Betriebsrat, Madison

ebm-papst-Verkauf: Betriebsrat billigt 5,1-Milliarden-Deal mit Madison Air

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 13:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Ventilatorenhersteller ebm-papst wechselt für 5,1 Milliarden Euro den Eigentümer. Der Betriebsrat sieht Arbeitsplätze und Standorte durch vertragliche Zusicherungen abgesichert.

ebm-papst-Verkauf an Madison Air: Betriebsrat begrüßt Übernahme mit Standortgarantien
Moderne Fertigungshalle eines Ventilatorenspezialisten mit Industriekomponenten auf einer Montagelinie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Betriebsrat des Ventilatorenspezialisten ebm-papst aus Mulfingen hat sich am Freitag positiv zu dem am 15. August 2026 unterzeichneten Kaufvertrag mit dem US-Unternehmen Madison Air geäußert. Die Arbeitnehmervertretung will den bevorstehenden Eigentümerwechsel aktiv begleiten und hat bereits die Führungsebene des Käufers zur künftigen Zusammenarbeit eingeladen.

Sicherheiten für Beschäftigte und Standorte

Der Betriebsratsvorsitzende Markus Müller bezeichnete den Entschluss zum Verkauf als überraschend und berichtete von unterschiedlichen Reaktionen innerhalb der Belegschaft. Dennoch bewertet das Gremium den Vertrag insgesamt positiv, da wesentliche Garantien für die Mitarbeiter festgeschrieben wurden.

So soll die Firmenzentrale in Mulfingen erhalten bleiben und betriebsbedingte Kündigungen seien nicht geplant. Zudem bleiben die bestehenden Tarifverträge in ihrer jetzigen Form gültig.

Um den Austausch mit der neuen Eigentümerstruktur zu intensivieren, hat der Betriebsrat den Gründer von Madison Air, Larry Gies, sowie die Vorstandsvorsitzende Jill Wyant zu einer Betriebsversammlung im Oktober eingeladen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 13.000 Mitarbeiter, wovon etwa 5.800 an deutschen Standorten tätig sind.

Strategische Hintergründe und finanzielle Details

Der Verkauf von ebm-papst an Madison Air wird mit einem Volumen von 5,1 Milliarden Euro beziffert, was in US-Dollar einer Summe von 5,4 Milliarden entspricht. Der Abschluss des Geschäfts, der in weniger als zehn Wochen vorbereitet wurde, soll voraussichtlich Ende 2026 erfolgen.

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Die bisherigen Eigentümerfamilien erhalten laut vorliegenden Informationen einen Nettoerlös von 4,78 Milliarden Euro in bar. Die Bewertung des Unternehmens entspricht dabei dem 17-fachen des operativen Gewinns. Sollte der Deal wider Erwarten scheitern, wurde eine Entschädigungszahlung in Höhe von 250 Millionen Euro vereinbart.

Das Management unter CEO Klaus Geißdörfer, der im Amt verbleiben soll, verspricht sich von der Übernahme einen deutlich verbesserten Zugang zum nordamerikanischen Markt. Madison Air erzielt derzeit 95 Prozent seines Umsatzes in Nordamerika. ebm-papst konnte seinen US-Umsatz im letzten Geschäftsjahr bereits um 25 Prozent auf 424 Millionen Euro steigern und plant eine Kapazitätsverdopplung im Werk in Telford, Tennessee.

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Madison Air strebt an, innerhalb von drei Jahren jährliche Einsparungen in Höhe von 160 Millionen US-Dollar zu realisieren. Gleichzeitig bleiben die Wachstumsziele für ebm-papst ehrgeizig: Bis zum Jahr 2029 beziehungsweise 2030 soll der Umsatz auf 3,4 Milliarden Euro steigen. Im Geschäftsjahr bis März lag der Umsatz bei 2,24 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 6 Prozent entsprach.

Regionale Auswirkungen und steuerliche Folgen

Der Verkauf hat auch erhebliche Konsequenzen für die Gemeinde Mulfingen. Bürgermeister Sören Döffinger gab an, erst unmittelbar vor der offiziellen Pressemitteilung über die Entscheidung informiert worden zu sein. Er ordnete den Verkauf als Warnsignal für den Standort Deutschland ein.

Finanziell profitiert die 3.600 Einwohner zählende Gemeinde jedoch massiv: Mit dem geplanten Abschluss der Transaktion im Dezember 2026 wird eine einmalige Gewerbesteuerzahlung von etwa 400 Millionen Euro erwartet.

Unklar bleibt derzeit die Zukunft der Beteiligung von ebm-papst an dem Unternehmen Systemair. ebm-papst hält seit rund 30 Jahren zirka 11 Prozent der Anteile an den Schweden.

Systemair-Gründer Gerald Engström rechne erst nach dem vollständigen Abschluss des Verkaufs an Madison Air mit einer Entscheidung über diese Position. ebm-papst ist aktuell in etwa 40 Ländern aktiv und hat im Laufe der Firmengeschichte mehr als 250 Millionen Ventilatoren installiert.

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