E-Rechnung, Betriebe

E-Rechnung: Ein Drittel der Betriebe völlig unvorbereitet auf 2027

04.06.2026 - 17:31:20 | boerse-global.de

Viele deutsche Unternehmen haben die Umstellung auf elektronische Rechnungen noch nicht abgeschlossen. Die gesetzliche Pflicht rückt näher.

E-Rechnungspflicht 2027: Ein Drittel der Betriebe noch unvorbereitet
E-Rechnung - A person looks frustrated at a tablet displaying a complex e-invoice interface, surrounded by paper invoices and a calendar. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Rund 33 Prozent der deutschen Betriebe haben noch nie eine elektronische Rechnung versendet – das ergab eine aktuelle YouGov-Studie im Auftrag von Easybill. Dabei rückt die gesetzliche Pflicht zur E-Rechnung immer näher.

Große Lücken bei der Umsetzung

Zwar geben 42 Prozent der befragten 502 Unternehmen an, regelmäßig E-Rechnungen zu versenden, doch der Transformationsprozess stockt vielerorts. 29 Prozent der Betriebe haben mit der Umstellung noch gar nicht begonnen, lediglich 24 Prozent haben sie vollständig abgeschlossen.

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Die Abhängigkeit von manuellen Prozessen ist nach wie vor hoch. Elf Prozent der Unternehmen erstellen Rechnungen noch in Excel, zehn Prozent nutzen Word. Immerhin 39 Prozent setzen auf spezialisierte Buchhaltungssoftware. Auch das Wissen um die neuen Anforderungen ist lückenhaft: Nur 37 Prozent der Firmen geben an, die rechtlichen und technischen Vorgaben vollständig zu verstehen. Als größte Hürde nennen 36 Prozent der Befragten die technische Umsetzung.

Stufenweise Einführung ab 2027

Die Pflicht zur E-Rechnung tritt in Etappen in Kraft. Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit einem B2B-Umsatz von mehr als 800.000 Euro strukturierte elektronische Rechnungen ausstellen. Ein Jahr später, zum 1. Januar 2028, gilt die Pflicht dann für alle Firmen – mit Ausnahme bestimmter Kleinstbetriebe.

Zugelassene Formate sind XRechnung und ZUGFeRD. Branchenkenner warnen: Wer jetzt nicht die nötige Infrastruktur aufbaut, könnte spätestens 2027 in Zeitnot geraten. Die Bundesregierung hat Aufklärungskampagnen und Unterstützungsangebote angekündigt.

Bürokratie bremst Digitalisierung

Die Probleme mit der E-Rechnung sind kein Einzelfall. Eine separate IONOS/YouGov-Studie unter rund 1.000 deutschen Entscheidern zeigt: Bürokratie ist das größte Digitalisierungshindernis. 55 Prozent der Befragten nennen bürokratische Auflagen als Hauptproblem – noch vor den Kosten mit 52 Prozent.

Trotz aller Hürden investieren Unternehmen weiter in digitale Werkzeuge. 44 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen setzen inzwischen auf Künstliche Intelligenz – ein Anstieg um zwölf Prozentpunkte im Vergleich zu früheren Erhebungen.

Internationaler Trend zur digitalen Steuer

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Deutschland ist mit der E-Rechnungspflicht nicht allein. Weltweit ziehen immer mehr Staaten nach. Polen startete sein KSeF-2.0-System im Februar 2026, Frankreich folgt im September. Nach der deutschen Deadline im Januar 2027 planen auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Norwegen eine Pflicht. Spanien will im Oktober 2027 nachziehen.

Klingbeil plant Entlastungen

Finanzminister Klingbeil hat zeitgleich administrative Erleichterungen vorgeschlagen. Dazu gehört die schrittweise Abschaffung der allgemeinen Belegpflicht bei Kleinstbeträgen: Eine 30-Euro-Freigrenze soll eingeführt werden, die Ausstellung digitaler Belege per QR-Code oder E-Mail wird möglich. Allerdings plant die Regierung eine Kassenpflicht für Unternehmen mit mehr als 100.000 Euro Jahresumsatz – das betrifft schätzungsweise 2,2 Millionen registrierte Kassensysteme.

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