Ergo²-Programm, Post

Ergo²-Programm: Deutsche Post integriert Prävention in Arbeitsalltag

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Deutsche Post integriert mit „Ergo²“ präventive Übungen in den Arbeitsalltag ihrer Paketzusteller in Düsseldorf, um Muskel-Skelett-Erkrankungen zu reduzieren.

Deutsche Post startet Ergo²-Programm: Ergonomie-Training für Paketzusteller in Düsseldorf
Ein Logistikmitarbeiter in Arbeitskleidung führt beim Entladen von Paketen eine ergonomische Übung aus. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die körperliche Belastung in der Paketlogistik bleibt eine zentrale Herausforderung für das betriebliche Gesundheitsmanagement. Mit der Ausrollung des Programms „Ergo²“ am Standort Düsseldorf setzt die Deutsche Post ein Konzept um, das ergonomische Bewegungsabläufe direkt in den Arbeitsalltag der Zustellung integriert.

Die Initiative basiert auf Erkenntnissen aus einer mehrjährigen Pilotphase und zielt darauf ab, Muskel-Skelett-Erkrankungen sowie Arbeitsunfälle nachhaltig zu reduzieren.

Implementierung und methodischer Ansatz am Standort Düsseldorf

Im August 2026 startete die Deutsche Post die Gesundheitsinitiative am Stützpunkt im Kieshecker Weg in Düsseldorf. Dort werden täglich etwa 10.000 Pakete umgeschlagen, was eine hohe physische Anforderung an die Belegschaft stellt. Das Programm umfasst ein fünfwöchiges Coaching für rund 100 Mitarbeitende, das unter der Leitung des Sportwissenschaftlers Hanjo Fritzsche durchgeführt wird.

Der methodische Kern von „Ergo²“ liegt in der Verbindung von notwendigen Arbeitsgriffen mit präventiven Übungen. Anstatt zusätzliche Trainingseinheiten außerhalb der Arbeitszeit zu fordern, werden die Bewegungen während der Kernprozesse modifiziert.

So sieht das Konzept beispielsweise vor, beim Entladen von Sendungen gezielt den Ausfallschritt zu nutzen, um die Rückenbelastung zu minimieren. Während des Scan-Vorgangs werden die Mitarbeitenden dazu angehalten, kurzzeitig einbeinig zu balancieren, um die stabilisierende Muskulatur und den Gleichgewichtssinn zu stärken.

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Erkenntnisse aus der Pilotphase und Auszeichnungen

Die Entscheidung für die breitere Anwendung des Programms in Düsseldorf folgte auf eine zweijährige Pilotphase am Standort Bonn. In diesem Zeitraum untersuchte das Unternehmen die Auswirkungen der ergonomischen Anpassungen auf die Gesundheit der Beschäftigten.

Laut vorliegenden Daten führte das Training in Bonn zu einer messbaren Reduktion von Muskel-Skelett-Erkrankungen. Zudem verzeichnete der Standort einen Rückgang bei Stolperunfällen, was auf die verbesserte Koordination und Körperbeherrschung der Teilnehmenden zurückgeführt wird.

Die Wirksamkeit des Konzepts fand bereits vor der aktuellen Ausweitung Anerkennung in Fachkreisen. Im Jahr 2025 erhielt das Programm „Ergo“ den Sonderpreis „Ergonomics“ im Rahmen des Corporate Health Awards. Diese Auszeichnung unterstreicht die Relevanz von praxisnahen Lösungen in Branchen mit hoher physischer Arbeitsintensität.

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Strategischer Kontext und operative Anforderungen

Die Einführung von „Ergo²“ ist Teil einer umfassenderen Strategie der DHL Group, die Arbeitsbedingungen in der Paketlogistik zu verbessern. Niederlassungsleiter Ingo Kutsch berichtete in diesem Zusammenhang von einer positiven Resonanz der Belegschaft auf das neue Programm. Die Akzeptanz solcher Maßnahmen gilt als entscheidender Faktor für den Erfolg betrieblicher Prävention.

Parallel zu den individuellen Gesundheitsmaßnahmen adressiert die DHL Group auch strukturelle Rahmenbedingungen. So fordert der Konzern eine gesetzliche Gewichtsbegrenzung von 23 kg für Paketsendungen, um die mechanische Einwirkung auf die Zusteller zu limitieren. Dies verdeutlicht, dass die ergonomische Schulung der Mitarbeitenden lediglich eine Säule in einem Gefüge aus operativen Vorschriften und technischer Unterstützung darstellt.

Die Kombination aus individueller Verhaltensprävention, wie sie in Düsseldorf praktiziert wird, und der Forderung nach verhältnispräventiven Belastungsgrenzen markiert die aktuelle Ausrichtung des Konzerns im Bereich des Arbeitsschutzes.

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