EM Stocks Review: Asien - Asiatische Titel auf Quartalssicht
Veröffentlicht: 29.09.2006 um 14:06 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)
Die asiatischen Aktienmärkte tendierten heute seitwärts bis aufwärts. Insbesondere der Markt in Japan vollzog damit die Entwicklung der Wallstreet nach, wo der Dow Jones Index gestern im Handelsverlauf ein neues Allzeit-Hoch markiert hatte.
Gleichzeitig waren aus Japan volkwirtschaftliche Daten gekommen, die überwiegend positiv aufgefasst werden konnten. So war die Industrieproduktion im August gegenüber Vormonat um 1,9 Prozent gestiegen, nachdem sich im Juli ein leichter Rückgang ergeben hatte. Die Arbeitslosenquote stagnierte bei niedrigen 4,1 Prozent; die Verbraucherpreise hatten sich um 0,3 Prozent verteuert. Lediglich bei den Ausgaben der privaten Haushalte hatte sich ein signifikanter Rückgang ergeben.
Zugleich hat die chinesische Notenbank für das Jahr 2006 ein Wirtschaftswachstum von 10,5 Prozent prognostiziert. Gegenüber dem Vorjahr, als Chinas Bruttoinlandsprodukt um 10,2 Prpozent gestiegen war, würde dies sogar noch einem Zuwachs entsprechen. Die Inflation wiederum, so die Zentralbank, werde sich von 1,8 auf 1,5 Prozent verringern.
Vor allem letzteres Idealszenario konnte die Marktteilnehmer wieder beflügeln. Zuletzt wurde neben den USA immer wieder auch China als Risikofaktor für das globale Wachstum angesehen. Die Prognose der Bank of China verlieh deshalb selbstredend vor allem zyklischen Sektoren einen neuen Schub. Titel aus dem Technologie- und Rohstoffsektor waren erneut gefragt.
Unterm Strich konnte sich der Morgan Stanley Capital International Asia-Pacific Index bis zum Mittag um 0,2 Prozent verbessern. Er schloss damit das dritte Quartal mit einem Zuwachs von 1,3 Prozent ab. Im zweiten Quartal hatte er noch einen Abschlag von 3,1 Prozent hinnehmen müssen. Der MSCI Asia-Pacific Material Index, der einen Querschnitt über asiatische Rohstofftitel darstellt, gab hingegen im dritten Quartal 3,7 Prozent ab.
In Japan stieg der Nikkei 225 um 0,64 Prozent auf 16.127 Zählern und ging damit auf seinem Tageshoch aus dem Handel. Fujitsu legten um 1,7 Prozent und NEC um 1,5 Prozent zu. Dagegen verloren Sony wegen neuer Meldungen über Rückrufaktionen für Notebook-Akkus 0,8 Prozent. Softbank zogen nach einer Strategie-Konferenz für das japanische Mobilfunkgeschäft um 7,2 Prozent an.
In Hongkong entwickelte sich der Hang Seng Index anfänglich schwach. Hier hatte vor allem ein negativer Kommentar der Citigroup belastet. In der zweiten Handelshälfte fand allerdings eine Erholung statt, die den Leitindex 0,07 Prozent im Plus bei 17.534 Punkten enden ließ. Gewinnmitnahmen machten unter anderem den Titeln des Textilriesen Li & Fung zu schaffen, die 1,43 Prozent abgegeben. Esprit Holdings konnten sich dagegen um weitere 0,92 Prozent verbessern. Die Papiere von China BlueChemical sprangen bei ihrem Börsendebüt um 18,9 Prozent über ihren Emissionskurs.
In Taiwan lasteten weiterhin Bedenken auf der Marktentwicklung, dass die China-kritischen Äußerungen von Präsident Chen zu Spannungen mit dem übermächtigen Nachbarn führen könnten. Der Taiex gab 0,03 Prozent auf 6883 Punkte ab. BenQ sprangen dagegen um 7 Prozent nach oben, nachdem der Konzern bekannt gegeben hatte, seine deutsche Mobilfunksparte zu schließen. Chunghwa Telecom legten um 2,23 Prozent zu, nachdem die Regierung den Verkauf von 505 Millionen Aktien abgeschlossen hat.
Auch in Korea entwickelte sich der Markt leicht nach unten; der Kospi gab marginale 0,02 Prozent auf 1371 Punkte ab. Während sich der Technologiesektor aufwärts entwickeln konnte, wurde der Markt von den großen Bautiteln nach unten gezogen. Die Marktteilnehmer befürchten derzeit, dass die Regierung die Konzerne künftig dazu zwingen könnte, bei Bauprojekten ihre Kosten voll offen zu legen. Unter den Einzelwerten stachen LG.Philips LCD mit einem Anstieg um 2,8 Prozent positiv hervor. Die Aktie profitierte von der Kaufempfehlung eines lokalen Brokerhauses.
Gerhard Heinrich
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