SUSMATA AG - Nachhaltige Materialien für die Textilindustrie von morgen
22.05.2026 - 15:20:00 | presseportal.deWenn Erdem Dogan über die Zukunft der Modeindustrie spricht, geht er nicht auf Schnittmuster oder Kollektionszyklen ein. Sein Thema ist unscheinbarer - und nach eigener Überzeugung deutlich disruptiver: pflanzliche Reststoffe aus der Teeproduktion. Als CEO der SUSMATA AG treibt er die Frage voran, wie sich aus solchen Ausgangsmaterialien Textilwerkstoffe gewinnen lassen, die fossile und ressourcenintensive Rohstoffe ersetzen. Sein Unternehmen steht dabei an einem Punkt, an dem aus einer robusten technologischen These handfeste Industrierealität wird
Der Anspruch ist hoch. Die SUSMATA AG will Materialien entwickeln, die klassisches Leder und Kunststoffe auf fossiler Basis substituieren - und zugleich die Anforderungen einer Kreislaufwirtschaft erfüllen. Aus pflanzenbasierten Abfällen entstehen vegane Lederalternativen, biobasierte Kunststoffe und weitere nachhaltige Materialinnovationen, die nach ihrer Nutzung teilweise wieder in natürliche Prozesse zurückgeführt werden können. Damit adressiert das 2022 gegründete Unternehmen einen wachsenden Bedarf vor allem in der Textil- und Modeindustrie - einer Branche, die sich inmitten eines regulatorischen und gesellschaftlichen Umbruchs befindet.
Eine Branche sucht neue Grundstoffe
Kaum ein Sektor steht unter höherem Transformationsdruck als die globale Textil- und Modewirtschaft. Klimaziele, die europäische Textilstrategie, verschärfte Berichtspflichten nach CSRD, kritischere Konsumenten und wachsende Anforderungen aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz zwingen Hersteller dazu, ihre Materialbasis grundlegend zu überdenken. Was jahrzehntelang als Standard galt, gerät zunehmend unter Rechtfertigungszwang.
Echtleder steht wegen der emissionsintensiven Tierhaltung, chemischer Gerbverfahren und eines hohen Wasserverbrauchs in der Kritik. Synthetische Alternativen auf PU- oder PVC-Basis umgehen zwar ethische Fragen, bleiben aber abhängig von fossilen Rohstoffen und tragen zur Mikroplastikproblematik bei. Entsprechend intensiv wird in der Industrie nach tragfähigen neuen Lösungen gesucht - von Ananasfasern über Pilzmyzel bis hin zu Kaktus.
Das Marktpotenzial gilt als enorm. Experten prognostizieren, dass der weltweite Markt für vegane Lederalternativen bis 2034 auf fast 28 Milliarden US-Dollar wachsen wird. Die SUSMATA AG strebt an, sich einen bedeutenden Anteil an diesem dynamischen Wachstum zu sichern.
Der Rohstoffhebel: Teeabfälle als strategische Basis
Das Geschäftsmodell des Unternehmens fußt auf einem ungewöhnlichen Rohstoff. Teeabfälle der sogenannten Klasse 4, die bei der industriellen Teeherstellung in großen Mengen anfallen und bislang kaum einer wirtschaftlichen Verwertung zugeführt wurden. Über eine exklusive Partnerschaft mit Çaykur, dem staatlichen türkischen Teehersteller und größten Teeproduzenten des Landes, hat sich SUSMATA eine langfristig gesicherte Rohstoffversorgung aufgebaut.
"Wir arbeiten konsequent mit industriellen Reststoffen, die bislang keine weitere Verwendung mehr finden. Genau das macht unsere Materialien deutlich nachhaltiger", betont CEO Erdem Dogan. Für Textilmarken und Zulieferer ist dieser Aspekt mehr als ein Nachhaltigkeitsargument. Die sogenannte Security of Supply - die Planbarkeit einer verlässlichen, skalierbaren Rohstoffversorgung - ist gerade in einem Markt mit häufig fragilen Lieferketten ein zentrales Entscheidungskriterium bei der Auswahl neuer Materialien. Die Türkei, einer der weltweit größten Teeproduzenten, bietet SUSMATA dabei Zugang zu nahezu unbegrenzten Restmengen aus der laufenden Produktion.
