Fachkräftemangel: 9.500 BGM-Stellen in Berlin unbesetzt
20.06.2026 - 23:39:43 | boerse-global.de
Mitte Juni 2026 suchen Unternehmen händeringend nach Fachkräften für Arbeitssicherheit und betriebliches Gesundheitsmanagement. Industrie, öffentlicher Dienst und Gesundheitswesen kämpfen um Spezialisten, die regulatorische Vorgaben erfüllen und die Belegschaften gesund halten.
Unternehmen suchen händeringend Experten, um die komplexen gesetzlichen Auflagen im Arbeitsschutz zu erfüllen. Dieser kostenlose Report unterstützt Verantwortliche mit rechtssicheren Vorlagen und Checklisten dabei, Gefährdungsbeurteilungen effizient und behördenkonform zu erstellen. Gefährdungsbeurteilung: Jetzt kostenlose Vorlagen und Checklisten sichern
Strategische Personalplanung in München und Luzern
Das Medizintechnikunternehmen Arthrex sucht am Standort München seit dem 19. Juni einen Senior Experten für Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin. Zu den Aufgaben zählen die strategische Steuerung des Bereichs Environment, Health and Safety (EHS) sowie Risikoanalysen und der Aufbau neuer Strukturen.
In der Schweiz ist die NSBIV AG aus Luzern seit dem 18. Juni auf der Suche nach einem Spezialisten für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Der Fokus liegt auf der Beratung und dem Aufbau von Sicherheitssystemen nach den Richtlinien der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS).
Der Trend ist klar: Arbeitsschutz wird nicht mehr nur operativ betrieben, sondern als integraler Bestandteil der Unternehmensführung verstanden.
Berlin als Hotspot für BGM-Stellen
Besonders in Ballungszentren zeigt sich die hohe Dichte an Vakanzen. Für Berlin wurden zum Stand des 19. Juni fast 9.500 Stellenangebote im betrieblichen Gesundheitsmanagement registriert. Die meisten Positionen sind Festanstellungen in Vollzeit, rund 1.200 bieten Homeoffice-Möglichkeiten.
Auch in Luxemburg sind in den letzten Tagen vermehrt Stellen für HSE-Koordinatoren und Qualitätsingenieure ausgeschrieben worden.
Parallel zum Personalbedarf gewinnt die Digitalisierung im Arbeitsschutz an Fahrt. Aktuelle Erhebungen bei Hamburger Unternehmen zeigen: Durch die Verlagerung von Unterweisungen in digitale Lernmanagementsysteme lassen sich Zeit- und Kosteneinsparungen von bis zu 80 Prozent erzielen. Digitale Unterweisungsnachweise sind nach dem Arbeitsschutzgesetz zulässig – eine handschriftliche Unterschrift ist nicht zwingend nötig. Das Bürokratieentlastungsgesetz IV hat daran im Juni 2026 nichts geändert, eine Klarstellung wird derzeit in den parlamentarischen Gremien beraten.
Ob digital oder analog – die rechtssichere Dokumentation von Gefährdungsbeurteilungen bleibt eine zentrale Pflicht für jeden Arbeitgeber. Erfahren Sie in diesem Gratis-Leitfaden, wie Sie typische Fehler vermeiden und Dokumente erstellen, die vor Aufsichtsbehörden dauerhaft standhalten. Kostenlosen Report zur Gefährdungsbeurteilung herunterladen
Fachkräftemesse und strukturelle Einschnitte
Um dem Bedarf zu begegnen, setzen Kommunen auf gezielte Vermittlungsaktionen. In Nordenham fand am 19. Juni die Fachkräftemesse „Next Step“ mit 42 beteiligten Firmen statt. Die Agentur für Arbeit in Goslar plant für den 23. Juni eine Last-Minute-Aktion zur Vermittlung freier Ausbildungsplätze für den Sommer 2026.
Der Verband NiedersachsenMetall schlägt Alarm. Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt verwies Mitte Juni auf Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft: Die Zahl der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe erreichte 2025 mit 6,6 Millionen den tiefsten Stand seit zehn Jahren. Er fordert schnellere Genehmigungsverfahren und weniger Bürokratie, um die industrielle Substanz zu erhalten.
Großunternehmen wie Evonik kündigten derweil strukturelle Einschnitte an. Der Konzern plant, bis Ende 2029 weltweit weitere 3.200 Stellen abzubauen – mehr als 2.000 davon in Deutschland. Die Schließung eines Polyester-Werks in Witten ist für 2027 vorgesehen.
Gesundheitssektor unter Druck
Neue gesetzliche Rahmenbedingungen treiben Kooperationen im Krankenhaussektor voran. In Osnabrück vertiefen das Klinikum Osnabrück und die Niels-Stensen-Kliniken ihre Zusammenarbeit. Hintergrund ist das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, das ab 2027 zusätzliche finanzielle Belastungen erwarten lässt. Trotz der geplanten Holding-Struktur sollen die rund 7.300 Arbeitsplätze erhalten bleiben.
Auch die IT-Sicherheit im Gesundheitswesen rückt in den Fokus. Am 25. Juni ist im Bethanien Krankenhaus in Moers ein Fachforum geplant, das sich mit Risikomanagement und den Anforderungen durch das Krankenhauszukunftsgesetz sowie internationale Sicherheitsrichtlinien befasst.
Der öffentliche Dienst bleibt ebenfalls auf der Suche: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sucht in Weißwasser Personal für die Bewertung energetischer Sanierungen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude.
