Fresenius Medical Care: Dialysekonzern von Hackern angegriffen
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 13:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care aus Bad Homburg ist Opfer eines Hackerangriffs geworden, bei dem Unbefugte auf eine begrenzte Zahl interner Systeme zugriffen.
Konzern untersucht Cybersicherheitsvorfall
Fresenius Medical Care teilte mit, das Unternehmen untersuche derzeit einen Cybersicherheitsvorfall. Der Zugriff habe sich auf eine begrenzte Anzahl interner Systeme erstreckt.
Nach Unternehmensangaben hatte der Vorfall keine Auswirkungen auf Medizinprodukte, die Patientenversorgung, die Produktion oder den laufenden Geschäftsbetrieb.
Experten und Behörden eingeschaltet
Der Konzern habe umgehend Maßnahmen ergriffen, um die Situation einzudämmen und zu beheben. Zusätzlich seien führende Cybersicherheitsexperten hinzugezogen und die zuständigen Strafverfolgungsbehörden informiert worden.
Weitere Einzelheiten nannte Fresenius Medical Care zunächst nicht. Offen blieb damit auch, wie hoch ein möglicher Schaden ist und ob Daten abgegriffen wurden.
Viele deutsche Unternehmen betroffen
Cyberangriffe treffen deutsche Unternehmen regelmäßig. Im Sommer stahlen Unbekannte Daten von Kunden des Lidl-Onlineshops. Die Deutsche Bahn war im Februar von einem großangelegten Cyberangriff betroffen, der Folgen für Buchungs- und Auskunftssysteme hatte.
Nach einer Befragung des Digitalverbands Bitkom unter rund 1.000 Unternehmen waren 96 Prozent innerhalb eines Jahres von Diebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen oder vermuteten entsprechende Vorfälle. Der jährliche Gesamtschaden für die deutsche Wirtschaft liegt demnach bei mindestens 211 Milliarden Euro.
Cyberangriffe als Geschäftsrisiko
Der Angriff auf Fresenius Medical Care trifft einen Konzern, dessen Systeme für Verwaltung, Forschung, Produktion und internationale Geschäftsabläufe von zentraler Bedeutung sind. Nach Unternehmensangaben blieben Medizinprodukte, Patientenversorgung, Produktion und laufender Betrieb unberührt. Damit liegt der unmittelbare Schwerpunkt des Vorfalls zunächst auf internen Systemen.
Für die Bewertung eines solchen Angriffs ist entscheidend, ob Daten abgeflossen sind und ob sich der unbefugte Zugriff weiter ausbreiten konnte. Diese Fragen sind offen. Die Einschaltung externer Cybersicherheitsexperten und der Strafverfolgungsbehörden zeigt, dass der Konzern den Vorfall sowohl technisch als auch strafrechtlich untersucht.
Gesundheitsbranche besonders sensibel
Angriffe auf Unternehmen des Gesundheitswesens können über wirtschaftliche Schäden hinaus erhebliche Folgen haben, weil sie sensible Patienten- und Beschäftigtendaten betreffen können. Auch wenn die Versorgung in diesem Fall nach Unternehmensangaben nicht beeinträchtigt ist, bleibt der Schutz solcher Informationen ein zentraler Prüfpunkt.
Der Vorfall steht zugleich für die wachsende Belastung deutscher Unternehmen durch Datendiebstahl, Industriespionage und Sabotage. Die in der dpa-Meldung genannte Bitkom-Erhebung mit einem jährlichen Gesamtschaden von mindestens 211 Milliarden Euro verdeutlicht die Größenordnung. Für Patienten, Beschäftigte und Geschäftspartner wird nun vor allem relevant sein, ob FMC zu möglichen Datenabflüssen und zum Abschluss der Untersuchung weitere Angaben macht.
