EU-Batterieverordnung, Regeln

EU-Batterieverordnung: Neue Regeln für Smartphone-Akkus ab Februar 2027

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 10:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue EU-Verordnung nimmt Wearables von der Akku-Wechselpflicht aus. Smartphones müssen ab 2027 weiterhin leicht reparierbar sein.

EU-Kommission befreit Smartwatches von Pflicht zu wechselbaren Akkus
Eine Nahaufnahme einer modernen Smartwatch auf einem minimalistischen grauen Hintergrund, die ihr schlankes Design hervorhebt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein delegierter Rechtsakt vom 14. Juli 2026 schafft Ausnahmen von der EU-Batterieverordnung.

Befreiung für Kleinstgeräte

Ab dem 18. Februar 2027 greift Artikel 11 der Batterieverordnung. Eigentlich müssen dann alle tragbaren Geräte so konstruiert sein, dass Nutzer den Akku mit handelsüblichen Werkzeugen selbst tauschen können. Doch für mehrere Kategorien gibt es Ausnahmen.

Betroffen sind Smartwatches, Fitness-Tracker, Smart Glasses, in Kleidung integrierte Elektronik und drahtlose Ohrhörer. Die Kommission begründet die Ausnahme mit technischen Hürden: Miniaturisierung und Wasserdichtigkeit machen einen einfachen Batteriewechsel durch Laien unmöglich.

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Die Hersteller müssen aber weiterhin eine professionelle Reparatur ermöglichen. Der Akku-Tausch bleibt also möglich – nur nicht zwingend durch den Endnutzer.

Strenge Regeln für Smartphones

Anders sieht es bei Smartphones und Tablets aus: Sie müssen ab Februar 2027 so gebaut sein, dass sich der Akku mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendrehern entfernen lässt. Keine Spezialausrüstung, keine Lösungsmittel für Klebstoffe.

Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen. Smartphones können von der Pflicht befreit werden, wenn sie besonders robust und langlebig sind. Voraussetzung: eine IP67-Zertifizierung und überdurchschnittliche Akku-Stabilität. Konkret muss der Akku nach 1000 Ladezyklen noch mindestens 80 Prozent seiner Kapazität haben – oder 83 Prozent nach 500 Zyklen. In diesen Fällen reicht ein Austausch durch eine Fachwerkstatt.

Hardware-Entwicklung unter Druck

Die Industrie reagiert bereits auf die neuen Vorgaben. Das Fairphone 4 erzielt in aktuellen Tests Bestnoten – dank modularem Aufbau und werkzeuglosem Akkuwechsel. Andere Hersteller müssen nachbessern.

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Branchenbeobachter erwarten, dass Produkte wie der Apple Pencil für künftige Generationen ein Redesign brauchen. Auch bei Spielekonsolen zeichnen sich Änderungen ab: Die Nintendo Switch 2 setzt bei ihren Joy-Con-Controllern bereits auf Phillips-Schrauben, was den Zugang zum Akku erleichtert.

Parallel zur Hardware-Regulierung treiben Unternehmen die Software-Optimierung voran. Google stellte Wear OS 7 auf Basis von Android 17 vor – mit einer um bis zu zehn Prozent verbesserten Akkulaufzeit. Aktuelle Android-Betas beheben zudem Fehler beim kabellosen Teilen von Akkuladung.

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