WASTEA: Das Flaggschiffprodukt für textile Anwendungen
Das erste marktreife Produkt unter dem Dach von VSP+ trägt den Namen WASTEA und hebt sich in der Materialwirtschaft durch seine besondere Praxistauglichkeit hervor. Das pflanzenbasierte Material überzeugt nicht nur im Labormaßstab, sondern wurde bereits erfolgreich in industriellen Anwendungen getestet. Als vegane Lederalternative der nächsten Generation ist WASTEA als Rollenware verfügbar, mit durchschnittlich 500 Gramm pro Quadratmeter deutlich leichter als herkömmliches Leder und zugleich mit einem signifikant geringeren CO2-Fußabdruck verbunden.
Für textile Anwendungen spielt vor allem die Vielseitigkeit in der Verarbeitung eine zentrale Rolle. WASTEA kann individuell nach Kundenwunsch eingefärbt, geprägt, bedruckt oder perforiert werden und erfüllt damit die gestalterischen Ansprüche unterschiedlichster Marktsegmente - von sportiver Streetwear bis hin zu Luxusmarken. Der Anteil biobasierter Bestandteile liegt je nach Anforderung zwischen 25 und 85 Prozent. Darüber hinaus ist das Material weitgehend PVC-frei und soll perspektivisch ohne gesundheitsschädliche Lösungsmittel wie DMF oder Toluol hergestellt werden. Neben ökologischen Vorteilen unterstützt dies auch die Einhaltung steigender regulatorischer Anforderungen, etwa im Rahmen der REACH-Compliance und des europäischen Chemikalienrechts.
Die Zertifizierung "Very low VOC levels" bestätigt bereits heute geringe Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen - ein Standard, der für Innenraumtextilien und Bekleidungsmaterialien in Europa zunehmend verbindlich wird. Gleichzeitig ist das Material hitzebeständig, wasserabweisend und antibakteriell, Eigenschaften, die besonders für funktionale Textilien, Arbeitskleidung und langlebige Accessoires relevant sind.
Die Alltagstauglichkeit von WASTEA unter hoher Beanspruchung wurde bereits erfolgreich nachgewiesen. Nach einer dreijährigen Projektphase zeichnete McDonald's SUSMATA mit einem Global Award für den Einsatz des Materials in Sitzmöbeln von Franchise-Filialen aus. Dabei erfüllte WASTEA umfangreiche Anforderungen hinsichtlich Feuerfestigkeit, Farbechtheit, Reinigungsfähigkeit und Abriebbeständigkeit sowie Vorgaben zu VOC- und LCA-Freigaben für eine Auswahl unterschiedlicher Materialqualitäten.
Noch anspruchsvoller sind die Anforderungen der klassischen Textilindustrie, in der zusätzlich Eigenschaften wie Falzfestigkeit, Drapierbarkeit, Nähbarkeit und Waschbeständigkeit entscheidend sind. In diesen Bereichen arbeitet SUSMATA derzeit intensiv an weiteren Zertifizierungen.
Erdem Dogan: "Es gibt viele interessante Materialien auf der Welt, die nie aus dem Labor herausgekommen sind. Wir haben von Anfang an in Serienstandards gedacht - das ist der Unterschied."
Premiere auf der Weltbühne: LINEAPELLE Mailand
Im Januar 2026 trat SUSMATA erstmals auf der LINEAPELLE in Mailand auf - einer der weltweit wichtigsten Leitmessen für Leder, Materialien und Komponenten, auf der die Weichen für Trendmaterialien der kommenden Saisons gestellt werden. Für ein junges Material-Tech-Unternehmen ist dieser Schritt symbolisch wie strategisch bedeutsam. Hier entscheiden Designer, Einkäufer und Produktentwickler namhafter Modehäuser über die Rohstoffbasis künftiger Kollektionen.
"Die LINEAPELLE ist der Ort, an dem sich entscheidet, welche Materialien den Sprung aus dem Labor in den Markt schaffen", sagte Erdem Dogan anlässlich des Messeauftritts. "Wir zeigen hier nicht nur Konzepte, sondern industriefähige Materialien, die bereits Serienstandards erfüllen." SUSMATA präsentierte neben WASTEA einen Ausblick auf die Materialplattform VSP+ und signalisierte damit seinen Anspruch, als relevanter Akteur einer branchenweiten Materialrevolution.
