EBA-Standards, Offenlegungspflichten

EBA-Standards: Neue Offenlegungspflichten für Kreditinstitute ab sofort

30.06.2026 - 22:51:16 | boerse-global.de

Die EBA erweitert die Transparenzvorgaben für Kreditinstitute, insbesondere zu ESG-Risiken und Schattenbanken. Banken kritisieren die wachsende Bürokratie als Investitionshemmnis.

EBA verschärft Offenlegungspflichten: Neue Regeln für Banken
EBA-Standards - Nahaufnahme eines Stapels Finanzdokumente oder Berichte mit einem grünen Lichtschein, der ESG-Regulierung symbolisiert. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ende Juni veröffentlichte sie den endgültigen Entwurf für technische Durchführungsstandards (ITS) zur Säule 3 der Eigenkapitalverordnung (CRR III). Im Fokus stehen Nachhaltigkeitsrisiken und komplexe Geschäfte.

Harmonisierung der ESG-Berichterstattung

Der Entwurf erweitert den Rahmen für ESG-Risiken (Environmental, Social and Governance) deutlich. Die EBA will die Offenlegungspflichten mit den europäischen Nachhaltigkeitsberichtsstandards (ESRS) und bestehenden technischen Standards zur ESG-Berichterstattung zusammenführen.

Auch das Schattenbankenwesen steht im Visier: Die neuen Vorgaben verlangen detailliertere Angaben zu Beteiligungen und Geschäften in diesem Bereich. Einheitliche Datenformate sollen die Vergleichbarkeit der Risikoprofile europäischer Institute für Investoren und Aufseher verbessern.

Regulatorische Belastung bremst Kreditvergabe

Die wachsende Regulierungsdichte stößt in der Kreditwirtschaft auf Skepsis. Eine Umfrage des Genoverbands unter 277 Bankvorständen zeigt die praktischen Hürden. Ein erheblicher Teil der Befragten sieht in der Nachhaltigkeitsregulierung eine Bremse für Kreditvergabe und Investitionen.

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Fast die Hälfte der Firmenkunden ist mit der Bereitstellung der benötigten Nachhaltigkeitsdaten überfordert. Felix Pakleppa vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) fordert weniger Bürokratie und mehr Rechtssicherheit – besonders beim Einsatz von Recyclingmaterialien. Banken sollten laut Branchenvertretern verstärkt auf Standards wie den VSME (Voluntary Small and Medium-Sized Enterprises) setzen, um kleinere Unternehmen zu entlasten.

EZB verschlankt Aufsicht – internationaler Trend zu mehr Transparenz

Parallel zu den neuen EBA-Vorgaben gibt es auch Entlastungssignale. Die EZB-Aufsicht strich heute 40 Vorgaben aus ihrer Guidance, mit Schwerpunkt auf Regelungen zum Management-Puffer.

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Auch politisch zeichnen sich Tendenzen zur Begrenzung der Berichtspflichten ab. Das Omnibus-Paket von EU-Ministerrat und Parlament reduziert etwa in Dänemark die Zahl der von der CSRD betroffenen Unternehmen drastisch – von rund 2.200 auf etwa 220. Während die Wirtschaft diese Entwicklung begrüßt, kritisieren andere die verbleibende Bürokratie.

International setzt sich der Trend zu standardisierten Offenlegungen fort. Das International Sustainability Standards Board (ISSB) plant für Oktober 2026 einen Entwurf für naturbezogene Informationen, basierend auf dem Rahmenwerk der Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD). In Großbritannien gelten seit Juni 2026 neue Regeln der Prudential Regulation Authority (PRA): Banken und Versicherer müssen Klimarisiken tiefer in ihre Governance und Kapitalplanung integrieren.

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