Importpreise, Energiepreise

Importpreise steigen im August um 8,3 Prozent

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 08:09 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Energie und Vorleistungsgüter verteuerten sich im August besonders stark. Auch die Exportpreise erreichten ihren höchsten Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit mehreren Jahren.

Importpreise im August deutlich gestiegen
Container (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die deutschen Importpreise sind im August 2026 so stark gestiegen wie seit Dezember 2022 nicht mehr. Sie lagen 8,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und verteuerten sich gegenüber Juli um 1,0 Prozent.

Energie treibt die Einfuhrpreise

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hatten Energiepreise den größten Einfluss auf die Entwicklung. Energie wurde im Jahresvergleich 43,0 Prozent teurer, Vorleistungsgüter verteuerten sich um 11,0 Prozent.

Besonders kräftig stiegen die Preise für importierten Strom mit 63,9 Prozent, Mineralölerzeugnisse mit 63,3 Prozent, Erdgas mit 41,9 Prozent und Erdöl mit 32,0 Prozent. Gegenüber Juli zogen die Strompreise um 20,2 Prozent, die Erdgaspreise um 9,8 Prozent und die Preise für Mineralölerzeugnisse um 7,0 Prozent an.

Kupfer und elektronische Bauteile deutlich teurer

Bei den Vorleistungsgütern verteuerten sich Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug gegenüber August 2025 um 29,1 Prozent. Für Kupfer und Halbzeug daraus mussten 38,1 Prozent mehr bezahlt werden, für Kunststoffe in Primärformen 17,2 Prozent und für elektronische Bauelemente 16,1 Prozent.

Ohne Energiepreise lagen die Importpreise 5,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Importierte Investitionsgüter verteuerten sich um 3,7 Prozent, während landwirtschaftliche Güter 2,4 Prozent günstiger waren.

Exportpreise steigen ebenfalls

Die Exportpreise lagen im August 4,7 Prozent über dem Vorjahresmonat und damit so hoch wie seit Februar 2023 nicht mehr. Gegenüber Juli stiegen sie um 0,4 Prozent.

Vorleistungsgüter verteuerten sich im Export um 7,0 Prozent, Investitionsgüter um 2,5 Prozent. Energieexporte kosteten 44,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor; bei exportiertem Kerosin betrug der Anstieg 78,6 Prozent. Konsumgüter wurden 0,6 Prozent teurer ausgeführt, landwirtschaftliche Güter 0,6 Prozent.

Der Anstieg der Importpreise markiert eine deutliche Verstärkung des externen Kostendrucks auf die deutsche Wirtschaft. Besonders relevant ist, dass Energie im Jahresvergleich um 43,0 Prozent teurer wurde und damit den Gesamtindex stark nach oben zog. Elektrischer Strom, Mineralölerzeugnisse, Erdgas und Erdöl verteuerten sich ebenfalls deutlich.

Für Unternehmen wirken höhere Einfuhrpreise zunächst über Energie, Transport und Vorprodukte. Die Preissteigerungen bei Kupfer, Aluminium, Kunststoffen und elektronischen Bauelementen erhöhen zudem die Kosten in Industrie und Bauwirtschaft. Ob und in welchem Umfang Unternehmen diese Belastungen weitergeben, hängt von Verträgen, Wettbewerb und der Nachfrage ab.

Auswirkungen auf Verbraucher und Wirtschaft

Die Entwicklung bedeutet nicht automatisch eine gleich hohe Verbraucherpreisinflation. Dafür spricht, dass importierte Konsumgüter im August im Durchschnitt 0,5 Prozent günstiger waren und Nahrungsmittel 7,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. Energiepreise können sich jedoch mit Verzögerung auf Haushalte, Dienstleistungen und Produktionskosten auswirken.

Auch die Exportpreise stiegen, allerdings weniger stark als die Importpreise. Das kann die nominalen Exporterlöse stützen, verbessert die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Anbieter aber nicht zwingend, wenn gleichzeitig Vorleistungen und Energie deutlich teurer werden. Entscheidend für die weitere Entwicklung bleiben die Energiepreise und die Dauer der Belastungen durch den Krieg im Nahen Osten.

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