Einzelhandel-Streik: 5,2 Millionen Beschäftigte am 4. und 5. Juni
04.06.2026 - 17:09:46 | boerse-global.de
Rund 5,2 Millionen Beschäftigte sind betroffen: Die Gewerkschaft Verdi hat ihre Arbeitskampfmaßnahmen im Einzelhandel, Großhandel und Außenhandel massiv ausgeweitet. Am 4. und 5. Juni 2026 kommt es bundesweit zu Warnstreiks.
Die Aktionen folgen auf eine erste Streikwelle Mitte Mai und verschärfen den seit Wochen schwelenden Tarifkonflikt. Verdi wirft den Arbeitgebern vor, die Beschäftigten systematisch zu gering zu entlohnen.
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Kundgebungen in mehreren Städten
Am Donnerstag versammelten sich rund 200 Beschäftigte zu einer Kundgebung in Kiel. Für Freitag sind weitere Demonstrationen in Erfurt, Berlin, Bochum und Saarbrücken geplant. Die Gewerkschaft spricht von einer „fehlenden Wertschätzung“ für die Branche.
Verdi-Vorstandsmitglied Silke Zimmer stellte klar: „Die Beschäftigten im Einzelhandel dürfen nicht länger die Lohndrücker der Nation sein.“ Sie fordert deutliche Gehaltsanpassungen. Verhandlungsführer Bert Stach bezeichnete die aktuellen Arbeitgeberangebote als „verheerend“.
Die zentralen Streitpunkte
Die Kluft zwischen den Forderungen der Gewerkschaft und den Angeboten der Arbeitgeber ist groß:
- Verdi fordert: 7 Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens 225 Euro mehr pro Monat – bei einer Laufzeit von nur 12 Monaten.
- Groß- und Außenhandel (Angebot): 3,4 Prozent Erhöhung bei 24 Monaten Laufzeit.
- Einzelhandel (Angebot): Sechs Monate Nullrunde, dann 2 Prozent im November 2026 und weitere 1,5 Prozent im August 2027 – ebenfalls bei 24 Monaten Laufzeit.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) signalisierte kaum Spielraum für weitere Zugeständnisse. Trotz der Streiks rechnet der Verband nicht mit spürbaren Auswirkungen für die Kunden.
Eskalation nach erster Streikwelle
Bereits am 15. Mai 2026 hatte Verdi die Arbeit niedergelegt – damals mit über 5.000 Teilnehmern. Betroffen waren rund 200 Betriebe, darunter große Ketten wie Edeka, REWE und Kaufland.
Mit der Ausweitung auf alle Bundesländer will die Gewerkschaft den Druck vor den nächsten regionalen Verhandlungsrunden erhöhen. Besonders sichtbar dürften die Auswirkungen in großen Verteilzentren und wichtigen Filialen sein.
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