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DIN SPEC 91491: Neuer KI-Standard für deutsche Unternehmen

22.05.2026 - 15:18:01 | boerse-global.de

Ein Konsortium veröffentlicht den ersten formalen KI-Standard zur Datenintegration. Euro-Office startet als europäische Microsoft-Alternative.

DIN SPEC 91491: Neuer KI-Standard für deutsche Unternehmen - Foto: über boerse-global.de
DIN SPEC 91491: Neuer KI-Standard für deutsche Unternehmen - Foto: über boerse-global.de

Ein Konsortium um DIN und Talonic veröffentlicht den ersten formalen KI-Standard zur Datenintegration – ein Signal für mehr digitale Souveränität in Europa.

Am heutigen Freitag hat ein Bündnis aus dem Deutschen Institut für Normung (DIN), dem Technologieunternehmen Talonic, dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) und Humboldt-Innovation die DIN SPEC 91491 vorgestellt. Der neue Standard zielt auf die KI-gestützte Generierung von Datenschemata ab. Mithilfe großer Sprachmodelle (LLMs) und speziellem Prompt-Engineering soll künftig die Abbildung unstrukturierter Unternehmensdaten in maschinenlesbare Formate automatisiert werden. Das Ziel: Unternehmen sollen ihre Datenhoheit bewahren und gleichzeitig von KI profitieren können – ohne sich von einem einzelnen Anbieter abhängig zu machen.

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Euro-Office: Europäische Alternative zu Microsoft 365

Parallel zum neuen Standard formiert sich eine weitere Front im Kampf um den europäischen Bürosoftware-Markt. Ein Zusammenschluss von IONOS, Nextcloud und Proton bringt noch im Sommer 2026 die Plattform „Euro-Office" an den Start. Die Suite positioniert sich als direkte europäische Alternative zu Microsoft 365 und setzt auf Datenschutz sowie lokales Hosting. Angesichts strenger europäischer Datenschutzvorgaben dürfte das Angebot vor allem bei mittelständischen Unternehmen auf Interesse stoßen, die nach modernen Kollaborationslösungen ohne US-Cloud-Anbindung suchen.

Microsoft und Google rüsten mit KI-Agenten auf

Während Europa auf Standards und Souveränität setzt, treiben die US-Konzerne die Funktionspalette ihrer Plattformen weiter voran. Microsoft hat im Mai 2026 ein umfassendes Update für Outlook und Excel vorgestellt. Der neue „People Hub" in der Webversion von Outlook bündelt die Kontaktverwaltung. Noch bedeutender ist der „Agent Mode" für Excel: Integrierte KI-Agenten sollen komplexe Datenaufgaben automatisieren und laut Microsoft bis zu 30 Prozent Zeitersparnis bringen.

Auch Google zieht nach. Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O 2026 präsentierte der Konzern die neuen Sprachfunktionen „Docs Live" und „Gmail Live" für sein Workspace-Paket. Nutzer können damit Dokumente per Sprachbefehl erstellen oder ihre Korrespondenz durchsuchen. Der Rollout beginnt im Sommer 2026 – zunächst allerdings nur auf Englisch und für US-Kunden der teureren KI-Tarife.

SAP meldet Fortschritte bei KI-Integration

Der deutsche Software-Riese SAP hat ebenfalls Erfolge bei seiner KI-Offensive vermeldet. Neue KI-Agenten unter der Marke „Joule" sind in die Reisekostenabrechnung integriert worden. Die Ergebnisse aus dem ersten Quartal 2026 sprechen für sich:

  • 30 Prozent schnellere Spesenabrechnungen durch Prüf-Agenten
  • 10 Prozent weniger zurückgewiesene Abrechnungen durch Vorab-Kontrollen
  • 40 Prozent weniger manueller Aufwand bei der Rechnungsprüfung durch KI-gesteuerte Konfiguration

Microsoft erhöht Preise – Druck auf Mittelstand wächst

Die rasante KI-Entwicklung hat ihren Preis – und den geben die Anbieter an ihre Kunden weiter. Microsoft hat eine weltweite Preiserhöhung für Microsoft 365 angekündigt, die am 1. Juli 2026 in Kraft tritt. Der Tarif Business Basic steigt um 16 Prozent auf 7 Euro monatlich, Business Standard verteuert sich um 12 Prozent auf 14 Euro. Für kleine und mittlere Unternehmen, die ohnehin unter Kostendruck stehen, bedeutet das eine zusätzliche Belastung.

