USA, Deutschland

Chef der US-Aufsicht: Börsengänge wieder großartig machen

12.09.2025 - 14:31:50

Die SEC gilt als mächtigste Börsenaufsicht der Welt. Bei Gesprächen in Frankfurt gibt ihr Chef Paul Atkins Einblick in ihre Arbeit. Kritische Fragen zu seiner Unabhängigkeit von Trump weist er zurück.

  • Steht der US-Börsenaufsicht SEC vor: Paul Atkins (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

    Alex Brandon/AP/dpa

  • Paul Atkins führt die mächtige US-Börsenaufsicht SEC (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

    Alex Brandon/AP/dpa

Steht der US-Börsenaufsicht SEC vor: Paul Atkins (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpaPaul Atkins führt die mächtige US-Börsenaufsicht SEC (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Der Chef der US-Börsenaufsicht SEC, Paul Atkins, will Börsengänge in den USA stärken und Vorschriften in dem Bereich abbauen. «Es ist nicht mehr cool, an die Börse zu gehen», sagte Atkins in Frankfurt. In Anspielung an den berühmten Wahlkampfslogan von Donald Trump («Make America Great Again») betonte er: «Wir müssen Börsengänge wieder großartig machen.» Die Zahl der Aktiengesellschaften in den USA sei nur noch halb so groß wie vor 30 Jahren und das sei ein Problem. Es gehe darum, einige Komplexität und Kosten bei der Regulierung anzugehen.

Kritische Fragen nach seiner politischen Unabhängigkeit wies der Trump-Vertraute zurück. «Ich mache das nicht, weil ich muss», sagte Atkins. Der Grund, warum er den Job übernommen habe, sei die Menge an Arbeit, die er gesehen habe und die getan werden müsse. «Ich fühle mich überhaupt nicht beeinträchtigt.»

Atkins befand sich auf Europareise. Nach einer Rede bei der Industriestaaten-Organisation OECD am Mittwoch in Paris traf er am Donnerstag in Frankfurt Geschäftsleute und Beamte zu Gesprächen über die Kapitalmärkte, ausländische Investitionen in den USA und den Kurs der Vereinigten Staaten bei Kryptowährungen. Auch mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde kam Atkins zusammen. Mit ihr habe er über Zusammenarbeit in Bereichen der Kapitalmärkte und über Stabilität an den Finanzmärkten gesprochen, berichtete Aktins vor Journalisten.

Vertrauter von Trump, offen für Kryptowährungen

US-Präsident Trump hatte den Finanzunternehmer im April als Chef der SEC vereidigt, die als mächtigste Börsenaufsicht der Welt gilt. Die Behörde ist für die Regulierung und Überwachung der Wertpapiermärkte sowie den Anlegerschutz verantwortlich. Atkins hatte Vorgänger Gary Gensler abgelöst. US-Medien hatten schon bei seiner Vereidigung spekuliert, Atkins werde einen weniger strengen Regulierungsansatz verfolgen als Gensler. 

So fuhr die US-Regierung etwa jahrelang einen restriktiven Kurs bei Digitalwährungen und warnte vor Schäden für Anleger und einer Destabilisierung des Finanzsystems. Atkins ist aufgeschlossen für Kryptowährungen - ebenso wie Trump. Der Bitcoin befindet sich seit der Wahl von Trump zum US-Präsidenten Anfang November auf einem Höhenflug.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Ein Jahr Trump: Wie US-Zölle die deutsche Wirtschaft treffen. Seine Zollpolitik hat schwere Folgen für Deutschland. Dem obersten US-Gericht kommt nun eine zentrale Rolle zu. «America first» verspricht Donald Trump - und lässt kaum einen Stein auf dem anderen. (Wirtschaft, 20.01.2026 - 04:30) weiterlesen...

Merz lässt die «Handels-Bazooka» stecken Egal was Trump in den vergangenen zwölf Monaten gemacht hat, Merz hat die offene Konfrontation mit ihm stets gemieden. (Ausland, 19.01.2026 - 15:48) weiterlesen...

Merz erwartet Treffen mit Trump am Mittwoch Trump fordert die Arktisinsel Grönland, Merz kontert auch mit Zahlen: Die USA hätten ja selbst nur noch weniger als 200 Soldaten auf der Insel. (Politik, 19.01.2026 - 14:32) weiterlesen...

Merz: wollen uns als Land und als Kontinent behaupten. Er macht deutlich, dass Europa auf seine Punkte pocht, aber keine Eskalation will. Der Bundeskanzler sieht in US-Zollandrohungen eine mögliche Schwächung der transatlantischen Beziehungen. (Politik, 19.01.2026 - 13:54) weiterlesen...

Berlin weist Trumps Zolldrohung als nicht akzeptabel zurück. Die Bundesregierung kritisiert dieses Vorgehen deutlich. Im Streit um Grönland versucht US-Präsident Trump, die Europäer mit dem Androhen von Strafzöllen auf Linie zu bringen. (Politik, 19.01.2026 - 12:57) weiterlesen...

Deutschland und Frankreich: Junge Wachstumsfirmen in Europa halten Deutschland und Frankreich wollen junge, schnell wachsende Unternehmen in Europa halten und eine Abwanderung in die USA verhindern. (Boerse, 19.01.2026 - 12:28) weiterlesen...