EM Stocks Review: Asien - Thailand wird weiter gemieden
Veröffentlicht: 22.09.2006 um 13:21 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)
Die volkswirtschaftlichen Daten aus den USA haben den Anlegern in Asien heute die Kauflust verdorben. In den Vereinigten Staaten war gestern gemeldet worden, dass der Philly FED Index im August binnen eines Monats von 18,5 auf minus 0,4 eingebrochen ist. Die dortigen Analysten hatten lediglich mit einer moderaten Verringerung auf 14 gerechnet. Zugleich ging auch der Index der US-Frühindikatoren um 0,2 Prozent nach unten.
Der Philly FED Index erfasst die wirtschaftliche Aktivität des Großraums Philadelphia. Er gilt als wichtiger Vorbote für die allgemeine Wirtschaftsentwicklung in den USA, die erst später bekannt gegeben wird. Ein Wert unterhalb von Null steht gewissermaßen für eine Rezessionstendenz. Der Rückgang war zudem der stärkste, der sich bei dem vielbeachteten Barometer seit Januar 2001 ergeben hatte.
Diese Entwicklung ging heute naturgemäß zu Lasten der asiatischen Exporttitel. Die Zweifel hinsichtlich der künftigen Aufnahmefähigkeit des US-Absatzmarktes wurden dadurch abermals angefacht. Angesichts dessen scheint sich derzeit auch der Trend zu einem Rückgang des US-Dollars wieder zu verstärken. Dies macht es den großen Exportunternehmen zusätzlich schwer, auf den Auslandsmärkten hohe Gewinne zu erwirtschaften.
Der japanische Nikkei 225 ging vor diesem Hintergrund um 1,3 Prozent nach unten auf 15.634 Punkte. Die moderaten Zugewinne des vorangegangenen Handelstags wurden dadurch in fast allen Fällen zunichte gemacht. Canon verloren 2,81 Prozent, Toyota Motor 1,1 Prozent und Toshiba 2,05 Prozent. Dagegen konnten sich Yahoo Japan um 4 Prozent verbessern, nachdem Lehman Brothers die Titel auf „equal-weight“ aufgestuft hatten.
Auch in Taiwan schlugen sich die schwachen US-Daten nieder, was vor allem den IT- und Technologiesektor belastete. Hier gaben die Titel der Chipschmieden Taiwan Semiconductor und United Microelectronics jeweils 1,32 und 0,54 Prozent ab; Acer verbilligten sich sogar um 2,48 Prozent. Dagegen schien sich der Finanzsektor zunehmend zu stabilisieren. So verbesserten sich Hua Nan Financial um 0,47 Prozent; Cathay Financial schlossen unverändert bei 65,20 NT$. Insgesamt gab der TAIEX-Index vergleichbar moderate 0,06 Prozent auf 6885 Punkte ab.
Auch der koreanische Kospi kam mit einem Abschlag von 0,03 Prozent auf 1366 Punkte relativ glimpflich davon. Dabei hatte die Regierung zuvor gemeldet, dass der dortige Konsumklimaindex im zweiten Quartal von 101 auf 96 Stellen zurückgegangen ist. Er lag damit erstmals seit 2004 unterhalb von 100 Punkten. Zwar wurden auch hier die Exportgrößen relativ unbarmherzig abgestoßen. Dies brachte etwa Hyundai Motor einen Abschlag von 2,65 Prozent ein; Samsung Electronics verloren 1,65 Prozent. Dagegen waren verschiedene Binnen-Titel wieder gefragt. So legten SK Telecom angesichts vorteilhafter neuer Vorgaben der Regulierungsbehörden um 2,03 Prozent zu. Die Papiere des Versorgers Kepco stiegen dank des höheren Won um 0,27 Prozent.
In Hongkong gab der Hang Seng Index 0,1 Prozent auf 17.600 Zähler ab. Dabei wurden vor allem im Immobiliensektor Gewinne mitgenommen. Daneben schlitterten Esprit Holdings um 3 Prozent nach unten, nachdem der ausscheidende Chairman offenbar Papiere für 752 Millionen US-Dollar auf den Markt geworfen hat. Massives Interesse zogen hingegen die Titel der China Merchants Bank auf sich, die ihr Börsendebüt mit einem Aufschlag von 25 Prozent beendeten. Dies brachte auch den übrigen Finanzsektor teilweise nach oben. Hier legten etwa China Life um 3,8 Prozent zu.
In Thailand blieben die Anleger zwei Tage nach dem Militärputsch weiter vorsichtig. Insbesondere die überseeischen Investoren bliesen fortgesetzt zum Rückzug. Der SET wies vor diesem Hintergrund am späten Nachmittag um 1,85 Prozent nach unten auf 679 Stellen. Dabei verloren die Titel der ehemals von der Familie des Ex-Premiers kontrollierten Shin Corp weitere 6 Prozent; Shin Satellite schlitterten um 18 Prozent abwärts.
Gerhard Heinrich
P.S. Lesen Sie weitere aktuelle Nachrichten zu den Emerging Markets auf www.emfis.com
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
de | wirtschaft | 8780617 |
