EM Stocks Review: Osteuropa – Russland weiter im Kaufrausch
Veröffentlicht: 28.09.2006 um 18:26 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)
An den osteuropäischen Börsen gab es heute wieder einen Gewinner: Der russische Aktienindex kennt seit Wochenbeginn nur eine Richtung. In Polen ging es heute wieder leicht nach oben, während in Ungarn die Börse nach anfänglichen Zugewinnen ins Minus schwenkte. Der tschechische Aktienmarkt blieb heute wegen eines Feiertages geschlossen.
Der russische RTS Index legte heute um weitere 2,62 % auf 1.558,85 Punkte zu. Die Einzelwerte konnten auf breiter Front zugewinnen. Bei der Gazprom ging es um 4,83 % auf 10,85 USD nach oben, die LukOil konnte um 2,57 % auf 76,65 USD zulegen, und der staatliche Ölförderer Rosneft um 2,83 % auf 8,00 USD. Beim Minenbetreiber Norilsk Nickel ging es um 3,27 % auf 123 USD nach oben, der Stromerzeuger UES legte um 0,74 % auf 0,7445 USD zu. Bei der Severstal kam es zu einem Plus von 1,29 % auf 11,75 USD.
Die Aktie des Ölunternehmens Tatneft legte um 3,57 % auf 4,35 USD zu, der Gasförderer Novatek um satte 11,87% auf 5,09 USD. Auch die Sberbank konnte wieder zulegen, dort ging es um 2,82 % auf 2190 USD nach oben. Bei der Mobile Telesystems gab es ein Plus von 1,45 % auf 7,00 USD, die Rostelecom wurde nicht gehandelt. Auch bei der Yukos ist offenbar das letzte Wort noch nicht gesprochen, die Aktie legte im heutigen Handel um 9,62 % auf 0,57 USD zu.
Nach unten ging es heute beim Titanproduzenten WSMPO-Avisma, dieser verlor 0,40 % auf 250 USD.
Weiterhin belastet der Streit um das Sachalin-2 Projekt die japanisch-russischen Beziehungen. Ein Sprecher des zuständigen Ministeriums sagte, dass der Bau der Pipeline unter den gegebenen Umständen nicht fortgesetzt werden dürfe. So seien Wälder und Flüsse ganz erheblich beschädigt worden. Fraglich ist weiter, ob Russland weiter aus Gründen des Naturschutzes handelt, oder ob das Land wirtschaftliche Interessen verfolgt.
Im Kommen ist derzeit auch wieder die russische Atomtechnik. Nicht nur, dass das Land Uran an der Iran liefern wird, in den nächsten zwei Jahren will die Rosatom Verträge für den Bau von zehn bis fünfzehn Kernreaktoren unterzeichnen. Die ist interessant, da auch auf diesem Sektor für die nächsten Monate IPOs geplant sind.
In Polen konnte der WIG20 Index heute wieder zulegen. Es ging um 0,87 % auf 2.949,13 Punkte nach oben. Wie wir schon gestern anmerkten, gibt es in der polnischen Regierung Bestrebungen, mit zweifelhaften Methoden eine regierungsfähige Mehrheit zu errichten. Ein aufgetauchtes Video zeigt einen Vertreter der Regierungspartei und eine Politikerin der Bauernpartei, die bereits wegen Wahlbetrug verurteilt ist. Die Bevölkerung reagierte gelassen, es wurden in der Opposition aber Rufe nach Neuwahlen laut, vor allem vor dem Hintergrund, das Premier Kaczinsky angetreten ist, die Korruption in Polen zu beenden. Vorwürfe, seine Partei habe falsch gehandelt, wies er kategorisch zurück, solch ein Vorgehen, so Kaczinsky, sei absolut normal.
Die Aktien ließen sich davon heute wenig beeindrucken, der Blick ging ins Ausland und dort konnte gestern der Dow Jones Index zulegen, ebenso der deutsche DAX.
Die Agora Mediengruppe verzeichnete ein Plus von 0,83 % auf 30,35 Zloty, die KGHM konnte bedingt durch die steigenden Kupfernotierungen um 3,50 % auf 103,50 Zloty zulegen, das Ölunternehmen Lotos stieg um 1,43 % auf 46 Zloty und die PKN Orlen um 1,14 % auf 48,75 Zloty. Der Softwareprogrammierer Prokom gab hingegen um 0,90 % auf 131,80 Zloty nach, die TPSA verbilligte sich um 0,20 % auf 20,16 Zloty.
Der ungarische BUX Index konnte heute nicht zulegen die Stimmung kippte schon kurz nach der Eröffnung, als der Index um 1 % im Plus stand. Zum Handelsschluss jedoch notiere der BUX mit einem Minus von 0,99 % bei 21.970 Punkten. Das Handelsvolumen war mit 16,2 Mrd. Forint gering.
Zulegen konnte heute der Softwarehersteller Graphisoft, es ging um 0,5% auf 1.474 Forint nach oben, die BorsodChem blieb mit 2.910 Forint nahezu unverändert.
Die MOL gab heute um 0,7 % auf 19.850 Forint nach, die OTP Bank verbilligte sich um 0,7 % auf 6.840 Forint. Die Magyar Telekom rutschte um 0,9 % auf 880 Forint und der Pharmaproduzent Richter Gedeon verbilligte sich um ganze 2,4 % auf 44.995 Forint.
Der ungarische Premier Gyurcsany hat sich gestern für seine Aussage auf dem Tonband, das in der vergangenen Woche zu heftigen, teils gewalttätigen Protesten geführt hatte, entschuldigt.
Claudius Strehlau
P.S. Lesen Sie weitere aktuelle Nachrichten www.EMFIS.com
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
de | wirtschaft | 8859282 |
