E-Rechnungspflicht: Versandpflicht für alle Firmen ab Januar 2027
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 01:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Grund sind die nahenden Fristen für die verpflichtende Ausstellung elektronischer Rechnungen.
Rekordzahlen bei E-Rechnungen
DATEV hat im ersten Halbjahr 2026 mehr als 51 Millionen E-Rechnungen über seine Systeme verarbeitet. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 waren es 64 Millionen. Der Umsatz des IT-Dienstleisters stieg auf 881 Millionen Euro – nach 810,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Die Kundenbasis wuchs um rund 80.000 auf über eine Million Anwender. Trotz dieser Zuwächse sieht DATEV-Chef Robert Mayr Handlungsbedarf. Die Betriebe müssten ihre Umstellungsprozesse intensivieren, um die gesetzlichen Vorgaben fristgerecht zu erfüllen.
Stufenplan für die Versandpflicht
Seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen empfangen können. Die nächste Stufe kommt am 1. Januar 2027: Dann greift die Versandpflicht für alle Firmen mit einem Jahresumsatz über 800.000 Euro.
Ab dem 1. Januar 2028 entfällt diese Grenze – dann sind alle Unternehmen betroffen. Ausnahmen gibt es für Kleinbetragsrechnungen unter 250 Euro brutto, B2C-Leistungen und Kleinunternehmer. Zulässige Formate sind XRechnung und ZUGFeRD, die der europäischen Norm EN 16931 entsprechen.
Handwerk fordert Verschiebung
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) will die nächste Stufe um ein Jahr verschieben. Eine Umfrage zeigt: Rund zwei Drittel der Handwerksbetriebe haben bereits Probleme mit dem verpflichtenden Empfang von E-Rechnungen.
Der Gesetzgeber hat bisher nicht reagiert. Ein entsprechendes Verfahren gibt es nicht. Experten weisen darauf hin, dass in einzelnen Bundesländern strengere Regeln gelten. In Rheinland-Pfalz müssen Unternehmen bei öffentlichen Aufträgen bereits seit Frühjahr 2025 die XRechnung nutzen.
Da viele Betriebe laut Handwerksverband noch Hürden bei der Umstellung sehen, ist eine rechtzeitige Vorbereitung auf die gesetzlichen Formate entscheidend. Dieser kostenlose Experten-Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, welche Archivierungsregeln und Rechnungsformate für Ihr Unternehmen wirklich zählen. E-Rechnung E-Book jetzt kostenlos herunterladen
Technische Lösungen für die Praxis
Immer mehr Unternehmen setzen auf das Peppol-Netzwerk. Es ermöglicht den sicheren Austausch von Rechnungsdaten über zertifizierte Access Points – ohne Medienbrüche.
Auch die ERP-Anbieter haben nachgerüstet. SAP bietet die rechtskonforme Abwicklung über die Document and Reporting Compliance (DRC) an. Spezialisierte Drittanbieter wie die Consult-SK GmbH haben ihre SAP-Lösungen für internationale Formate und Echtzeit-Dashboards erweitert.
Für kleinere Betriebe stellt die Finanzverwaltung kostenlose Tools über das Elster-Portal bereit. Damit lassen sich elektronische Rechnungen visualisieren und lesbar machen.
Da die Finanzverwaltung für kleinere Betriebe bereits Tools über das Elster-Portal bereitstellt, lohnt es sich, die Funktionen der Plattform voll auszuschöpfen. Dieses kostenlose E-Book enthüllt hilfreiche Ausfüllhilfen und versteckte Funktionen, mit denen Sie Ihre Umsatzsteuererklärung und Anträge deutlich schneller abwickeln. MeinElster E-Book gratis sichern
Ein Blick ins Ausland zeigt: Belgien schreibt die Nutzung des Peppol-Netzwerks bereits seit Januar 2026 vor. Für 2028 ist dort ein umfassendes E-Reporting geplant. Fachleute raten Unternehmen daher zu skalierbaren Architekturen statt isolierter Individuallösungen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