Die LINEAPELLE gilt als Trendbarometer für die Mode-, Möbel- und Automobilbranche und bringt Hersteller, Marken und Materialinnovatoren aus über 40 Ländern zusammen. Für SUSMATA war der Auftritt ein strategischer Test, ob sich technologische Skalierbarkeit und Designtauglichkeit vor internationalem Fachpublikum beweisen lassen.
Vernetzung in der textilen Wertschöpfungskette
SUSMATA hat sich mittlerweile fest in der textilen Wertschöpfungskette vernetzt, Awards gewonnen, wie zuletzt den von McDonalds und starke Partnerschaften aufgebaut, zu renommierten Modemarkten, Herstellern und spezialisierten Zulieferbetrieben.
Die strategische Ausrichtung ist darauf ausgelegt, ein breites Spektrum an Einsatzbereichen entlang der textilen Wertschöpfungskette abzudecken und dieses Portfolio durch weitere in den eigenen Laboren entwickelte Commodities für spezialisierte Anwendungen zu ergänzen.
"Die Modeindustrie sucht keine Kompromissmaterialien mehr", sagt Erdem Dogan. "Gefragt sind Werkstoffe, die funktionieren, eine Geschichte erzählen und sich entlang der Lieferkette verantworten lassen. Genau dort setzen wir an."
Das gilt auch für andere Branchen, beispielsweise die Automobilindustrie oder der gesamte Bereich des Interieur Designs. Was heute bereits machbar ist und wie wegweisende Materialinnovationen ihren Weg in etablierte Industriezweige finden zeigt die SUSMATA AG erneut vom 23. bis zum 25. Juni 2026 auf der Fachmesse Automotive Interiors in Stuttgart.
Die VSP+-Linie: Mode trifft Bioökonomie
Über WASTEA hinaus verfolgt SUSMATA unter der Dachbezeichnung VSP+ eine breite Materialstrategie, die sich konsequent an textilen und modenahen Anwendungsfeldern orientiert. VSP+ bedeutet Vegan Plant-Based Plus und steht für eine neue Generation veganer, bio-basierter Materialien aus industriellen Pflanzenreststoffen.
Für Modeunternehmen, die Nachhaltigkeit glaubwürdig mit anspruchsvoller Produktästhetik verbinden möchten, bieten textile Alternativen auf Basis von Rosen, Lavendel oder Kaffeeresten eine attraktive Grundlage. So lassen sich Markenidentität, Nachhaltigkeitsziele und Lifestyle-Ansprüche in marktfähigen Produkten vereinen - mit Materialeigenschaften, die herkömmliche synthetische Alternativen in dieser Form nicht bieten können.
Die Grundlage all dieser Entwicklungen bildet eine patentierte Technologieplattform, die darauf abzielt, unterschiedlichste pflanzliche Abfälle systematisch zu verarbeiten. Produziert wird unter Reinraumbedingungen, um eine gleichbleibend hohe Materialqualität und Reproduzierbarkeit sicherzustellen - ein Standard, der für industrielle Abnehmer aus dem Modebereich ebenso unverzichtbar ist wie für die Automobilindustrie, dem zweiten wichtigen Abnehmer der SUSMATA-Produkte.
Fazit: Zwischen Designlabor und Skalierungsprüfung
SUSMATA hat geliefert, was ein Start-up in dieser Phase liefern muss, ein funktionierendes Produkt, eine skalierbare Rohstoffbasis und Präsenz in den relevanten Branchenkreisen. Gleichzeitig entwickelt sich der Markt in die richtige Richtung. Die Frage ist jetzt nicht mehr ob, sondern wie schnell innovative Materialen die synthetischen Stoffe in der Textil- und Automotive-Wirtschaft ersetzen. SUSMATA ist mit VSP+ bestens aufgestellt für das weitere Wachstum.
Pressekontakt:
Susmata AG
Erdem Dogan
+491728870888
future@susmata.com
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