ESG-Lücke geschlossen: Neuer Governance-Index für Immobilien
17.06.2026 - 22:35:28 | boerse-global.de
Branchenverbände, Projektentwickler und Investoren treiben neue Standards voran – von Zertifikaten bis zur CO?-Bilanz.
Neuer Index misst Führungsqualität
Das ICG und REB haben den Governance & Leadership Index (GLI) entwickelt. Das Instrument soll Führungsqualität in der Immobilienwirtschaft erstmals vergleichbar machen. In einem Pilotprojekt sind Unternehmen wie Drees & Sommer, GSK Stockmann und Tattersall Lorenz beteiligt. Ziel ist ein Branchenmaßstab für Resilienz und Verlässlichkeit. Die Initiatoren schließen damit eine Lücke in der ESG-Berichterstattung, die sich bisher stark auf ökologische Aspekte konzentriert.
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Bestand erhalten statt neu bauen
Die Bayerische Hausbau Real Estate (BHRE) hat sich gegen einen Abriss des Münchner Arabellahauses entschieden. Durch die Revitalisierung bleiben rund 20.000 Tonnen CO?-Äquivalente an grauer Energie gebunden. Ein Neubau hätte diese Menge freigesetzt. Zwischen Frühjahr 2030 und Ende 2034 entstehen auf 16.500 Quadratmetern neuer Wohnraum. Geplant sind zudem eine öffentliche Dachterrasse und eine großangelegte Außenrolltreppe.
BREEAM-Zertifikat für Logistikzentrum
Rhenus Road Freight baut in Dortmund ein neues Umschlagzentrum. Das 11.000 Quadratmeter große Projekt soll 2027 fertig sein und eine BREEAM-Zertifizierung in der Kategorie „Excellent“ erhalten. Es ersetzt einen bestehenden Standort in Unna.
Parallel setzen Unternehmen auf Kooperationsmodelle für erneuerbare Energien. Kriton und Solation haben ein Modell für Photovoltaikanlagen auf Büroimmobilien vorgestellt. In Frankfurt deckt eine Anlage mit knapp 100 kWp etwa ein Viertel des Mieterstrombedars. Ein Partner übernimmt Finanzierung und Betrieb, der Eigentümer stellt nur die Flächen.
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Gesetzesnovelle sorgt für Diskussionen
Ein Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums zur Novellierung des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG) sieht höhere Schwellenwerte vor. Die Pflicht für Energiemanagementsysteme steigt von 7,5 GWh auf 23,6 GWh. Die Meldepflicht für Abwärme soll künftig freiwillig sein. Branchenverbände wie die DENEFF mahnen Nachbesserungen an.
Die EU-Kommission fordert derweil Reformen für den schleppenden Wohnungsbau. Kritisiert werden komplexe Genehmigungsverfahren und regulatorische Hürden. Der Nationale Normenkontrollrat spricht sich für einfachere Baustandards aus. Das könnte Kosten um bis zu zehn Prozent senken. Zuletzt lag die Zahl der fertiggestellten Wohnungen bei gut 200.000 im Jahr 2025.
