EM Stocks Review: Asien - Öl und Nordkorea sorgen für Abschl
Veröffentlicht: 04.10.2006 um 13:14 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)
Die asiatischen Aktienmärkte konnten an die guten Vorgaben aus den USA heute kaum anknüpfen. Während die US-Anleger den fortgesetzten Preisverfall beim Öl noch als Entlastungsfaktor ansahen, interpretierte man das Geschehen in Asien in erster Linie als Warnsignal. Freilich waren es dabei gerade die Papiere großer Öl- und Rohstoffkonzerne, die die Märkte besonders unter Druck geraten ließen.
Daneben wurde auch das kommunistische Nordkorea wieder einmal zu einer Belastung ersten Grades. Das Land hatte angekündigt, in absehbarer Zukunft einen ersten Atombombentest durchführen zu wollen. Dieser Schritt, so Nordkorea, sei nötig geworden, da die USA ihrerseits immer unverhohlener einen Atomschlag androhen würden. Die Regierungen in Japan, Südkorea und China haben umgehend mit Protestnoten geantwortet und das Land dazu aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Der japanische Nikkei 225 gab daraufhin nach einem anfänglich positiven Start 0,98 Prozent auf 16.082 Punkte ab. Im Energie- und Rohstoffsektor verloren Nippon Oil 2,9 Prozent und Mitsubishi Corp. 5,5 Prozent. Die Titel von Sony gaben wegen anhaltender Probleme mit Rückrufen von Laptop-Akkus weitere 3,3 Prozent ab. Bridgestone konnten sich dagegen nach einem erfreulichen Ausblick des Konkurrenten Sumitomo Rubber Industries um 3,1 Prozent verbessern; Nintendo zogen nach einer angehobenen Gewinnprognose um 3,4 Prozent an.
In Südkorea verlor der Kospi angesichts des Säbelrasselns aus dem Nachbarland 1,62 Prozent auf 1352 Zähler. Dies entsprach dort dem größten Rückgang seit Mitte Juli dieses Jahres. Dabei kam der Markt in seiner vollen Breite unter Druck. Samsung Electronics verloren 2,56 Prozent; LG.Philips LCD gaben im Vorfeld der für Morgen erwarteten Quartalszahlen weitere 1,88 Prozent ab. Dagegen konnten sich Korean Air angesichts der deutlich gefallenen Ölpreise um 1,8 Prozent verbessern. Die Titel des Schiffbauers Hyundai Heavy Industries gewannen nach erfolgreichen Verhandlungen mit japanischen Stahl-Zulieferern 0,37 Prozent hinzu.
In Hongkong konnte sich der Hang Seng Index entgegen diesem Trend um 0,13 Prozent auf 17.629 Zähler verbessern. Auch hier lasteten die Schwergewichte aus dem Ölsektor wie Senkblei auf dem Markt. So verbilligten sich PetroChina um 2,52 Prozent und CNOOC um 3,55 Prozent. Aufgewogen wurde dies aber von Zukäufen bei China Mobile, die schlussendlich um 1,88 Prozent stiegen und dabei zwischenzeitlich ein neues Rekordhoch erreicht hatten. Die Papiere von Shui On Land, die heute ihr Börsendebüt feierten, sprangen um 10,28 Prozent nach oben. PCCW stagnierten bei 4,75 HK$, nachdem das Unternehmen eine Übernahmeofferte für den Netzwerkbereich des Wettbewerbers Sunday abgegeben hat.
In Indien waren heute vor allem die Titel von Automobilkonzernen gefragt, nachdem diese beim September-Umsatz allesamt deutliche Zuwächse verzeichnen konnten. Der Sensex Index gab dagegen 0,7 Prozent auf 12.336 Stellen ab. Tata Motors verbesserten sich um 0,9 Prozent; Bajaj Auto legten um weitere 1,1 Prozent zu. VisualSoft Technologies zogen um 8,15 Prozent an. Das Softwareunternehmen hatte mitgeteilt, mit dem größeren Konkurrenten Megasoft zusammengehen zu wollen. Dagegen gaben etwa Ranbaxy Laboratories 2,59 Prozent ab.
Gerhard Heinrich
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