EU-Arbeitsschutzwoche, Psyche

EU-Arbeitsschutzwoche: Vom 19. bis 24. Oktober steht Psyche im Fokus

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
EU-OSHA startet eine bis 2028 laufende Kampagne gegen psychische Belastungen und unterstützt Betriebe mit Materialien und Webinaren.
Ein heller, minimalistisch eingerichteter moderner Arbeitsplatz mit einem leeren Schreibtisch und einem ergonomischen Stuhl. Illustration mit AI erstellt.

Vom 19. bis zum 24. Oktober 2026 findet die Europäische Woche für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit statt. Die Aktionswoche stellt die Bedeutung des betrieblichen Arbeitsschutzes und die Verantwortung von Arbeitgebern für die Gesundheit ihrer Beschäftigten in den Vordergrund.

Den inhaltlichen Rahmen bildet der Auftakt der neuen Kampagne der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA), die unter dem Leitgedanken steht, psychische Gesundheit am Arbeitsplatz gemeinschaftlich zu fördern, und bis 2028 laufen soll.

Psychosoziale Risiken und hohe Belastungen in Betrieben

Nach Angaben der EU-OSHA ist fast die Hälfte aller Beschäftigten in der Europäischen Union bei der Arbeit dem Risiko psychischer Beschwerden ausgesetzt. Zahlen aus der europäischen Erhebung „Puls BHP“ verdeutlichen den Handlungsbedarf: Demnach klagen 37 Prozent der befragten Beschäftigten über chronische Erschöpfung. Weitere 29 Prozent berichten über arbeitsbedingte Belastungen durch Stress, Angstgefühle oder Symptome einer Depression.

Die Kampagne zielt darauf ab, Betriebe bei der Erkennung und Vermeidung psychosozialer Gefährdungen zu unterstützen. Hierfür stellt die Agentur kostenfreie Informationsmaterialien und Webinare bereit.

Das Vorhaben konzentriert sich auf fünf zentrale Handlungsfelder: die systematische Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen, Maßnahmen gegen Belästigung und Gewalt sowie die Untersuchung physischer Einflüsse wie Lärm oder Isolation auf die Psyche.

Anzeige

Um psychische Belastungen im Betrieb frühzeitig zu erkennen und rechtssicher zu dokumentieren, bietet dieser kostenlose Report spezialisierte Hilfsmittel für Verantwortliche im Arbeitsschutz. Sifa-Profis setzen auf diese Excel-Vorlage zur Gefährdungsbeurteilung

Darüber hinaus stehen gezielte Hilfen für Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen sowie strukturierte Konzepte für die Rückkehr an den Arbeitsplatz nach psychischen Erkrankungen im Fokus.

Regionale Initiativen in mehreren europäischen Ländern

Zum Auftakt der Woche organisieren Arbeitsschutzbehörden und Unfallversicherungsträger zahlreiche Fachveranstaltungen. In Polen wies unter anderem die Wojewodschafts-Sanitär-Epidemiologische Station Bia?ystok auf die Aktionswoche vom 19. bis 24. Oktober 2026 hin.

In Italien beteiligt sich das Unfallversicherungsinstitut INAIL mit breit angelegten Programmen in mehreren Regionen. Den Auftakt in der Lombardei bildet am 19. Oktober eine Veranstaltung im Mailänder Palazzo Lombardia, an der unter anderem INAIL-Generaldirektor Marcello Fiori, Gesundheitsminister Orazio Schillaci sowie Repräsentanten der Region, des Sozialversicherungsträgers INPS und der Sozialpartner mitwirken.

Am selben Tag findet in Pavia eine Fachtagung zu Berufskrankheiten statt. Im weiteren Wochenverlauf folgen unter anderem Veranstaltungen zu chemischen Risiken und Ergonomie am 20. Oktober in Crema sowie zu Hitzebelastungen im Baugewerbe am 23. Oktober in Vercelli.

Anzeige

Viele Unternehmen unterschätzen die gesetzlichen Anforderungen an eine wirksame Dokumentation von Arbeitsrisiken, was bei behördlichen Prüfungen zu Problemen führen kann. Dieser kostenlose Leitfaden liefert praxiserprobte Checklisten, die einer Überprüfung durch Aufsichtsbehörden standhalten. Rechtssichere Gefährdungsbeurteilung: Jetzt kostenlose Vorlagen sichern

Im Piemont begleitet die Initiative „Asti Sìcura“ vom 19. bis 23. Oktober das europäische Vorhaben. Partner wie die Provinz Asti, die lokale Gesundheitsbehörde ASL AT und die örtliche INAIL-Niederlassung bieten Fachseminare zu psychosozialen Risiken und betrieblicher Gesundheitsförderung an.

In der Region Venetien eröffnet Regionalassessor Gino Gerosa am 19. Oktober in Venedig eine Tagung zum Arbeitsschutz. Zur selben Aktionswoche hebt die ASST Spedali Civili Brescia die Relevanz von systematischer Prävention, der Nutzung von Schutzausrüstung und der konsequenten Gefahrenmeldung hervor.

Disclaimer...
de | wirtschaft | 70350615 |