E-Rechnungspflicht, Firmen

E-Rechnungspflicht ab Januar 2027: 56% der Unternehmen nicht vorbereitet

19.06.2026 - 03:40:13 | boerse-global.de

Viele Firmen sind trotz Digitalisierungsbemühungen nicht auf die E-Rechnung vorbereitet. Datev und KI-Startups profitieren vom Wandel.

E-Rechnungspflicht: Datev mit Rekordumsatz und KI-Trends
E-Rechnungspflicht - Ein moderner Schreibtisch mit Laptop, der Finanzdaten anzeigt, umgeben von digitalen Elementen, die KI und Automatisierung symbolisieren. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Digitalisierung der Buchhaltung gewinnt rasant an Fahrt – doch viele Unternehmen sind auf die kommende E-Rechnungspflicht nicht vorbereitet.

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Rekordumsätze bei Datev

Der Softwarehersteller Datev hat sein Cloud-Geschäft kräftig ausgebaut. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz um 9 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis legte auf 132,3 Millionen Euro zu. Fast die Hälfte des Umsatzes (46 Prozent) kommt inzwischen aus der Cloud: 756,6 Millionen Euro.

Die Plattform „Datev Unternehmen online“ zählt over 750.000 Nutzer. Rund 1,7 Millionen Unternehmen nutzen bereits den digitalen Belegaustausch.

KI erobert die Buchhaltung

Auch Wettbewerber setzen auf künstliche Intelligenz. Sage kündigte Mitte Juni 2026 neue KI-Werkzeuge für seine Plattform Intacct an. Die Module übernehmen Aufgaben wie die automatisierte Rechnungsprüfung und das Cash-Management.

Der Trend kommt nicht von ungefähr. Laut einer aktuellen Gartner-Studie bewerten 88 Prozent der Finanzvorstände die Steigerung der Mitarbeiterproduktivität als höchste Priorität.

Millionen-Finanzierung für KI-Startup

Das Startup Causa Prima sammelte Mitte Juni 8,5 Millionen Euro in einer Pre-Seed-Runde ein. Das Unternehmen entwickelt ein Netzwerk aus KI-Agenten für B2B-Zahlungsprozesse. Künftig sollen die Systeme selbstständig verhandeln und Streitfälle klären.

Studie offenbart große Lücken

Eine am 17. Juni veröffentlichte Studie von Quadient zeigt eine alarmierende Diskrepanz: 75 Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen ihre Rechnungsprozesse als digitalisiert. Doch nur 6 Prozent erfüllen die tatsächlichen Anforderungen an E-Invoicing.

Die Fristen rücken näher:

  • Frankreich: Ab 1. September 2026 gilt die E-Rechnungspflicht für große Unternehmen
  • Deutschland: Ab 1. Januar 2027 sind Unternehmen mit über 800.000 Euro Jahresumsatz betroffen
  • Spanien: Ab Oktober 2027 für umsatzstarke Unternehmen, kleinere folgen ein Jahr später

56 Prozent der Unternehmen haben noch kein konformes Format eingeführt. Fast die Hälfte versendet weiterhin Papierrechnungen. Dabei zeigen Umsteiger klare Vorteile: 74 Prozent berichten von Zeit- und Kosteneinsparungen, 54 Prozent von gesteigerter Produktivität.

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Zeitersparnis von bis zu 15 Stunden monatlich

Die Automatisierung bringt messbare Entlastungen. Digitale Workflows sparen ab 2025 monatlich 5 bis 15 Stunden ein. In Teilbereichen wie Ausgangsrechnungen oder Zahlungsabgleich liegt der Automatisierungsgrad bei über 90 Prozent.

Ein Weingut mit über 50 Hektar Rebfläche digitalisierte innerhalb von sechs Monaten acht Unternehmensbereiche – von der Liquiditätsplanung bis zum Forderungsmanagement. Ergebnis: Echtzeit-Controlling ohne manuellen Aufwand.

Buchhalter werden zu Controllern

Mit der Automatisierung wandelt sich das Berufsbild. Buchhalter rücken von der manuellen Datenerfassung ab und übernehmen mehr Kontroll- und Analyseaufgaben. Fundiertes Fachwissen bleibt unverzichtbar – besonders bei der Qualitätssicherung und der Erkennung fehlerhafter automatischer Datenübernahmen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Datensicherheit und DSGVO-Konformität.

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