ESG-Regulierung, Hälfte

ESG-Regulierung: Knapp die Hälfte der Firmenkunden überfordert

01.07.2026 - 18:23:11 | boerse-global.de

Nachhaltigkeitsregulierung überfordert viele Firmen und belastet das Investitionsklima. Neue Standards und internationale Transparenzinitiativen gewinnen an Bedeutung.

ESG-Regulierung: Belastung für Firmen und neue Transparenz-Trends
ESG-Regulierung - Eine digitale ESG-Daten-Überlagerung mit Linien und leuchtenden Punkten auf einer verschwommenen modernen Bürogebäudefront. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine Umfrage des Genoverbandes unter 277 Bankvorständen zeigt: Die zunehmende Nachhaltigkeitsregulierung belastet das Investitionsklima.

Knapp die Hälfte der Firmenkunden fühlt sich mit der Erhebung von Nachhaltigkeitsdaten überfordert. Regulatorische Hürden werden zunehmend als Hemmschuh für die wirtschaftliche Dynamik wahrgenommen.

Baugewerbe fordert Bürokratieabbau

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), mahnte eine Reduzierung der Bürokratie an. Er forderte mehr marktwirtschaftliche Elemente und höhere Rechtssicherheit – besonders beim Einsatz von Recyclingmaterialien.

Zur Vereinfachung der Prozesse empfehlen Experten den VSME-Standard für kleine und mittlere Unternehmen.

Lücken bei der EU-Entwaldungsverordnung

Auch bei den ökologischen Sorgfaltspflichten zeigt sich ein gemischtes Bild. Das aktuelle Futtermittelradar 2026 der Deutschen Umwelthilfe (DUH) untersuchte die Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR).

15 von 23 antwortenden Unternehmen bewerten die Verordnung grundsätzlich positiv. Acht gaben an, die Vorgaben bereits weitgehend umgesetzt zu haben. Doch der Bericht identifiziert Defizite im Handel: Rewe und Lekkerland verfügen demnach über kein systematisches Verfahren zur Prüfung ihrer Lieferketten. Die DUH fordert eine konsequentere Durchsetzung der EU-Regeln.

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Globaler Trend zur digitalen Transparenz

International verschärft sich der Druck zur Offenlegung von Nachhaltigkeitsdaten ebenfalls. In Nigeria führt der Financial Reporting Council eine verpflichtende digitale ESG-Berichtsplattform ein – orientiert an den Standards des International Sustainability Standards Board (ISSB).

Ziel: Durch erhöhte Transparenz ausländisches Kapital anziehen und die Kapitalkosten senken. KI-gestützte Analysen und unabhängige Prüfungen sollen Greenwashing verhindern.

Ähnliche Entwicklungen gibt es in der maritimen Wirtschaft. ESG-Audits entwickeln sich dort von einer Compliance-Aufgabe zum strategischen Instrument. Getrieben durch EU-Richtlinien wie CSRD und CSDDD setzen Reedereien auf digitale Plattformen für Echtzeit-Tracking ihrer ESG-Daten. Neben ökologischen Aspekten rückt auch die Wohlfahrt von Seefahrern in den Fokus.

Stahlindustrie unter Druck

Die ökonomischen Folgen der ESG-Regulierung zeigen sich im Industriesektor. Neue EU-Schutzzölle auf Stahlimporte verschärfen die Bedingungen für internationale Handelsbeziehungen. Die zollfreien Einfuhrmengen sinken deutlich, die Strafzölle für Überschreitungen verdoppeln sich auf 50 Prozent. Betroffen sind vor allem Exporteure aus China, Indien und der Türkei.

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Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) schafft konkrete Prüfpflichten – acht von 23 Unternehmen haben sie bereits umgesetzt, andere wie Rewe haben noch Lücken. Sichern Sie sich eine systematische Prüfmethodik für Ihre Lieferkette. EUDR-Checkliste jetzt sichern

Gleichzeitig sind nachhaltig produzierte Güter am Markt schwer absetzbar. Grüner Stahl findet kaum Abnehmer – Produzenten wie Salzgitter verschieben den vollständigen Umstieg auf grüne Produktion nach hinten.

In anderen Bereichen schreitet die Kreislaufwirtschaft voran: Unternehmen wie Aduro Clean Technologies und AstroTurf treiben das Recycling von Kunstrasen voran, um Rohstoffe wie Polyethylen und Polypropylen zurückzugewinnen.

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