Neue Betrugswelle: Phishing und gefälschte Behördenpost

Die Digitalisierung bringt auch neue Sicherheitsrisiken mit sich. Erst gestern warnten die Behörden vor einer Phishing-Kampagne rund um das Deutschlandticket. Betrüger versenden E-Mails mit dem Betreff „Letzte Zahlungsaufforderung" und fordern eine Überweisung von 63 Euro per Sofort-Überweisung auf ein gefälschtes Konto. Zwar erkennen aktuelle IBAN-Prüfsysteme solche Unregelmäßigkeiten meist – die Täter fordern ihre Opfer jedoch aktiv auf, die Systemwarnungen zu ignorieren.

Ebenfalls gestern wurden gefälschte Schreiben der Bundesnetzagentur bekannt. Darin wird Besitzern von Solaranlagen eine angebliche „Sanktion" von 41,60 Euro angedroht, weil sie ihre Anlage nicht im Marktstammdatenregister (MaStR) gemeldet hätten. Die echte Bundesnetzagentur stellte klar: Die Schreiben stammen von einer nicht existierenden Zweigstelle in Sömmerda und verwenden falsche Vorwahlen sowie private E-Mail-Domains.

BAG-Urteil: Einschreiben nicht mehr sicher

Ein aktuelles Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) vom 7. Mai 2026 (Az. 2 AZR 184/25) zwingt Unternehmen, ihre Verwaltungsprozesse zu überdenken. Das Gericht entschied, dass ein Einwurf-Einschreiben künftig keinen Anscheinsbeweis mehr für den Zugang eines Dokuments liefert. Für wichtige Schreiben wie Kündigungen empfehlen Arbeitsrechtsexperten nun Alternativen:

  • Persönliche Übergabe mit Unterschriftsbestätigung
  • Zustellung durch privaten Kurier mit Protokoll
  • Zustellung durch Gerichtsvollzieher

E-Rechnung: Fristen im Blick behalten

Die Umstellung auf die elektronische Rechnung bleibt ein Dauerbrenner für deutsche Unternehmen. Seit dem 1. Januar 2025 sind alle Unternehmer verpflichtet, E-Rechnungen empfangen zu können. Die Versandpflicht wird schrittweise eingeführt:

  • 1. Januar 2027: Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Jahresumsatz
  • 1. Januar 2028: Alle Unternehmen

Akzeptierte Formate sind XRechnung und ZUGFeRD ab Version 2.0.

Sicherheitsupdates: Firefox schließt 31 Lücken

Auch die Sicherheit der eingesetzten Software bleibt ein zentrales Thema. Mozilla Firefox hat mit Version 151 insgesamt 31 Schwachstellen geschlossen, davon sechs mit hohem Risiko. Microsoft räumte derweil ein Problem mit dem Windows-11-Update KB5089549 ein: Es blockiert Systeme mit zu kleinem EFI-System-Partition (ESP)-Speicher. Zudem wurde mit „YellowKey" eine Zero-Day-Sicherheitslücke in der BitLocker-Verschlüsselung identifiziert.

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Während neue Software-Updates oft Sicherheitslücken schließen, führen sie auf vielen Systemen gleichzeitig zu Fehlern oder blockierten Funktionen. IT-Experte Manfred Kratzl zeigt in seinem kostenlosen Report, wie Sie typische Windows-11-Probleme wie Update-Fehler oder Systemhänger ohne teuren Service selbst beheben. Kostenlosen Windows-11-Problemlöser hier sichern

Ausblick: Der Kampf um das autonome Büro

Der Sommer 2026 wird zum Testfeld für die nächste Generation der Bürosoftware. Der Start von Euro-Office und die breitere Verfügbarkeit von Googles sprachgesteuertem Workspace werden erste echte Benchmarks liefern. Für IT-Abteilungen verschiebt sich der Fokus von der reinen Software-Auswahl hin zum „Agenten-Management": Mitarbeiter müssen im Umgang mit KI-Tools geschult werden, gleichzeitig braucht es interne Protokolle zur Überprüfung der KI-Ergebnisse – insbesondere vor dem Hintergrund der neuen DIN-Standards.

Die Microsoft-Preiserhöhung im Juli wird viele Organisationen zu einer Kosten-Nutzen-Analyse ihrer aktuellen Abonnements zwingen. Das könnte die Nachfrage nach alternativen Plattformen beschleunigen – vorausgesetzt, sie liefern ähnliche KI-Effizienz ohne den Premium-Preis oder die Datenschutzbedenken.

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