Restaurantpreise: NGG sieht kaum Wirkung der Mehrwertsteuersenkung
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 10:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die gesenkte Mehrwertsteuer auf Restaurantessen ist nach einer Studie der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten bei den Gästen kaum angekommen.
Studie sieht kaum Preisrückgänge
Nach Angaben der NGG seien die Preise im Durchschnitt sogar leicht gestiegen. Das Beratungsunternehmen wmp consult habe im Auftrag der Gewerkschaft 180.000 Gerichte in mehr als 12.000 Restaurants ausgewertet.
Viele Preise blieben unverändert
Die Erhebung habe gezeigt, dass neun von zehn untersuchten Gerichten preislich stabil geblieben seien. Bei rund acht Prozent seien die Preise gestiegen, bei etwa einem Prozent gesunken.
Gewerkschaft kritisiert Wirkung der Steuerentlastung
Die NGG verweist darauf, dass die Bundesregierung mit der Absenkung auch eine Entlastung der Gäste erreichen wollte. Aus Sicht der Gewerkschaft sei dieses Ziel nicht erreicht worden.
Einordnung der NGG-Studie
Die Untersuchung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten ordnet die seit Jahresbeginn geltende Senkung der Mehrwertsteuer auf Restaurantessen in eine grundsätzliche Debatte ein: Wer profitiert tatsächlich von steuerlichen Entlastungen in der Gastronomie? Nach Darstellung der NGG seien die Preise für Gäste kaum gesunken, obwohl der Steuersatz von 19 auf 7 Prozent reduziert worden sei.
Preisdruck bleibt ein zentrales Thema
Für die Branche ist das Ergebnis auch deshalb relevant, weil Restaurants seit Jahren unter hohen Kosten für Energie, Lebensmittel, Mieten und Personal stehen. Viele Betriebe nutzen Steuersenkungen daher nicht zwingend für niedrigere Kartenpreise, sondern zum Ausgleich eigener Belastungen. Das macht die Maßnahme aus Verbrauchersicht politisch schwer vermittelbar, zugleich zeigt es die begrenzte Steuerungswirkung indirekter Entlastungen.
Folgen für Beschäftigte und Politik
Die NGG verbindet die Preisfrage mit der Lage der Beschäftigten. Wenn Einsparungen vor allem in den Betrieben verbleiben, rücken aus gewerkschaftlicher Sicht Löhne, Dienstpläne und Arbeitsbedingungen in den Mittelpunkt. Für die Bundesregierung wird damit die Frage wichtiger, ob die gewünschte Entlastung der Gäste mit der wirtschaftlichen Realität der Gastronomie überhaupt deckungsgleich ist. Für Verbraucher bleibt vor allem die Erwartung gebremst, dass Steuererleichterungen automatisch am Tisch ankommen.
