Arbeitsmarkt, Gesundheit

Reichinnek fürchtet gesundheitliche Folgen durch Vollzeit-Pflicht

26.01.2026 - 16:30:04 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Heidi Reichinnek, hat den Vorstoß der Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU/CSU, das Recht auf Teilzeit einzuschränken, scharf kritisiert.

Frauen mit Kleinkindern (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Frauen mit Kleinkindern (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Das geht doch in eine ganz eindeutige Richtung, nämlich Arbeitsrechte zu schleifen", sagte Reichinnek den Sendern RTL und ntv am Montag. "Bauen wir da jetzt ein Bürokratiemonster auf, bei dem Menschen darum betteln müssen, dass sie Teilzeit machen dürfen?"

Das Recht auf Teilzeit einzuschränken, hätte nach Ansicht der Linken-Politikerin auch gesundheitliche Folgen. "Wenn ich Menschen dazu zwinge, mehr zu arbeiten, als sie in dem Moment leisten können, dann sorge ich dafür, dass sie dauerhaft ausfallen, dass sich vielleicht Krankheiten auch chronifizieren", warnte Reichinnek. Statt Druck auszuüben, müsse man die Arbeitsbedingungen verbessern.

In vielen Bereichen, etwa der Pflege oder der Reinigung, könnten die Menschen nicht länger als 30 Stunden pro Woche arbeiten. Teilzeit sei hier eine Form des Selbstschutzes, sagte die Linken-Fraktionsvorsitzende. "Sich hinzustellen und das als `Lifestyle-Teilzeit` zu bezeichnen, das zeigt doch, was die Union von den Menschen in diesem Land wirklich hält."

Die Debatte müsse vielmehr darum gehen, Betreuungsangebote zu verbessern, so die Linken-Politikerin. Viele Mütter würden gerne mehr arbeiten, könnten jedoch Erziehung und Job nicht vereinen. "Aber dazu müsste man natürlich investieren, da hat die Union kein Interesse daran. Sie will stattdessen den Druck einfach weitergeben", sagte Reichinnek.

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