EU-Sicherheitsregeln, Notbremsassistenten

EU-Sicherheitsregeln ab 7. Juli: Notbremsassistenten für Neuwagen Pflicht

16.06.2026 - 18:32:17 | boerse-global.de

DVR veröffentlicht aktualisierten Leitfaden, während KI-Systeme und EU-Vorschriften die Verkehrssicherheit erhöhen sollen.

Neue KI-Warnsysteme und EU-Regeln für mehr Sicherheit im Verkehr
EU-Sicherheitsregeln - Ein Bauarbeiter in Warnkleidung auf einer Autobahnbaustelle bei Dämmerung, beleuchtet von den Lichtern eines herannahenden Fahrzeugs. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) veröffentlichte gemeinsam mit Unfallkassen und Berufsgenossenschaften einen aktualisierten Unterweisungs-Leitfaden zur Verkehrssicherheit. Das Material greift typische Gefahrensituationen im Arbeitsalltag auf und soll die Eigenverantwortung der Beschäftigten stärken.

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Parallel dazu stehen interaktive Checklisten für öffentliche Einrichtungen bereit. Bund und Länder können damit den Status quo ihrer Sicherheitsmaßnahmen für Dienstwege und Pendelverkehr systematisch prüfen.

KI warnt vor herannahenden Fahrzeugen

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Schutz von Personal an Autobahnbaustellen. Die Autobahngesellschaft Asfinag und der ÖAMTC starteten gestern eine gemeinsame Sicherheitsoffensive. Hintergrund sind die Unfallzahlen des Jahres 2025: Auf Autobahnen und Schnellstraßen gab es 2.137 Unfälle mit Personenschaden, 45 davon tödlich. Allein bei der Asfinag kam es zu sechs Unfällen mit Personalbezug.

Um diese Zahlen zu senken, wird ein KI-basiertes Kollisionswarnsystem erprobt. Spezialkameras erfassen herannahende Fahrzeuge bereits aus 300 Metern Entfernung. Droht eine Kollision, warnt das System Autofahrer per Hupsignal – die Arbeiter am Fahrbahnrand erhalten eine Vibration auf einem tragbaren Empfänger. Fünf Kameras sind bereits im Einsatz, 21 weitere wurden angeschafft. Die Testphase läuft bis Jahresende.

Strengere EU-Vorgaben für Neuwagen ab Juli

Ab dem 7. Juli greifen verschärfte Sicherheitsregeln der Europäischen Union. Neuzugelassene Fahrzeuge der Klassen M1 und N1 müssen dann mit Notbremsassistenten ausgestattet sein, die auch Fußgänger und Radfahrer zuverlässig erkennen.

Notfall-Spurhalteassistenten werden auch für Fahrzeuge mit hydraulischer Lenkung zur Pflicht. Ein integrierter Konzentrationswarner soll Unaufmerksamkeit erkennen und rechtzeitig gegensteuern. Größere Knautschzonen an der Fahrzeugfront sollen zudem die Folgen von Kollisionen mildern.

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Durchbruch für autonomes Fahren?

Ein Meilenstein gelang im Bereich der Fahrzeugprüfung. Der TÜV erprobte gestern erstmals eine neue Prüfmethodik im Realbetrieb auf einer Fahrt durch Berlin. Das Forschungsfahrzeug EDGAR der Technischen Universität München bewältigte die Strecke vom Bundesverkehrsministerium zum Berliner Radialsystem unter Level-4-Bedingungen.

Die Prüfteams bestätigten die Praxistauglichkeit des Konzepts. Für eine dauerhafte Betriebsgenehmigung fordern sie jedoch noch eine Technische Aufsicht sowie standardisierte europäische Schnittstellen.

Bahn investiert in Instandhaltung

Die Deutsche Bahn setzt seit heute bundesweit 44 mobile Handwerkerteams ein. Sie sollen Schäden an Bahnhöfen wie Graffiti oder defekte Ausstattung schneller beheben. Dass Sicherheitsmängel an Gleisanlagen schwerwiegende Folgen haben können, zeigten Vorfälle am gestrigen Montag: In Dortmund löste eine Gruppe von 43 Personen durch unbefugtes Überqueren von Gleisen eine zeitweise Streckensperrung aus. Nahe Schönebeck führte ein durch einen Bagger verursachter Oberleitungsschaden zu einem Sachschaden von rund 75.000 Euro und massiven Verspätungen im Fernverkehr.

Prävention für den Nachwuchs

Neben technischen Lösungen bleiben klassische Kampagnen wichtig. In der Schweiz lancierte der TCS heute die nächste Etappe seiner Schulweg-Initiative. Lastwagen dienen als Werbeträger für sicheres Anhalten vor Kindern. Im Jahr 2025 wurden in der Schweiz 388 Kinder auf ihrem Schulweg verletzt.

Auch in Deutschland sind regionale Aktionen geplant. Der Tag der Verkehrssicherheit in Neuss am 20. Juni will mit Simulatoren und Reaktionstests die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer fördern.

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