Deutschland, Verbraucher

Online-Käufe: Gut sichtbarer Widerrufsknopf wird Pflicht

19.12.2025 - 13:35:39

Ein Klick statt E-Mail-Pingpong: Ein neuer Widerrufsknopf soll Online-Käufer besser schützen. Was sich für Verbraucher und Patienten bald ändert.

  • Künftig soll auf der Website so lange wie die Widerrufsfrist gilt, ein Widerrufsbutton zu finden sein. (ISymbolbild) - Foto: Sina Schuldt/dpa

    Sina Schuldt/dpa

  • Beim Online-Shopping soll es leichter werden, die Bestellung rückgängig zu machen. (Illustration) - Foto: Helena Dolderer/dpa/dpa-tmn

    Helena Dolderer/dpa/dpa-tmn

Künftig soll auf der Website so lange wie die Widerrufsfrist gilt, ein Widerrufsbutton zu finden sein. (ISymbolbild) - Foto: Sina Schuldt/dpaBeim Online-Shopping soll es leichter werden, die Bestellung rückgängig zu machen. (Illustration) - Foto: Helena Dolderer/dpa/dpa-tmn

Wer beim Online-Shopping falsch abgebogen ist, kann seine Kaufentscheidung bald leichter rückgängig machen. Der Bundestag hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der Unternehmen verpflichtet, auf ihrer Website beziehungsweise in der App einen gut sichtbaren Widerrufsbutton anzubringen. Dadurch soll der Widerruf für Verbraucher genauso einfach werden wie der Kauf selbst. Der Widerrufsknopf muss während der Widerrufsfrist von 14 Tagen für die Käuferinnen und Käufer verfügbar sein. 

Für die Kundinnen und Kunden bedeute dies, dass beim Widerruf eines Online-Kaufs dann «kein E-Mail-Pingpong-Spiel» mehr notwendig sein werde, betonte Carmen Wegge (SPD) in der abschließenden Beratung. Mit dem Gesetzentwurf, der laut Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour mit 308 Ja-Stimmen gegen 242 Nein-Stimmen die erforderliche Mehrheit fand, wird eine entsprechende EU-Richtlinie umgesetzt. 

Keine Manipulation 

Auf Antrag der Koalitionsfraktionen hatte der Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz zuletzt noch Änderungen am Entwurf der Bundesregierung vorgenommen beziehungsweise Punkte ergänzt. Unter anderem werden im Zivilrecht Vorgaben zur Gestaltung der Benutzeroberfläche für den Online-Abschluss von Finanzdienstleistungen gemacht. Hier geht es darum, dass Verbraucherinnen und Verbraucher nicht durch sogenannte Dark Patterns manipuliert werden. Darunter versteht man Designelemente, die darauf abzielen, das Verhalten von Konsumenten so zu steuern, dass diese den Überblick verlieren und dadurch dann womöglich unbeabsichtigt Optionen auswählen, die dem Anbieter nutzen.

Kostenloser Einblick in Behandlungsakte

Die Verbraucherzentrale Bundesverband hob noch eine Änderung für Patienten hervor, die der Bundestag mit beschlossen hat. «Die erste Einsichtnahme in die vollständige Behandlungsakte ist für Patientinnen und Patienten künftig kostenfrei und weiterhin unverzüglich zu gewähren», hieß es in einer Stellungnahme. Dafür habe sich der Verband eingesetzt. Für die Koalition müsse dies nun der Auftakt sein, für «besseren Patientenschutz zu sorgen, etwa bei Behandlungsfehlern und Individuellen Gesundheitsleistungen».

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Ringen um letzte Details für E-Auto-Förderung. Doch wer auf die neue Förderung hofft, muss noch ein paar Tage auf die genauen Bedingungen warten. Für den Kauf von Elektroautos soll es künftig wieder Geld vom Staat geben. (Wirtschaft, 16.01.2026 - 09:09) weiterlesen...

Letzte Details zu Förderung für Elektroautos doch noch offen. Doch in letzter Minute wird die Pressekonferenz verschoben. Eigentlich wollte Bundesumweltminister Carsten Schneider an diesem Freitag über die neue Kaufprämie für Elektroautos informieren. (Wirtschaft, 16.01.2026 - 08:56) weiterlesen...

Günstigere Energie bremst Preisanstieg zum Jahresende in Deutschland Überraschende Entlastung für Deutschlands Verbraucherinnen und Verbraucher zum Jahresende: Günstigere Energie und eine Entspannung bei den Nahrungsmittelpreisen haben die Teuerung in Deutschland im Dezember unter die auch psychologisch wichtige Marke von zwei Prozent gedrückt.Mit 1,8 Prozent stiegen die Verbraucherpreise nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes so langsam wie in keinem Monat im vergangenen Jahr. (Boerse, 16.01.2026 - 08:34) weiterlesen...

Günstigere Energie bremst Preisanstieg zum Jahresende. Warum die jüngsten Inflationsdaten Verbraucher trotzdem aufatmen lassen – und was Experten für 2026 erwarten. Sprit und Strom günstiger, doch viele Dienstleistungen teurer. (Wirtschaft, 16.01.2026 - 08:28) weiterlesen...

Neue E-Auto-Prämie soll rückwirkend ab Jahreswechsel gelten. Wie viel Geld fließen soll und ab wann sie gilt. Die Ampel-Koalition stellte sie ein, um Haushaltslöcher zu stopfen – nun soll es eine neue Kaufprämie für E-Autos geben. (Wirtschaft, 16.01.2026 - 00:01) weiterlesen...

Verbraucherzentrale und Eventim einigen sich auf Vergleich. Eingetragene Verbraucher können pauschal einen 20-Euro-Gutschein einfordern. In dem Verfahren ging es um Rückerstattungen nach abgesagten Veranstaltungen - etwa während der Corona-Pandemie. (Wirtschaft, 15.01.2026 - 15:41) weiterlesen...