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EEG 2027: Bundestag debattiert 50-Prozent-Begrenzung für Solaranlagen

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 20:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EEG-Entwürfe liegen dem Bundestag vor: Geplant sind neue PV-Einspeisegrenzen, während Verbände vor Folgen für Ausbau und Vergütung warnen.

EEG 2027: Bundestag berät über PV-Limit und Netzpaket
Weitläufiger Windpark in einer hügeligen Landschaft während des Sonnenuntergangs. Illustration mit AI erstellt.

Die Gesetzentwürfe der Bundesregierung zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2027) sowie das begleitende Netzpaket sind offiziell als Bundestagsdrucksachen erschienen. Damit beginnt die parlamentarische Beratung über die weitreichenden Reformpläne, die bereits Ende Juli 2026 vom Kabinett beschlossen wurden.

Während die Bundesregierung offiziell an dem Ziel festhält, bis zum Jahr 2030 einen Anteil von 80 Prozent erneuerbarer Energien am Stromverbrauch zu erreichen, stoßen die im Detail geplanten Maßnahmen auf deutliche Kritik bei Verbänden, Opposition und Branchenvertretern.

Kernpunkte der Regierungspläne und Widerstand der Opposition

Der Regierungsentwurf, der unter der Bundestagsdrucksache 21/7867 geführt wird, sieht unter anderem vor, dass neue Photovoltaik-Anlagen (PV) mit einer Leistung von bis zu 100 kW künftig nur noch maximal 50 Prozent ihrer Wirkleistung am Netzverknüpfungspunkt einspeisen dürfen.

Diese Regelung gemäß § 9 Abs. 2b EEG würde laut Entwurf auch Heimspeicher und das bidirektionale Laden von Elektroautos betreffen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche bezeichnete die Maßnahmen als einen notwendigen Paradigmenwechsel.

Gegen diese Pläne hat die Gruppe Die Linke einen Entschließungsantrag eingebracht. In dem am 8. September 2026 vorgelegten Antrag (BT-Drs. 21/7906) fordert die Fraktion den Erhalt der bisherigen EEG-Vergütungen sowie die Stützung des PV-Dachausbaus.

Zudem wird die Streichung des sogenannten Redispatch-Vorbehalts verlangt, der nach Ansicht der Antragsteller den Ausbau behindere. Auch eine Petition auf der Plattform weact, die von Andreas Arens von Zopf Energieanlagen initiiert wurde, verzeichnete bereits fast 16.000 Unterzeichner, die eine Überarbeitung der Entwürfe fordern.

Kritik der Wirtschafts- und Agrarverbände

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lehnt die pauschale Wirkleistungsbegrenzung auf 50 Prozent in einer Stellungnahme ab. Der Verband argumentiert, dass hierdurch systemdienlich betriebene Anlagen, wie etwa Speicher oder Anlagen in der Direktvermarktung, unnötig eingeschränkt würden. In dem 125-seitigen Dokument fordert der BDEW zudem eine Prüfung und Erhöhung der Höchstwerte bei Ausschreibungen für Wind- und Solarenergie.

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Die EEG-Novelle und das Netzpaket liegen seit dieser Woche als Bundestagsdrucksachen vor; die parlamentarische Beratung über die geplante 50-Prozent-Wirkleistungsbegrenzung für neue PV-Anlagen bis 100 kW hat damit begonnen. Wer jetzt investiert oder Bestandsanlagen plant, sollte die vorgesehenen Übergangsfristen und die neuen Abrechnungsregeln beim Redispatch kennen. Kostenlosen Leitfaden zur EEG-Novelle anfordern

Massive Kritik kommt auch vom Deutschen Bauernverband (DBV). Dieser beanstandet insbesondere die neu eingeführte Gewinnabschöpfung über Differenzverträge (Contracts for Difference, CfD), die zwar für Wind- und PV-Anlagen gelten soll, bei der Biogas jedoch ausgenommen ist.

Dennoch sieht der DBV die Biogasbranche gefährdet: Zwar sei ein Ausschreibungsvolumen von 4.500 MW bis 2032 vorgesehen, doch die geplante Streichung hochflexibler Biomethan-Blockheizkraftwerke konterkariere die Ziele.

Zudem kritisiert der Verband, dass kleine Dachanlagen bis 50 kW nach einer Übergangsfrist von 36 Monaten langfristig ohne Einspeisevergütung bleiben sollen. Die PV-Freifläche werde zudem bis 2032 auf 14 GW begrenzt.

Netzengpässe und wirtschaftliche Auswirkungen

Begleitet wird die Debatte von neuen Daten zur Netzkapazität. Eine im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellte Studie von E-Bridge, die Daten aus den Jahren 2023 bis 2025 auswertete, zeigt, dass 6 Prozent der untersuchten Umspannwerke für Windkraft und 5 Prozent für PV bereits kapazitätslimitiert sind.

Besonders Norddeutschland sei bei Windkraft und Bayern bei PV betroffen. Eine weitere Untersuchung von Green Planet Energy warnt davor, dass bei einer geplanten Entschädigungsaussetzung von bis zu zehn Jahren rund 23 GW genehmigter Windprojekte bedroht sein könnten. Das Engpassmanagement verursachte laut der Studie in den Jahren 2024 und 2025 Kosten von jeweils rund 3 Milliarden Euro.

Branchenexperten wie Node Energy weisen zudem auf die bereits praktizierten Abrechnungen hin. Seit Ende 2025 rechnen Netzbetreiber Redispatch-Maßnahmen direkt mit den Betreibern ab. In der Praxis führe dies laut Node Energy teils zu erheblichen finanziellen Einbußen, wenn statt des Vertragspreises der niedrigere BDEW-Mischpreis gezahlt werde.

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Seit Ende 2025 rechnen Netzbetreiber Redispatch-Abregelungen direkt mit den Betreibern ab — laut Branchenberichten teils zum BDEW-Mischpreis statt zum Vertragspreis, was bei betroffenen Anlagen zu erheblichen Einbußen führen kann. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Ihr Vergütungs- und Speicherkonzept darauf ausrichten. Leitfaden zu Redispatch und Vergütung sichern

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) warnt unter Verweis auf Berechnungen von Enervis vor den geplanten Einschnitten. Die Studie legt dar, dass Solarstrom die Strombeschaffungskosten im Jahr 2025 um rund 15,7 Milliarden Euro gesenkt habe.

Ohne den Photovoltaik-Anteil wären die Börsenstrompreise im vergangenen Jahr um durchschnittlich etwa 20 Prozent höher ausgefallen. Die Beratungen im Bundestag über die endgültige Fassung der Gesetze sollen frühestens Mitte Oktober abgeschlossen sein.

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