EU-CBAM, Indien

EU-CBAM: Indien subventioniert 90% der Compliance-Kosten

28.06.2026 - 05:26:14 | boerse-global.de

Indien übernimmt fast alle CBAM-Kosten für kleine Firmen. Der Stahlsektor fürchtet Exporteinbußen von bis zu 24 Prozent in die EU.

Indien subventioniert 90% der EU-Klimazoll-Kosten für KMU
EU-CBAM - Eine indische Industrieanlage mit Schornsteinen, die Dampf ausstoßen, symbolisiert die Herausforderungen der CO2-Bepreisung. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Bis zu 90 Prozent der Compliance-Kosten durch das CO2-Grenzausgleichssystem (CBAM) soll der Staat übernehmen. Seit dem 1. Januar 2026 sind die neuen EU-Vorschriften in Kraft.

Hohe Kosten für indische Exporteure

Für viele Betriebe wird der Zugang zum europäischen Markt zur Existenzfrage. Die jährlichen Kosten pro Unternehmen liegen Schätzungen zufolge zwischen 1,5 und 2 Millionen Rupien. Ohne staatliche Hilfe droht kleineren Exporteuren der Marktausschluss.

Die EU-Regeln sehen zudem eine Eskalation vor: Fehlen exakte Emissionsdaten, steigen die Aufschläge schrittweise. 2026 liegen sie bei 10 Prozent, 2027 bei 20 Prozent, ab 2028 bei 30 Prozent. Indische Produzenten müssen also schnell präzise Messsysteme aufbauen.

Stahlsektor besonders betroffen

Die Eisen- und Stahlindustrie steht vor den größten Problemen. Prognosen erwarten einen Rückgang der EU-Importe aus Indien um bis zu 24 Prozent. Global gerechnet sinken die indischen Stahlexporte um 5,7 Prozent. Zum Vergleich: China käme mit minus 1,2 Prozent deutlich glimpflicher davon.

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Indien übernimmt 90% der CBAM-Kosten für seine KMU – doch für DACH-Exporteure steigt der Druck. Fehlende Emissionsdaten führen zu steigenden Aufschlägen: 2026: 10%, 2027: 20%, ab 2028: 30%. Der kostenlose Compliance-Check zeigt Ihnen in 5 Schritten, wie Sie Ihre Lieferkette fit machen. Compliance-Check per E-Mail anfordern

Doch nicht nur die EU macht Druck. Auch Großbritannien plant ein eigenes Grenzausgleichssystem – bis 2027 soll es kommen. Für indische Exporteure wird der Markt in Europa zunehmend teurer.

Politische Flankierung

Die Subventionen sind nicht die einzige Reaktion Neu-Delhis. Bereits im Januar hatte Bundeskanzler Friedrich Merz bei einem Besuch in Mumbai ein Freihandelsabkommen zwischen EU und Indien vorangetrieben. Neben Rüstungsgeschäften ging es vor allem um Handelserleichterungen.

Doch die Klimaregulierung bremst nicht nur in Indien. Eine Umfrage des Genoverbands unter 277 Bankvorständen zeigt: Die Nachhaltigkeitsregeln erschweren Kreditvergabe und Investitionen. Fast die Hälfte der Firmenkunden fühlt sich von den Datenanforderungen überfordert. Deutsche Branchenvertreter fordern deshalb eine schlankere, marktorientiertere Umsetzung.

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Weltweiter Trend zu CO2-Märkten

Während Indien seine Betriebe stützt, gehen andere Schwellenländer eigene Wege. Vietnam eröffnet am 29. Juni 2026 eine nationale Emissionshandelsbörse. Zunächst sollen Pilotquoten für 110 Anlagen gehandelt werden. Die Entwicklung zeigt: Staatlich regulierte Kohlenstoffmärkte werden zum globalen Standard – und bestimmen zunehmend die internationalen Lieferketten.

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