Deutschland, Bahn

Schienennetz trotz Milliardeninvestitionen nicht verbessert

07.05.2026 - 13:00:05 | dpa.de

Die Unpünktlichkeit der Bahn liegt zu einem großen Teil an der maroden Infrastruktur. Der neue Netzzustandsbericht zeigt: Das Netz wurde zuletzt nicht schlechter - aber auch nicht besser.

  • 26.000 Baustellen hat die Bahn vergangenes Jahr absolviert - und konnte so zumindest den weiteren Verfall ihrer Infrastruktur stoppen. (Archivbild) - Foto: Sebastian Gollnow/dpa
    26.000 Baustellen hat die Bahn vergangenes Jahr absolviert - und konnte so zumindest den weiteren Verfall ihrer Infrastruktur stoppen. (Archivbild) - Foto: Sebastian Gollnow/dpa
  • Bahnchefin Palla: «Viele Anlagen und Bahnhöfe sind weiter in keinem guten Zustand.» - Foto: Kay Nietfeld/dpa
    Bahnchefin Palla: «Viele Anlagen und Bahnhöfe sind weiter in keinem guten Zustand.» - Foto: Kay Nietfeld/dpa
26.000 Baustellen hat die Bahn vergangenes Jahr absolviert - und konnte so zumindest den weiteren Verfall ihrer Infrastruktur stoppen. (Archivbild) - Foto: Sebastian Gollnow/dpa Bahnchefin Palla: «Viele Anlagen und Bahnhöfe sind weiter in keinem guten Zustand.» - Foto: Kay Nietfeld/dpa

Die Deutsche Bahn konnte den Zustand ihres teils maroden Schienennetzes im vergangenen Jahr trotz Milliardeninvestitionen nicht verbessern. Das Netz erhielt im heute veröffentlichten Netzzustandsbericht wie schon im Vorjahr die Schulnote 3,0. «Die Trendwende haben wir noch nicht geschafft», sagte Bahnchefin Evelyn Palla. «Viele Anlagen und Bahnhöfe sind weiter in keinem guten Zustand.»

Bahn-Manager: 2026 sollte sich der Netzzustand verbessern

2025 wurden rund 19,9 Milliarden Euro in die Sanierung des Schienennetzes gesteckt - so viel Geld ist nötig, damit der Sanierungsstau nicht noch größer wird. Dieser liegt laut Philipp Nagl, Chef der für die Infrastruktur zuständigen Bahntochter DB InfraGo, bei rund 130 Milliarden Euro. 

Im laufenden Jahr sollen 23 Milliarden Euro in das Netz gesteckt werden, 28.000 Baustellen sind geplant. Die Bahn-Manager erwarten, dass mit dieser Investitionssumme der Zustand des Netzes zumindest ein bisschen besser wird. Hinzu kommt, dass in diesem Jahr vier sogenannten Generalsanierungen besonders wichtiger Strecken abgeschlossen werden sollen.

Welche Bereiche in besonders kritischem Zustand sind

Die Bahn unterteilt im Netzzustandsbericht in rund 9.000 Kilometer Hochleistungsnetz und rund 24.000 Kilometer Flächennetz. Das Hochleistungsnetz erhielt die Note 3,04, das Flächennetz die Note 2,96. «Wenn man gut fahren will, muss man auf dem Hochleistungsnetz Richtung 2,5 oder 2,6 kommen», sagte Nagl zur Einordnung. Alle Anlagen mit einer Note von 4 oder schlechter gelten als erneuerungsbedürftig. 

In besonders schlechtem Zustand sind weiterhin die Stellwerke mit einer Note von 4,02 im Gesamtnetz - 0,1 Punkte besser als vor einem Jahr. «Jedes zweite der rund 4.000 Stellwerke ist erneuerungsbedürftig», teilte die Bahn mit. Die Brücken, deren Wiederbeschaffungswert sehr hoch ist, erhielten die Note 2,64 (2024: 2,78). Die Stellwerke sind besonders wichtig für den Bahnbetrieb, sie stellen zum Beispiele Weichen und Signale, damit die Züge sicher fahren können.

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