Öffentliche Schulden steigen auf 2.753,5 Milliarden Euro
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 08:08 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Öffentliche Gesamthaushalt war zum Ende des zweiten Quartals 2026 mit 2.753,5 Milliarden Euro verschuldet. Gegenüber dem ersten Quartal stieg die öffentliche Verschuldung um 1,0 Prozent beziehungsweise 26,3 Milliarden Euro.
Bund trägt größten Anteil
Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes entfielen 1.907,1 Milliarden Euro auf den Bund. Seine Schulden erhöhten sich binnen eines Quartals um 20,5 Milliarden Euro oder 1,1 Prozent.
Als wesentliche Gründe nannte das Statistikamt erneut die beiden Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität sowie für die Bundeswehr. Das Infrastruktur-Sondervermögen steigerte seine Verschuldung um 13,8 Milliarden Euro auf 48,9 Milliarden Euro. Beim Sondervermögen Bundeswehr nahm sie um 4,2 Milliarden Euro auf 51,6 Milliarden Euro zu.
Länderschulden steigen unterschiedlich
Die Länder waren Ende Juni mit 646,2 Milliarden Euro verschuldet. Das entspricht einem Anstieg von 2,9 Milliarden Euro oder 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Den stärksten prozentualen Zuwachs verzeichnete Baden-Württemberg mit 3,0 Prozent, gefolgt von Thüringen mit 2,1 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 2,0 Prozent. In Baden-Württemberg standen vorgezogene Anschlussfinanzierungen im Mittelpunkt. Niedersachsen reduzierte seine Schulden dagegen um 2,3 Prozent, Hamburg um 1,3 Prozent und Rheinland-Pfalz um 0,5 Prozent.
Kommunen nehmen mehr Kredite auf
Auch die Gemeinden und Gemeindeverbände erhöhten ihre Verschuldung. Sie stieg um 2,9 Milliarden Euro oder 1,5 Prozent auf 200,2 Milliarden Euro.
Besonders deutlich war der Anstieg in Niedersachsen mit 7,1 Prozent, Brandenburg mit 4,0 Prozent und Sachsen mit 3,4 Prozent. Im Saarland und in Bayern sanken die kommunalen Schulden jeweils um 0,6 Prozent, in Nordrhein-Westfalen um 0,2 Prozent.
Die Sozialversicherung verzeichnete dagegen einen leichten Rückgang. Ihre Verschuldung sank um 0,2 Millionen Euro oder 1,7 Prozent auf 9,1 Millionen Euro.
Der Anstieg der öffentlichen Verschuldung fällt in eine Phase, in der Bund, Länder und Kommunen gleichzeitig vor hohen Finanzierungsaufgaben stehen. Beim Bund wirken sich insbesondere die beiden Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität sowie für die Bundeswehr aus. Ihre wachsenden Schulden zeigen, dass zusätzliche Ausgaben für Investitionen und Verteidigung nicht nur haushaltspolitisch beschlossen, sondern auch über neue Kreditaufnahmen finanziert werden.
Die Entwicklung verteilt sich jedoch nicht gleichmäßig auf alle staatlichen Ebenen. Während die Bundesschulden mit 1.907,1 Milliarden Euro den größten Anteil ausmachen, stiegen die kommunalen Schulden prozentual stärker als die Länderschulden. Gemeinden finanzieren unter anderem laufende Investitionen in Schulen, Straßen, Energieversorgung und Verwaltung. Unterschiede zwischen den Ländern hängen dabei auch vom Zeitpunkt von Kreditaufnahmen und Tilgungen ab.
Belastung für künftige Haushalte
Für Bürger und Unternehmen ist vor allem entscheidend, welche Leistungen mit den zusätzlichen Krediten finanziert werden und ob daraus langfristig wirtschaftlicher Nutzen entsteht. Höhere Schulden erhöhen zugleich die Bedeutung von Zinsausgaben und begrenzen den finanziellen Spielraum späterer Haushalte. Die vorläufigen Quartalszahlen bilden zunächst eine Momentaufnahme; ihre politische Tragweite ergibt sich aus der weiteren Entwicklung von Investitionen, Einnahmen, Zinsen und Tilgungen.
