EU-KI-Verordnung, Transparenzpflicht

EU-KI-Verordnung: Transparenzpflicht ab 2. August – bis zu 35 Mio. Euro Strafe

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 18:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Nur vier Prozent der Großfirmen nutzen KI vollständig in der Entgeltabrechnung. Hoher Kontrollaufwand und fehlende Strategien bremsen die Digitalisierung.

KI in der Personalabteilung: Deutsche Unternehmen hinken hinterher
Abstrakte Darstellung eines menschlichen Kopfes aus digitalen Linien, der mit einer Benutzeroberfläche für Personalverwaltung verschmilzt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine aktuelle Studie von IW Consult und SPS Germany zeigt: Nur vier Prozent der Großunternehmen mit mehr als 1.700 Mitarbeitern haben KI-Lösungen vollständig in ihre Entgeltabrechnung integriert.

Zwar setzen 28 Prozent der befragten Firmen KI im Bereich Payroll ein. Doch die meisten stecken noch in Pilotprojekten oder Testphasen. Der produktive Einsatz bleibt die Ausnahme.

Modernisierungsstau bremst den Fortschritt

Die Gründe für die zögerliche Einführung liegen auf der Hand. Rund 48 Prozent der Unternehmen sehen erheblichen Modernisierungsbedarf bei ihren bestehenden Systemen. 38 Prozent haben zudem keine klare Cloud-Strategie – eine Grundvoraussetzung für viele KI-Anwendungen.

Trotz dieser Hürden bleibt der Optimismus groß. 71 Prozent der Firmen erwarten positive Effekte durch die Digitalisierung. Besonders Verbesserungen bei der Compliance (45 Prozent) und Kosteneinsparungen (40 Prozent) stehen im Fokus.

Ein weiterer Treiber: der drohende Wissensabfluss. 51 Prozent der Unternehmen sehen in ausscheidenden Experten ein Risiko, das sie durch technische Lösungen abfedern wollen. Outsourcing erweist sich dabei als erfolgreiches Modell – 25 Prozent lagern Prozesse aus, 83 Prozent von ihnen berichten von deutlichen Verbesserungen.

Kontrollaufwand frisst Effizienzgewinne

Doch selbst wo KI zum Einsatz kommt, bremst die manuelle Kontrolle. Eine IDC-Studie im Auftrag von Sage zeigt: 29 Prozent der deutschen Finanzentscheider verbringen 15 bis 29 Stunden pro Woche mit der Prüfung von KI-Ergebnissen. 18 Prozent wenden sogar mehr als 30 Stunden auf.

Das Misstrauen sitzt tief. 68 Prozent der Befragten würden ein KI-Tool ablehnen, wenn dessen Ergebnisse nicht nachvollziehbar begründet werden – selbst bei einer Treffsicherheit von 99 Prozent. 43 Prozent würden eine KI-Empfehlung zurückweisen, wenn sie ihrem eigenen Urteil widerspricht.

Die Folge: Rund 28 Prozent der durch KI eingesparten Zeit fließt zurück in Erklärungen und Rechtfertigungen.

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EU-KI-Verordnung setzt Unternehmen unter Druck

Ab dem 2. August 2026 werden die ersten Transparenzpflichten der EU-KI-Verordnung wirksam. Unternehmen müssen dann klar deklarieren, wo KI-Systeme zum Einsatz kommen. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Für Hochrisiko-KI-Anwendungen gelten längere Übergangsfristen bis Ende 2027 oder August 2028. Doch Experten mahnen zur Eile. Bisher verfügen nur 18 Prozent der Unternehmen über eine klare Datengovernance, die den neuen Anforderungen gerecht wird.

Die Bundesnetzagentur übernimmt künftig eine zentrale Rolle als oberste KI-Aufsichtsbehörde – der Bundesrat stimmte der Benennung am 10. Juli zu.

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Langfristiger Trend zeigt nach oben

Trotz aller Hürden: Die KI-Nutzung in Deutschland steigt. Laut Daten des Verbands Eco hat sie sich seit 2024 auf 40 Prozent verdoppelt. Bis 2034 wird eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von bis zu 330 Milliarden Euro durch KI-Produktinnovationen prognostiziert.

In der Industrie gelten bereits 71 Prozent der KI-nutzenden Betriebe als Innovatoren.

Auch die Softwareanbieter rüsten sich für die Zukunft. Der HCM-Spezialist Paycom Software erweiterte am 8. Juli seinen Board of Directors von sechs auf acht Mitglieder. Neu berufen wurden Craig Boelte und William Kerber – zwei langjährige Führungskräfte des Unternehmens. Boelte begleitete als CFO über zwei Jahrzehnte das Umsatzwachstum, Kerber bringt als früherer CIO Expertise in Robotik und Systemarchitektur ein. Beide sollen die strategische Ausrichtung bei der Integration neuer Technologien vorantreiben.

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