Energieeffizienzgesetz, Kabinett

Energieeffizienzgesetz: Kabinett lockert Standards, spart 3 Mrd. Euro

25.06.2026 - 10:07:01 | boerse-global.de

DEMIRE erweitert ESG-Datenerfassung und senkt Emissionsintensität um 2,6 Prozent. Der Bericht folgt EPRA-Standards und wurde extern geprüft.

DEMIRE Nachhaltigkeitsbericht: ESG-Datenausweitung und Emissionssenkung
Energieeffizienzgesetz - Ein modernes Bürogebäude mit grünen Fassaden und Solarpaneelen, umgeben von digitalen Datenvisualisierungen. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Unternehmen weitet die Erfassung seiner ESG-Daten deutlich aus und senkt die Emissionsintensität um 2,6 Prozent.

Breitere Datenerfassung und konkrete Maßnahmen

DEMIRE erfasst inzwischen Umwelt-, Sozial- und Governance-Daten (ESG) für fast den gesamten Immobilienbestand. Im Geschäftsjahr 2025 sank die Emissionsintensität in den Bereichen Scope 1 und Scope 2 um 2,6 Prozent – bezogen auf die vermietbare Fläche.

Das Unternehmen schloss zudem Ökostromverträge für den gesamten Allgemeinstromverbrauch ab. Geplant ist auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos. Der Bericht folgt den Standards der European Public Real Estate Association (EPRA sBPR) und wurde extern geprüft.

Solarprojekt im Logistikpark Meerane

Auch andere Branchenakteure treiben große Energieprojekte voran. Deka Immobilien und ENVIRIA installieren im Logistikpark Meerane ein integriertes Solar-Ökosystem. Auf 122.000 Quadratmetern Dachfläche entstehen ab dem dritten Quartal 2026 rund 26.300 Photovoltaik-Module.

Die Anlage soll jährlich über 12,2 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren und rund 5.000 Tonnen CO2 einsparen. Ein Batteriespeicher mit 25 Megawattstunden Kapazität ergänzt das System.

Kabinett lockert Energieeffizienzgesetz

Parallel zu diesen Brancheninitiativen geht die Bundespolitik einen anderen Weg. Das Bundeskabinett verabschiedete am 24. Juni 2026 eine Reform des Energieeffizienzgesetzes, die bestehende Standards lockert.

Nationale Einsparziele werden zu Mindeststandards herabgestuft. Für Rechenzentren verlängern sich die Übergangsfristen für Effizienzvorgaben und die Nutzung erneuerbarer Energien um mehrere Jahre. Die Abwärmepflicht gilt künftig nur noch, wenn ein Wärmenetzanschluss existiert.

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Wirtschaftsministerin Reiche spricht von einer Entlastung der Wirtschaft um über drei Milliarden Euro. Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft kritisiert dagegen verschenkte Einsparpotenziale.

Forschung sieht Deutschland nicht auf Kurs

Eine aktuelle Studie des Fraunhofer ISE zur Fachmesse Intersolar stellt fest: Deutschland ist beim Ziel der Klimaneutralität bis 2045 politisch nicht auf Kurs – obwohl die technische Machbarkeit gegeben sei. Der künftige Strombedarf werde durch die nötige Elektrifizierung massiv steigen.

Regulierung bremst Kreditvergabe

Die komplexe Nachhaltigkeitsberichterstattung wird für viele Unternehmen zur Hürde. Eine Umfrage des Genoverbands unter 277 Bankvorständen zeigt: Die Nachhaltigkeitsregulierung bremst zunehmend die Kreditvergabe. Fast die Hälfte der Firmenkunden sei mit den geforderten ESG-Daten überfordert.

Felix Pakleppa vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe fordert weniger Bürokratie und mehr Rechtssicherheit – etwa beim Einsatz von Recyclingmaterialien.

Technische Fortschritte bei Baumaterialien

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Trotz regulatorischer Hürden schreitet die technische Entwicklung voran. In einem Pilotprojekt entstanden über 10.000 mit Graphen verstärkte Dachziegel. Die optimierte Zementmischung soll eine CO2-Reduktion von bis zu 14 Prozent ermöglichen.

Auch beim schwedischen Wohnbauprojekt Takryttaren in Uppsala setzt man auf emissionsarmen Beton. Durch Schlacke-Beimischung und reduzierten Zementanteil erreicht das Material besonders niedrige Klimabelastungswerte.

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