EM Stocks Review: Asien
Veröffentlicht: 11.09.2006 um 13:20 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)
An den asiatischen Aktienmärkten ging es heute erneut überwiegend bergab. Die Hauptschuld dafür trugen die Rohstoffnotierungen, die derzeit massiv in den Keller gehen. So rutschte der Oktober-Rohölfuture am Morgen unter das Niveau von 66 Dollar pro Barrel auf den niedrigsten Stand seit April dieses Jahres. Zeitgleich fiel der Goldkontrakt unter 600 Dollar je Unze.
Hauptgrund für diese Entwicklung sind weiterhin Befürchtungen über ein Nachlassen der zuletzt robusten weltwirtschaftlichen Dynamik. So wird für die Wirtschaftslokomotive USA mit einer spürbaren Abkühlung gerechnet. Gleichzeitig haben verschiedene Beobachter davor gewarnt, dass angesichts der jüngsten Preisdaten die FED den Leitzins dennoch weiter anheben könnte. Demgegenüber boomt die Wirtschaft in China zwar fortgesetzt, aber auch dort tut die Regierung alles dafür, um das rapide Wachstum abzubremsen und eine „sanfte Landung“ vorzubereiten.
Daneben waren es freilich nicht nur Rohstoffaktien, die heute in den Keller gingen. Auch die Export- und Technologiewerte sowie sämtliche zyklischen Branchen wurden von den verhaltenen Konjunktur-Prognosen in Mitleidenschaft gezogen. Daneben hatten auch noch die Maschinenbau-Auftragseingänge in Japan enttäuscht. Das dortige BIP-Wachstum hatte im abgelaufenen Quartal preisbereinigt ebenfalls nur bei 0,2 Prozent gelegen. Manche Marktteilnehmer hatten gehofft, dass diese Zahl heute nach oben korrigiert werden würde.
Der japanische Nikkei 225 verlor dementsprechend 1,78 Prozent auf 15.794 Punkte und ging damit besonders stark in die Knie. Aufgrund der enttäuschenden volkswirtschaftlichen Daten wurden sämtliche zyklischen Bereiche sowie jene Aktien gemieden, die von einer Erholung der Binnenwirtschaft besonders profitieren könnten. So verlor etwa der Einzelhändler Aeon 2,25 Prozent auf 2825 Yen; die Titel von Fast Retailing gingen nach einem Downgrade der UBS um 3,9 Prozent nach unten auf 10.450 Yen. Die Papiere des Ölförderers Inpex fielen um 3,4 Prozent auf 950.000 Yen.
In Südkorea rutschte der Kospi um 1,5 Prozent nach unten auf 1334 Punkte und musste damit den größten Abschlag seit acht Wochen hinnehmen. Dabei gaben die Papiere des Öl-Raffinerie-Konzerns SK Corp. 1,98 Prozent ab, Korea Zinc verbilligten sich sogar um 4,5 Prozent. Samsung Electronics fielen um 2,16 Prozent; Hyundai Motor gaben 1,83 Prozent ab. Gegen den Trend verbesserten sich die Titel des Versorgers Kepco, die vom gefallenen Ölpreis profitierten, um 0,4 Prozent.
Der Markt in Taiwan konnte sich hingegen sehr gut behaupten; der TAIEX stieg um immerhin 0,01 Prozent auf 6693 Zähler. Zuvor hatten sich gerade die Technologiewerte wieder gut erholt. In der zweiten Handelshälfte wurden diese aber von der Entwicklung an den übrigen asiatischen Börsen mit nach unten gepresst. So verloren Taiwan Semiconductor nach anfänglichen Aufschlägen 0,71 Prozent. Hon Hai Precision stiegen dagegen nach positiven August-Umsätzen um 0,25 Prozent. Powerchip Semiconductor kletterten um 2,06 Prozent nach oben. Pressemeldungen zufolge soll Elpida Memory ein gemeinsames Werk mit dem Chipkonzern planen.
In Hongkong verlor der Hang Seng Index 1,15 Prozent auf 16.948 Punkte. Lenovo Group rutschten um weitere 2,16 Prozent ab, nachdem der PC-Riese Preissenkungen angekündigt hatte. Die Titel des Ölkonzerns CNOOC verbilligten sich um 2,46 Prozent. Auch bei den Immobilien- und Exportwerten wurden Verkäufe vorgenommen. So gaben Hang Lung Properties 2,42 Prozent und Cheung Kong 1,63 Prozent ab; Esprit verloren 2,15 Prozent und Li & Fung 2,44 Prozent.
Gerhard Heinrich
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