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Digitaler Euro: Bundesbank plant Integration in Wero-Wallet

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 08:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Bundesbank empfiehlt Wero als Plattform für den digitalen Euro. Pilot und Einführung folgen später, während Revolut einen Euro-Stablecoin startet.

Bundesbank schlägt digitalen Euro in Wero-Wallet vor
Moderne urbane Finanzarchitektur bei Dämmerung, die Stabilität und europäische digitale Infrastruktur symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der Debatte um die europäische Zahlungssouveränität hat die Deutsche Bundesbank eine engere Verknüpfung zwischen staatlichen und privaten Zahlungslösungen angeregt.

Lutz Lienenkämper, der im Vorstand der Bundesbank seit Juli für den Bereich des digitalen Euro verantwortlich zeichnet, schlug am 26. August 2026 bei einem Fachsymposium in Frankfurt vor, den künftigen digitalen Euro unmittelbar in die Wero-Wallet zu integrieren.

Dieser Schritt soll dazu beitragen, die Abhängigkeit von US-amerikanischen Zahlungsanbietern zu reduzieren und eine europäische Alternative im digitalen Zahlungsverkehr zu etablieren.

Strategische Ziele und aktuelle Marktposition von Wero

Die Integration des digitalen Euro in das europäische Bezahlsystem Wero gilt als strategischer Baustein, um die Attraktivität der Wallet zu steigern. Aktuell verzeichnet Wero in Deutschland, Frankreich und Belgien rund 57 Millionen registrierte Nutzer.

Trotz dieser breiten Basis bleibt die aktive Nutzung insbesondere in Deutschland ausbaufähig. Hier sind zwar 9 Millionen Registrierungen gemeldet, jedoch nutzen lediglich 4 Prozent der deutschen Bevölkerung Wero als Hauptzahlungsmittel. Die aktive Nutzerquote liegt laut aktuellen Daten bei etwa 7 Prozent.

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Hintergrund der Initiative ist eine strukturelle Schwäche im europäischen Zahlungsmarkt: 13 von 20 Ländern der Eurozone verfügen über kein eigenes nationales Kartensystem.

Wero soll diese Lücke schließen und plant bereits die Ausweitung des Dienstes auf die Niederlande, Luxemburg und Österreich. Die Bundesbank sieht in dem System den idealen Träger für den digitalen Euro, der als Ergänzung zum Bargeld sowie zu bestehenden privaten Bezahllösungen konzipiert ist.

Zeitplan für den digitalen Euro und regulatorische Hürden

Die Einführung der digitalen Zentralbankwährung (CBDC) folgt einem langfristigen Zeitplan. Ein groß angelegter Pilot der Europäischen Zentralbank (EZB) soll ab September 2027 starten. Mit einer offiziellen Einführung ist nach derzeitigem Stand frühestens im Jahr 2029 zu rechnen. Ein wesentliches Argument für das staatliche Digitalgeld ist der hohe Datenschutz, den das System bieten soll.

Lienenkämper verwies in Frankfurt jedoch darauf, dass noch regulatorische Vorarbeiten zu leisten seien. So ist die Verordnung zum digitalen Euro gegenwärtig noch nicht finalisiert. Ziel der EZB und der nationalen Zentralbanken bleibt es, eine robuste Infrastruktur zu schaffen, die sowohl staatliche Stabilität als auch die Innovationskraft privater Anbieter vereint.

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Marktdynamik durch private Euro-Stablecoins am Beispiel Revolut

Parallel zu den Bestrebungen der Zentralbanken entwickelt sich der Markt für private digitale Währungen weiter. Der Finanzdienstleister Revolut, der nach eigenen Angaben 80 Millionen Kunden und 16 Millionen Krypto-Nutzer verzeichnet, hat in den letzten Tagen die Einführung eines eigenen Euro-Stablecoins namens EURR bekannt gegeben.

Der EURR ist direkt an den Euro gekoppelt und wird von Bridge Building S.A., einer in Luxemburg lizenzierten Tochtergesellschaft von Stripe, emittiert.

Die Reservehaltung des EURR ist laut Emittentenangaben vollständig gedeckt, wobei beispielsweise 374 EURR durch exakt 374 Euro abgesichert sind. Der Rollout startete zunächst in Dänemark, Polen und Portugal auf den Netzwerken Ethereum und Polygon. Der DACH-Raum ist in der ersten Phase nicht enthalten, zudem besteht für dieses Produkt kein gesetzlicher Einlagenschutz.

Der Markt für Euro-Stablecoins ist im Vergleich zu US-Dollar-basierten Lösungen noch klein. Während der Gesamtmarkt für Stablecoins ein Volumen von über 300 Milliarden US-Dollar erreicht, entfallen auf Euro-Stablecoins derzeit weniger als 800 Millionen US-Dollar. Branchenexperten beobachten jedoch, dass MiCA-konforme Angebote wie der EURR die Akzeptanz digitaler Euro-Varianten erhöhen könnten, noch bevor die staatliche Lösung marktreif ist.

Mehr zum Thema bei t3n: „Vorschlag der Bundesbank: Digitaler Euro soll in Wero“

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