Flächeninanspruchnahme, Hektar

Flächeninanspruchnahme: 6,5 Hektar pro Tag – Zielwert deutlich verfehlt

30.06.2026 - 19:46:40 | boerse-global.de

Bund, Länder und Gemeinden einigen sich auf neue Raumordnungsziele. Umweltschützer kritisieren fehlende rechtliche Verbindlichkeit.

Österreich-Deklaration: Bodenschutz und nachhaltige Raumplanung
Flächeninanspruchnahme - Nahaufnahme von fruchtbarem Boden mit einem zarten grünen Trieb, der daraus sprießt, im Hintergrund eine verschwommene Stadtlandschaft. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Raumordnungs-Landesräte haben gemeinsam mit Bund, Städten und Gemeinden die „Österreich-Deklaration: Boden schützen & Zukunft ermöglichen“ unterzeichnet. Das Papier soll die Flächeninanspruchnahme begrenzen und eine nachhaltige Raumplanung fördern.

Fokus auf Ortskerne und Nachverdichtung

Die Deklaration setzt auf mehrere Leitziele: Stärkung der Ortszentren, Aktivierung bestehender Baulandreserven und Nachverdichtung im verbauten Gebiet. Gleichzeitig soll leistbares Wohnen gesichert und die Zersiedelung eingedämmt werden. Die Österreichische Raumordnungskonferenz (ÖROK) übernimmt das Monitoring zur Überprüfung der Fortschritte.

Einige Bundesländer verwiesen auf bereits erzielte Erfolge. Im Burgenland sanken die Baulandreserven von 40 auf unter 30 Prozent – das entspricht rund 4,3 Quadratkilometern. Kärnten gab die eigene Versiegelungsquote mit 2,4 Prozent an und betonte die regionalen Unterschiede. Salzburg will künftig verstärkt auf Innenentwicklung setzen.

Kritik an fehlender Verbindlichkeit

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Umweltschutzorganisationen zeigen sich wenig beeindruckt. Der WWF kritisierte das Papier als unzureichend – es fehle an rechtlich verbindlichen Obergrenzen für den Bodenverbrauch. Die aktuelle Flächeninanspruchnahme liegt bei rund 6,5 Hektar pro Tag. Das politische Ziel von maximal 2,5 Hektar pro Tag wird damit deutlich verfehlt.

Die Zahlen der vergangenen Jahre zeigen die Dringlichkeit: Zwischen 2022 und 2025 nahm die Flächeninanspruchnahme um mehr als 70 Quadratkilometer zu. Naturschützer fordern einen klaren Reduktionspfad bis 2030.

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Forderungen nach Investitionen und strengeren Regeln

Der WWF plädierte für ein Investitionspaket von einer Milliarde Euro – gezielt für die Entsiegelung von Flächen. Ohne konkrete Instrumente und einen sanktionierbaren Reduktionspfad bleibe die Deklaration hinter den Erfordernissen des Bodenschutzes zurück, so die Kritik.

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