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EU AI Act: Verbot von Nudifier-Apps ab Dezember 2026

16.06.2026 - 19:57:33 | boerse-global.de

Das EU-Parlament stimmt für strengere KI-Regeln. Ein Verbot sexualisierter Deepfakes tritt im Dezember 2026 in Kraft.

EU-Parlament verschärft KI-Gesetz: Deepfake-Verbot ab Dezember
Act - Eine stilisierte Darstellung eines leuchtenden Gehirns aus digitalen Datenströmen mit verschwommenen juristischen Symbolen im Hintergrund. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Abgeordneten stimmten mit 423 zu 57 Stimmen bei 174 Enthaltungen für die Verschärfung des EU AI Acts. Kern der Reform: Ein explizites Verbot von Anwendungen zur Erstellung sexualisierter Deepfakes.

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Verbot von Nudifier-Apps ab Dezember 2026

Besonders hart trifft die Regelung KI-gestützte „Nudifier“-Apps. Diese Systeme generieren nicht-einvernehmliche intime Bilder oder material, das sexuellen Missbrauch von Kindern darstellt. Das Verbot tritt planmäßig am 2. Dezember 2026 in Kraft.

Ausgenommen bleiben satirische Karikaturen. Auch nicht-einvernehmliche Bilder in Badebekleidung fallen nicht unter das spezifische Nudifier-Verbot. Die Durchsetzung übernimmt das EU-KI-Amt.

Die Strafen sind empfindlich: Bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes drohen bei Verstößen. Bundesjustizministerin Hubig schlug zudem vor, die Nutzung solcher Anwendungen in Deutschland mit bis zu zwei Jahren Haft zu bestrafen. Die formelle Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten gilt als Formsache.

Neue Fristen für Hochrisiko-KI

Das Paket enthält auch Anpassungen der Compliance-Zeitpläne. EU-Kommissions-Vizepräsident Dombrovskis bezifferte die Einsparungen durch Bürokratieabbau auf mindestens eine Milliarde Euro.

Für Hochrisiko-KI-Systeme gelten nun gestaffelte Fristen:
- Eigenständige KI-Anwendungen müssen die Anforderungen bis zum 2. Dezember 2027 erfüllen
- In Produkte eingebettete Systeme haben bis zum 2. August 2028 Zeit

Die Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte und Wasserzeichen startet am 2. Dezember 2026. Bereits ab dem 2. August 2026 gilt eine Kennzeichnungspflicht für Deepfakes und KI-Texte von öffentlichem Interesse.

Nationale Umsetzung läuft

Der Bundestag hat bereits ein nationales Umsetzungsgesetz verabschiedet. Die Bundesnetzagentur wird als zentrale Marktüberwachungsbehörde und Beschwerdestelle fungieren. Parallel veröffentlichte die EU-Kommission am 10. Juni einen freiwilligen Verhaltenskodex zur Transparenz – OpenAI sagte bereits am 11. Juni seine Unterstützung zu.

Auch international gewinnt das Thema an Fahrt. Der Schweizer Nationalrat nahm heute eine Motion an, die KI-Anbieter stärker in die Pflicht nehmen will. Paris bereitet zudem ein Treffen der G7-Datenschutzbehörden vom 23. bis 26. Juni vor.

Sorgen um Wettbewerbsfähigkeit

Trotz der regulatorischen Fortschritte wächst die Besorgnis in der Branche. Der KI Bundesverband forderte einen Souveränitätsgipfel zwischen Regierung und Wirtschaft. Hintergrund: Die US-Regierung untersagte dem Unternehmen Anthropic die Bereitstellung seines Spitzenmodells Claude für Nicht-US-Bürger. Der Verband mahnt eine dringende Prüfung technologischer Abhängigkeiten und neue Fördermöglichkeiten für europäische KI-Infrastrukturen an.

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