EU-Entgelttransparenz: Ab sofort gelten neue Regeln für Arbeitgeber
16.06.2026 - 19:19:56 | boerse-global.de
116,1 Millionen Geschäftsreisen zählte der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) im Jahr 2025 – ein Plus von 8,3 Prozent zum Vorjahr. Gleichzeitig sanken die Durchschnittskosten pro Reise um 4,8 Prozent auf 418 Euro.
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Treiber dieser Entwicklung: Künstliche Intelligenz. Bereits 75 Prozent der Unternehmen setzen KI in der Reisekostenabrechnung ein. Das spart laut Experten jährlich rund 3,9 Milliarden Euro. Ganz ungetrübt ist der KI-Hype aber nicht. Eine Umfrage unter Travel Managern im April 2026 zeigt: 75,6 Prozent fürchten Fehlinformationen als größtes Risiko. Datenschutz und Compliance bereiten ebenfalls Sorgen.
Neue Regeln für E-Dienstwagen
Seit dem 1. Januar 2026 gelten verschärfte Vorgaben für Elektro-Dienstwagen. Wer privat Ladekosten steuerfrei erstattet bekommen will, braucht einen geeichten Zähler – etwa an der Wallbox. Pauschalregelungen sind Geschichte. Alternativ gilt für 2026 eine Strompreispauschale von 34 Cent pro Kilowattstunde.
Abhilfe verspricht eine neue Kooperation zwischen Tronity und CPM. Eine digitale Schnittstelle soll Fahrzeug- und Ladedaten automatisch in die Fuhrparkprozesse integrieren. Ziel: eine revisionssichere Abrechnung der Heimladekosten.
Der Referentenentwurf zum Jahressteuergesetz 2026 bringt weitere Änderungen. Ab 2027 soll die Frist für die Bestimmung der ersten Tätigkeitsstätte von 48 auf 24 Monate sinken. Auch der Bescheinigungskatalog bei Lohnsteuerbescheinigungen wird erweitert.
Workations: Flexibel, aber riskant
Flexibilität bleibt ein großes Thema. 53 Prozent der Unternehmen erlauben Bleisure-Reisen – die Kombination von Geschäfts- und Privatreisen. 56 Prozent tolerieren Workations. Doch Vorsicht: Ohne genaue Prüfung drohen Steuernachzahlungen, zusätzliche Sozialabgaben und die Gefahr, unbeabsichtigt Betriebsstätten im Ausland zu gründen.
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Internationale Compliance wird immer komplexer. Jedes Land hat seine eigenen Regeln: Mexiko verlangt XML-Pflicht, China arbeitet mit einem Tageszeitmodell, das Vereinigte Königreich mit einer 24-Monats-Regel. In den Niederlanden gilt seit Kurzem ein verpflichtendes CO2-Tracking für Unternehmen ab 100 Mitarbeitern.
EU-Entgelttransparenz: Deutschland säumig
Die Umsetzungsfrist der EU-Entgelttransparenz-Richtlinie endete am 7. Juni 2026. Da Deutschland kein nationales Gesetz verabschiedet hat, gilt die Richtlinie seit dem 8. Juni 2026 unmittelbar für öffentliche Arbeitgeber. Private Unternehmen müssen sich auf Anfang 2027 einstellen. Dann verbietet die Richtlinie unter anderem die Frage nach dem vorherigen Gehalt in Bewerbungsgesprächen.
