E-Rechnung 2027: Unternehmen über 800.000 Euro müssen versenden
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 17:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Eine Umfrage des Verbands elektronische Rechnung (VeR) zeigt: 81 Prozent der Teilnehmer bewerten den Umsetzungsstand in Deutschland als mangelhaft. Dabei beschäftigen sich 92 Prozent regelmäßig mit dem Thema.
Besonders brisant: 69 Prozent der Befragten fühlen sich unzureichend über das geplante digitale Meldesystem „VAT in the Digital Age“ (ViDA) informiert. Als bevorzugte Übertragungswege kristallisieren sich das Peppol-Netzwerk und spezialisierte Plattformlösungen heraus.
ZUGFeRD 2.5 soll Abhilfe schaffen
Am 10. Juni 2026 wurde der neue Standard ZUGFeRD 2.5 veröffentlicht. Das Forum für elektronische Rechnungstellung in Deutschland (FeRD) empfiehlt die Nutzung seit dem 1. Juli. Der Standard basiert auf UN/CEFACT CII D22B und ist vollständig abwärtskompatibel.
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Zu den Neuerungen gehören die native Unterstützung von Bruttorechnungen und aktualisierte Codelisten. Zudem sind bereits Felder für die kommenden EU-ViDA-Anforderungen integriert. Der Standard orientiert sich an der EN 16931-1:2026.
Hürden im Handwerk
Für Handwerksbetriebe kommen durch die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) zusätzliche Hürden hinzu. Eine VOB-Rechnung gilt erst als prüfbar, wenn sie detailliert nach Leistungsverzeichnis gegliedert ist – mit korrekten Mengen, Einzelpreisen und getrennten Nachträgen.
Formate wie XRechnung oder ZUGFeRD können diese Anforderungen digital abbilden. In Rheinland-Pfalz ist die XRechnung für öffentliche Aufträge seit April 2025 Pflicht. Kleinere Betriebe nutzen oft das kostenlose Elster-Portal. Spezialisierte Software für Branchen wie Fahrschulen gibt es ab etwa 50 Euro monatlich – inklusive GoBD-konformer Archivierung.
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KI soll den Papierkram erleichtern
Der Markt reagiert auf den Druck: Anfang Juli 2026 wurden mehrere KI-Integrationen bekannt. Anbieter wie d.velop und die xSuite Group bauen KI-Assistenten in ERP-Workflows ein, um die Beleglesung zu automatisieren.
Auch das CyberLab Karlsruhe kündigte am 7. Juli eine Kooperation mit einem Plattformanbieter an – für CRM- und Invoicing-Systeme mit KI-Funktionen speziell für Gründer. Branchenexperten warnen jedoch: KI entfaltet ihr Potenzial erst bei sauberen Prozessen. Sie macht Chaos sichtbar – löst es aber nicht von allein.
Ab Januar 2027 greift die nächste Pflichtstufe: Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Jahresumsatz müssen dann E-Rechnungen aktiv versenden. Wer die Frist verpasst, riskiert den Vorsteuerabzug.
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