Edeka-Tegut-Übernahme, Bundeskartellamt

Edeka übernimmt 178 Tegut-Märkte – Kartellamt setzt Grenzen

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 15:56 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Edeka darf 178 Tegut-Supermärkte übernehmen und damit den Großteil des Filialnetzes weiterführen. Das Bundeskartellamt begrenzte den Kauf wegen regionaler Wettbewerbsbedenken; über weitere Märkte ist noch nicht entschieden.

Edeka erweitert sein Filialnetz um zahlreiche Tegut-Supermärkte. - Bild: Malin Wunderlich/dpa
Edeka erweitert sein Filialnetz um zahlreiche Tegut-Supermärkte. - Bild: Malin Wunderlich/dpa

Das Bundeskartellamt hat Edeka die Übernahme von 178 Tegut-Supermärkten genehmigt und damit den Weg für den Weiterbetrieb des Großteils der Filialen freigemacht.

Weniger Märkte als ursprünglich geplant

Die Schweizer Genossenschaft Migros hatte im März angekündigt, Tegut verkaufen zu wollen. Edeka wollte zunächst 202 der rund 300 Märkte übernehmen, doch die Wettbewerbshüter befürchteten in einigen Regionen einen zu hohen Marktanteil und eine Behinderung des Wettbewerbs.

Edeka verpflichtete sich daher, 24 der vorgesehenen Standorte vier Jahre lang nicht zu erwerben. Eine Liste der betroffenen Filialen veröffentlichte das Kartellamt nicht.

Logistikzentrum und Teo-Märkte eingeschlossen

Zum genehmigten Paket gehören auch das Tegut-Logistikzentrum, die Bäckerei Herzberger und 41 personallose Teo-Minimärkte. Kartellamtspräsident Andreas Mundt erklärte, die Auflagen sollten Verschlechterungen für Verbraucher in den betroffenen Regionen verhindern.

Hohe Konzentration im Handel

Das Prüfverfahren läuft seit März. Nach Angaben des Kartellamts vereinten Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland sowie Aldi Nord und Süd 2025 zusammen mehr als 90 Prozent der bundesweiten Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel auf sich.

Eine einzelmarktübergreifende kollektive Marktbeherrschung der führenden Lebensmittelhändler stellte die Behörde nach eigenen Angaben dennoch nicht fest.

Entscheidung über Rewe steht aus

Die Smart-Store-Kette Tante Enso erhielt im Juni bereits die Freigabe für 36 Tegut-Märkte. Rewe möchte bis zu 40 weitere Filialen übernehmen; die Entscheidung darüber steht noch aus. Die Prüffrist wurde bis Ende Oktober verlängert, nachdem Rewe ein Zusagenangebot vorgelegt hatte.

Was mit den übrigen Tegut-Filialen geschieht, ist offen. Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet, gehört seit 2013 zur Migros-Gruppe und beschäftigt nach deren Angaben knapp 7.500 Menschen. Die Marke soll aufgegeben werden.

Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel

Die Freigabe ordnet sich in eine seit Jahren anhaltende Konzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel ein. Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland sowie Aldi vereinten 2025 mehr als 90 Prozent der bundesweiten Umsätze auf sich. Eine solche Größenordnung erhöht die Bedeutung jeder größeren Übernahme für die regionale Auswahl und die Verhandlungsmacht gegenüber Lieferanten.

Das Kartellamt hat die Transaktion deshalb nicht pauschal untersagt, sondern auf problematische regionale Überschneidungen begrenzt. Edeka darf 178 Märkte, das Logistikzentrum, die Bäckerei Herzberger und 41 Teo-Märkte übernehmen; 24 ursprünglich vorgesehene Standorte bleiben vier Jahre außen vor. Für Kundinnen und Kunden kann das vor Ort bedeuten, dass ein Tegut-Markt verschwindet, während das Geschäft unter einer anderen Struktur weitergeführt wird.

Weitere Entscheidungen stehen bevor

Die Übernahme beendet den Verkauf von Tegut noch nicht. Tante Enso hat bereits die Freigabe für 36 Märkte erhalten, während über bis zu 40 Filialen für Rewe noch entschieden werden muss. Die bis Ende Oktober verlängerte Prüffrist zeigt, dass die Wettbewerbsbehörde die regionalen Auswirkungen weiterhin einzeln bewertet.

Offen bleibt damit, welche Betreiber die übrigen Tegut-Standorte übernehmen oder ob einzelne Märkte schließen. Für die Beschäftigten ist die Aufgabe der Marke besonders relevant, weil der Eigentümerwechsel neben Sortiment und Filialauftritt auch organisatorische Veränderungen beim Arbeitgeber und in der Logistik auslösen kann.

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