Elterntaxis: Kommunen verschärfen Kontrollen vor Schulbeginn
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 10:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kurz vor dem neuen Schuljahr verschärfen Behörden ihre Maßnahmen gegen das Chaos vor Schulen. Im Fokus: die sogenannten Elterntaxis, die regelmäßig für gefährliche Situationen sorgen. Kommunen setzen auf Kontrollen, Infrastruktur und Aufklärung.
Jedes dritte Kind fährt mit dem Auto
Die Zahlen sind alarmierend: Rund 38 Prozent der Kinder werden mit dem Auto zur Schule gebracht. Das zeigt ein Monitor zum Fußverkehr aus dem Jahr 2024. Die Folgen spüren vor allem die Jüngsten – etwa 13 Prozent der Unfälle von Kindern zwischen sechs und 14 Jahren passieren zwischen 7 und 8 Uhr morgens.
Polizeibehörden in der Rheinpfalz und Westpfalz warnen seit Wochen vor den Risiken. Kinder nehmen Verkehr anders wahr als Erwachsene, ihr Sichtfeld ist eingeschränkt. Halten Elterntaxis in zweiter Reihe oder blockieren Gehwege, wird es für die Kleinen noch gefährlicher. Im Kanton St. Gallen registrierte man 2025 insgesamt 30 Unfälle auf Schulwegen.
Kontrollen und Tempo-30 an allen Schulwegen
Vielerorts laufen die Maßnahmen bereits. In Bitburg kontrolliert die Polizei seit dem 6. August verstärkt Schulwege – neben Geschwindigkeit auch Kindersicherung und Parkverhalten. In Eisenach gab es nach Beschwerden aus der Innenstadt Anfang August gezielte Verkehrskontrollen.
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Velbert setzte schon im Juli auf eine Kombination aus Appellen und Kontrolldruck. Der Ordnungsdienst überprüfte das Verkehrsgeschehen an neun Schulen. In Buchholz wurden zum 6. August Tempo-30-Schilder an allen Schulwegen installiert. Teilweise überwachen Blitzer die Einhaltung – programmiert auf die Schulzeiten.
„Zu Fuß zur Schule“: Aktionswoche im September
Verkehrsexperten setzen vor allem auf Eigenständigkeit. Das Bündnis „Zu Fuß zur Schule“ fordert mehr Schulstraßen, die zeitweise für Autos gesperrt werden. Vom 21. September bis 2. Oktober sind bundesweite Aktionstage geplant.
Der ADAC Hessen-Thüringen rät Eltern, den Schulweg vorab mehrfach zu üben. Nicht der kürzeste, sondern der sicherste Weg zählt. Helle Kleidung und Reflektoren erhöhen die Sichtbarkeit. Und: Kinder sollten erst ab neun bis zehn Jahren mit dem Rad am Straßenverkehr teilnehmen.
Fast 40 Prozent der Kinder werden mit dem Auto zur Schule gebracht – das erhöht das Unfallrisiko für alle. Erfahren Sie, wie Sie mit einfachen Übungen und der richtigen Vorbereitung die Selbstständigkeit Ihres Kindes fördern und den Schulweg sicherer machen. Sicheren Schulweg jetzt planen
Schulstart in den Bundesländern
In Rheinland-Pfalz sowie den Kantonen Bern und Solothurn beginnt der Unterricht am 10. August. Allein in Bern werden über 10.000 Schulanfänger erwartet. Die Kantonspolizei Solothurn startet die Kampagne „Luege, Brämse, Halte“. Thüringen folgt am 17. August – dort verweist der ADAC auf Elternhaltestellen. Diese Zonen im weiteren Umfeld der Schulen sollen ein sicheres Absetzen ermöglichen, ohne den Verkehr vor den Schulen zu blockieren.
