bei Männern sind es über 90 Prozent. Der Gender Pay Gap liegt bei 17,6 Prozent, deutlich über dem OECD-Schnitt von 12,4 Prozent.

Spitzenreiter bei der Gleichstellung sind Island, Luxemburg und Neuseeland.

Fehlende Kita-Plätze als Bremsklotz

Neben dem Ehegattensplitting sind es vor allem strukturelle Probleme. Unionspolitiker Fritz Güntzler verweist auf den Mangel an Betreuungsplätzen: Rund 300.000 Kita-Plätze fehlen in Deutschland. Das erschwert Müttern die Rückkehr in den Job.

Familien unter Druck

Die Kosten steigen parallel. In Gemeinden wie Mönsheim wurden Kita-Gebühren drastisch erhöht – in mehreren Stufen bis September 2028. Das belastet die Haushalte zusätzlich.

Hinzu kommt die geplante Reform der Pflegeversicherung (PNOG). Ein Defizit von rund 7,5 Milliarden Euro für 2027 soll ausgeglichen werden. Unter anderem durch höhere Beiträge für Kinderlose und eine Einschränkung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehegatten ab 2028. Auch das trifft Familien.

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