EU-Verpackungsverordnung, Compliance-Anforderungen

EU-Verpackungsverordnung: Neue Compliance-Anforderungen ab 12. August

29.05.2026 - 11:48:30 | boerse-global.de

Neue Assistenzsysteme und Millionen-Investitionen in visuelle KI sollen die Sicherheit in Lagern und Fabriken deutlich erhöhen.

EU-Verpackungsverordnung: Neue Compliance-Anforderungen ab 12. August - Foto: über boerse-global.de
EU-Verpackungsverordnung: Neue Compliance-Anforderungen ab 12. August - Foto: über boerse-global.de

Die Industrie setzt zunehmend auf integrierte Sensortechnik und visuelle Künstliche Intelligenz, um Unfälle in der Intralogistik zu verhindern. Hersteller bringen fortschrittliche Überwachungssysteme auf den Markt, die Personal schützen und Fahrzeugbewegungen in automatisierten Umgebungen optimieren sollen.

Radar- und Kamerasysteme für den Rückraum

Der Mittelständler tbm hightech control GmbH hat ein neues Fahrerassistenzsystem speziell für die Rückraumüberwachung von Gabelstaplern vorgestellt. Das System RRW-207 nutzt 3D-Radartechnik, um Personen, Hindernisse und Bewegungen hinter dem Fahrzeug zu erkennen und Kollisionen zu verhindern. Nach Herstellerangaben erfüllt die Technologie den Performance Level c gemäß DIN EN ISO 13849-1. Besonders praktisch: Das System lässt sich nachrüsten und bietet so ein Sicherheitsupdate für ältere Fahrzeugflotten.

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Nur zwei Tage zuvor hatte Hyster ein neues Fußgängererkennungs-Dashboard angekündigt. Es kombiniert Daten aus dem Hyster-Reaction-Kamerasystem mit der Hyster-Tracker-Telemetrieplattform. Die Lösung erfasst Fußgänger in einem Bereich von bis zu fünf Metern mit einem Sichtfeld von 110 Grad. Fahrer erhalten akustische und visuelle Warnungen, während optionale Traktionswarnungen das Fahrzeug automatisch verlangsamen können. Clay Hendricks, Telemetrie-Manager bei Hyster, betont: Das System liefere tägliche Datenauswertungen pro Fahrzeug, mit denen sich Risikozonen identifizieren ließen.

Millionen-Investment in visuelle KI

Die Integration Künstlicher Intelligenz in die Lagersicherheit zieht beachtliche Investitionen an. Das Technologieunternehmen Slamcore gab eine Finanzierungsrunde über 13,5 Millionen Euro bekannt – das Gesamtkapital steigt damit auf rund 38,5 Millionen Euro. Zu den Investoren zählen ROKStar Ventures (Rockwell Automation) und Toyota Ventures. Das Geld fließt in den Ausbau visueller KI für Industrieflotten.

Slamcores Technologie nutzt Stereokameras und KI, um Fahrzeuge ohne GPS oder physische Baken zu verfolgen. Das System ist bereits in mehr als 30 Anlagen in Nordamerika und Europa im Einsatz. Die Notwendigkeit solcher Lösungen unterstreichen US-Arbeitsstatistiken: Demnach kommt es jährlich zu 35.000 bis 62.000 Gabelstaplerunfällen mit Verletzungen.

Neue Regeln für Sicherheitsbeauftragte

Neben der Hardware verändern auch digitale Dokumentation und neue Vorschriften das Sicherheitsmanagement. Die COSYS Ident GmbH hat aufgezeigt, wie wichtig die digitale Fotodokumentation für die Logistik-Compliance wird. Mobile Anwendungen erfassen Bilder von Ladungssicherung und Schadensmeldungen, die zentral verwaltet werden. Hintergrund ist die EU-Verpackungsverordnung (PPWR 2025/40), die ab dem 12. August 2026 gilt und höhere Anforderungen an die Prozessdokumentation stellt.

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Der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) berichtete zudem über eine Reform der Bestellungsregeln für Sicherheitsbeauftragte. Künftig greift die Pflicht zur Bestellung erst ab 50 Mitarbeitern, statt wie bisher ab 20. Das soll kleine und mittlere Unternehmen entlasten.

Stabilität und Zugangstechnik

Auch bei der Ausrüstung selbst tut sich etwas: JUNG Hebe- und Transporttechnik GmbH rüstet ab Juni 2026 seine JKB-Transportwagen mit einer neuen Verriegelungsfunktion aus. Die Richtungsarretierung verbessert die Stabilität unter Last, besonders auf unebenen Böden – und lässt sich auch im beladenen Zustand ein- und ausschalten.

Im Bereich industrieller Zugangstechnik bringt Krause seine STABILO-Tritte mit extra breiten Standflächen und Premium-D-Stufen auf den Markt. Serienmäßig sind sie mit wosatec-QR-Codes ausgestattet, die eine digitale Prüfung und Dokumentation ermöglichen.

Hochautomatisiertes Honigwabenlager in Österreich

Ein Beispiel für die Zukunft der Intralogistik: In Bürs, Österreich, entsteht ein vollautomatisches Honigwabenlager. Entwickelt von LTW Intralogistics für Getzner Werkstoffe, bewältigt das System Polyurethan-Matten von bis zu 31 Metern Länge und 13,5 Tonnen Gewicht. Die Anlage hält strenge Temperaturbedingungen ein – die Matten müssen innerhalb von 15 bis 30 Minuten nach der Produktion eingelagert werden. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Automation schwere und empfindliche Materialien handhabt, die in manuellen Prozessen erhebliche Sicherheitsrisiken darstellen würden.

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