Digitalsteuer: Trump droht mit 100-Prozent-Zöllen auf EU-Länder
27.06.2026 - 04:56:02 | boerse-global.de
Eskalation per Social-Media-Post
Donald Trump hat am Freitag erneut massive Strafzölle gegen europäische Handelspartner angekündigt. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte der Ex-Präsident, dass jedes EU-Land, das eine Digitalsteuer einführe, mit einem sofortigen Zoll von 100 Prozent auf alle Warenexporte belegt werde. Bestehende Handelsabkommen würden damit außer Kraft gesetzt.
Bereits Mitte Juni hatte Trump im Rahmen des G7-Gipfels Frankreich spezifisch mit Sonderzöllen auf Champagner gedroht. Der Konflikt um die Besteuerung großer Technologiekonzerne schwelt seit Jahren: Frankreich erhebt seit 2019 eine dreiprozentige Digitalsteuer, Österreich seit 2020 eine fünfprozentige Abgabe auf digitale Werbeeinkünfte. In Deutschland wirbt Medienstaatsminister Weimer zuletzt für eine Plattformabgabe.
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Brüssel pocht auf Steuerhoheit
Die EU-Kommission reagierte umgehend mit einer deutlichen Zurückweisung. Sie betont das Recht souveräner Staaten, Digitalkonzerne auf ihrem Hoheitsgebiet zu besteuern. Sollten die USA tatsächlich zu Strafzöllen greifen, werde die Union „rasch und entschieden“ reagieren.
Die neuerlichen Spannungen treffen die EU in einer heiklen Phase. Erst am Donnerstag gaben die Mitgliedstaaten in Luxemburg grünes Licht für ein neues Handelsabkommen mit den USA. Es sieht die Abschaffung von Zöllen auf US-Industriegüter sowie einen verbesserten Marktzugang für amerikanische Meeresfrüchte und Agrarprodukte vor. Das Abkommen enthält ein Sicherheitsnetz: Die Vorteile gelten nur bei vollständiger Umsetzung und laufen am 31. Dezember 2029 aus.
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Waffenstillstand bei Flugzeugsubventionen verlängert
Trotz der aktuellen Drohungen einigten sich die EU-Staaten am Donnerstag auf eine Fortführung des Handelsfriedens im Airbus-Boeing-Konflikt. Die Vergeltungszölle gegen US-Waren im Wert von rund vier Milliarden Dollar werden weiterhin ausgesetzt. Betroffen wären neben Flugzeugteilen auch Produkte wie Tabak und Spirituosen. Der ursprüngliche Waffenstillstand wäre am 11. Juli ausgelaufen.
Während die EU auf Stabilität setzt, hat die Schweiz den USA bereits den Verzicht auf eine Digitalsteuer zugesichert. Wie sich die EU angesichts der 100-Prozent-Drohung Trumps positioniert, bleibt abzuwarten.
