Entwaldungsverordnung: EU entschärft Regeln für Leder und Autositzen
Veröffentlicht am: 13.07.2026 um 22:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehrere Produktgruppen fallen künftig nicht mehr unter die strengen Nachweispflichten.
Betroffen sind unter anderem Rinderhäute, Felle und Leder. Auch runderneuerte Reifen, Soja-Saatgut und Kraftfahrzeugsitze müssen nicht mehr die aufwendigen Dokumentationsanforderungen erfüllen. Die Änderung erfolgte per delegiertem Rechtsakt.
Strengere Regeln für andere Produkte
Gleichzeitig weitete die Kommission den Katalog der betroffenen Waren aus. Neu aufgenommen wurden löslicher Kaffee, bestimmte Palmöl-Produkte und gefrorene Rinderzungen. Die Verordnung soll sicherstellen, dass Rohstoffe für den EU-Markt nicht auf Flächen produziert wurden, die nach 2020 entwaldet oder geschädigt wurden.
Die Unternehmen müssen sich auf gestaffelte Fristen einstellen. Für große und mittelständische Betreiber wird die Verordnung ab dem 30. Dezember 2026 verbindlich. Kleine Unternehmen haben bis zum 30. Juni 2027 Zeit. Für die neu aufgenommenen Produkte greifen die Regeln erst ab dem 30. Dezember 2027.
Umweltverbände kritisieren Ausnahmen
Die Streichung von Leder und Autositzen stieß bei Umweltorganisationen auf scharfe Kritik. WWF und Deutsche Umwelthilfe bezeichneten die Ausnahmen als wissenschaftlich nicht haltbar.
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Die Lockerungen kommen nicht überraschend. Die EU-Kommission plant weitere regulatorische Erleichterungen für die Wirtschaft. Für den 17. Juli wird ein Reformplan für das Emissionshandelssystem erwartet. Dieser soll unter anderem verlängerte Reduktionszeiträume über 2039 hinaus vorsehen. Zusätzliche kostenlose CO?-Quoten im Volumen von rund sechs Milliarden Euro sind im Gespräch – vorausgesetzt, die Unternehmen investieren in ihre Dekarbonisierung.
Entlastung für Landwirte
Die EU-Agrarminister einigten sich am Montag auf Hilfen für Landwirte. Steigende Düngemittelkosten sollen durch höhere Vorauszahlungen und Zuschüsse abgefedert werden. Diese können bis zu 80 Prozent der Mehrkosten decken. Die Zölle auf wichtige Stickstoffdünger bleiben zudem bis Mai 2027 ausgesetzt. Das verschafft der Branche Einsparungen von rund 60 Millionen Euro.
Naturbasierte Lösungen gegen Waldbrände
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Parallel setzt die EU verstärkt auf natürliche Brandbekämpfung. Nach dem Rekord-Waldbrandjahr 2025 kommen vermehrt große Pflanzenfresser zum Einsatz. In Projekten in Spanien, Irland, Portugal und Deutschland sollen Taurus-Rinder und Wildpferde brennbares Material reduzieren.
Landwirtschaftsverbände zeigen sich skeptisch. Sie befürchten Flächenverluste durch die Rewilding-Maßnahmen. Experten bemängeln zudem fehlende Langzeitdaten zum Erfolg der Ansätze.
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