ESG-Compliance, Nachhaltigkeitsberichte

ESG-Compliance: Deutsche Nachhaltigkeitsberichte 9% dicker als EU-Standard

26.06.2026 - 08:46:41 | boerse-global.de

Porsche SE sieht sich auf der HV Kritik an Vergütung und Rüstungsinvestitionen ausgesetzt, während MLP harmonisch abstimmt.

Hauptversammlungen 2026: Porsche SE unter Druck, MLP mit Erfolg
ESG-Compliance - Ein Konferenztisch mit einem Hammer und Dokumenten, der die Corporate Governance und Aufsichtsratstätigkeit symbolisiert. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während Aktionäre bei einigen Konzernen strategische Neuausrichtungen absegnen, hagelt es bei anderen deutliche Kritik an Governance und Vergütung.

Porsche SE: Kritik trotz Gewinn

Auf der Hauptversammlung der Porsche SE am 25. Juni stand die Diversifikationsstrategie im Fokus. Vorstandschef Hans Dieter Pötsch kündigte an, die Investitionsplattform weiter auszubauen – mit Schwerpunkt auf Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien. Das Beteiligungsportfolio erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr 193 Millionen Euro Gewinn, getrieben vor allem durch die Firma Quantum Systems.

Der Dachverband Kritische Aktionäre meldete sich kritisch zu Wort. Die Kritikpunkte: Pötschs Doppelmandat als Aufsichtsratschef der Volkswagen AG, fehlende ethische Leitlinien bei einer 100-Millionen-Euro-Investition in einen Verteidigungsfonds und die Vergütung des Ex-Vorstands Lutz Meschke. Dieser könnte bis 2030 ohne operative Tätigkeit bis zu 5,6 Millionen Euro kassieren.

MLP: Harmonie in Wiesloch

Ganz anders lief die Hauptversammlung der MLP SE am selben Tag. Die Aktionäre stimmten allen Tagesordnungspunkten mit deutlichen Mehrheiten zu. Dazu gehörten eine Dividende von 36 Cent je Aktie und die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Nahezu einstimmig erweiterten die Anteilseigner den Unternehmensgegenstand um den Bereich Praxismanagement.

Personalien: Bahn und Thüga

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn bestätigte Michael Obrowski als künftigen Finanzvorstand. Der langjährige VW-Manager soll sein Amt im September antreten.

Auch bei der Thüga Holding gibt es einen Wechsel: Der Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König übernimmt den Vorsitz des Aufsichtsrats. Stellvertreter werden Udo Glatthaar und Kerstin Grass.

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Mercedes: Streit um Arbeitszeit

Bei der Mercedes-Gruppe zeichnet sich ein Konflikt ab. Aufsichtsratschef Martin Brudermüller fordert die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich – zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Der Betriebsratsvorsitzende Ergun Lümali lehnt das entschieden ab.

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Transparenz: Berichte werden dicker

Ein Whitepaper von Kirchhoff Consult zeigt: Die Nachhaltigkeitsberichte nach CSRD umfassen im Durchschnitt 134 Seiten. Deutsche Unternehmen liegen damit neun Prozent über dem europäischen Schnitt.

Branchenexperten von fea und Computershare warnen zudem vor wachsendem Einfluss aktivistischer Investoren und zunehmenden Unterschieden in der ESG-Regulierung zwischen den USA und Europa. Die Folge: Unternehmen müssen den Dialog mit dem Kapitalmarkt intensivieren.

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